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BLACK UHURU feat. Michael
Rose & Duckie Simpson – RAS-I-TES
ROOTS ALIVE TOUR
2007 - 06.-07.02.2007 - Berlin
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Im Februar 2004 war
in der jamaikanischen Presse zu lesen, dass sich Michael Rose und
Duckie
Simpson unter dem Namen „Black Uhuru feat. Michael
Rose“ wieder vereinigt
haben. Und tatsächlich, es war kein Gerücht.
Gemeinsam mit der Sängerin Kay Starr, konnte man sie wieder
auf
verschiedenen Konzerten erleben.
In Deutschland traten sie dann erstmalig beim Summerjam 2005 wieder
gemeinsam
als Black Uhuru auf und ließen die alten Zeiten wieder
aufleben. Sly Dunbar,
Robbie Shakespeare und Darryl Thompson waren aber noch nicht dabei. Auch Sandra
„Puma“ Jones steht leider nicht mehr zur
Verfügung, da sie bereits 1990 viel zu
früh verstarb und die Band dadurch in eine tiefe Krise geriet.
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Ihre Stimme
bleibt bis heute unersetzbar. Bemühungen in dieser Richtung
sind zwar mit der
neuen Sängerin optisch bemerkbar, aber stimmlich leider nicht
annähernd
feststellbar. Man darf gespannt sein, ob sich da in Zukunft noch etwas
ergibt,
auch hinsichtlich der Rhythm Twins Sly und Robbie. Allerdings sollten
wir
vielleicht auch schon so zufrieden sein. Als Backing Band fungierte
Ras-I-Tes
aus England, die neue große Roots & Culture Hoffnung,
die sich bereits 1996
in London gegründet hatte. Dies stellte sich als eine gute
Wahl heraus. Wer das
im Jahr 2001 veröffentlichte erste Album „Urban
Regeneration“ von Ras-I-Tes
schon einmal gehört hat, kann erahnen wie sich dieses
Zusammenspiel anhören
könnte. Jedenfalls war es für alle Roots Fans eines
der größten Highlights an
der Cologne Bay des Jahres 2005.
Dieses
Erfolgskonzept wurde auch im letzten Jahr auf der „Reggae
Live Tour“ in
Frankreich und Anderenorts fortgesetzt. Deutschland war leider nicht
dabei. Aus
dem Munde von Contour Music Promotion hieß es dazu noch bis
vor Kurzem, dass
eine Tour mit Black Uhuru in Deutschland nicht umsetzbar sei. Warum
auch immer.
Umso größer dann die Überraschung, als vom
06.-09.02.2007 Deutschland mit vier
Stationen während einer weiteren großen
Europatournee von Black Uhuru tangiert
worden ist. Als Promoter auf deutschem Gebiet übernahm dann
aber doch Contour
die Fäden.
Als „ROOTS ALIVE
TOUR 2007” fiel am 06.02.07 der Startschuss im Kesselhaus der
Berliner
Kulturbrauerei. Die Städte Hamburg, Dortmund und Stuttgart
waren an den
Folgetagen an der Reihe.
Aber zurück zur
Berliner Lokalität wo wir den Auftakt der Tour miterleben
durften.
Eigentlich der
perfekte Tag für eine Reggae-Party, da mit dem 06.02.
gleichzeitig der
Geburtstag von Bob Marley gefeiert werden kann. Der Abend wurde
eingeläutet von
Selecta Lou Large, auch bekannt unter Grooving Smokers, die weiterhin
bekannt
sind als Betreiber der Website www.reggaeinberlin.de.
Es lohnt sich einmal vorbei zu schauen, besonders für den
Berliner
Einzugsbereich. Hinter dem Ganzen steht Perry Ottmüller von
„Grooving Smokers
Events & Music“. Aber es wurde nicht nur aufgelegt.
Mit im Gepäck hatte er
den Artist Vido
Jelashe, der aus Südafrika stammt und bereits seit
1993 in
Berlin ist. Seit dieser Zeit hat er so einiges für seine
Karriere getan und
weiß wie man die Masse in Stimmung bringt. Zwischendurch
musste er nur die
magischen Worte Black Uhuru aussprechen, um die Stimmung der Leute noch
weiter
zu steigern.
Eine Stunde später wurde das nächste Level erreicht,
als
schließlich Ras-I-Tes die Bühne in Beschlag nahm.
Neben der gewohnten
Viermann-Formation gab es noch einen weiteren Mann an den Tasten.

Ansonsten wie bekannt Kashta Tafari, die markante Stimme der
Band an der Gitarre, Jahmel Ellison als weiterer Sänger am
Bass, Cyrus Richards
an den Keyboards und Otis Cox Rodney am Schlagzeug. Nahezu unglaublich,
wenn
man bedenkt, dass die Vier altersmäßig erst Anfang
bis Mitte 20 sind. Zum
Zeitpunkt der Aufnahmen zu ihrem ersten Erfolgsalbum „Urban
Regeneration“ waren
sie allesamt noch Teenager. Da wird hoffentlich noch viel zu erwarten
sein.
Ras-I-Tes ist daher auch in der Lage ein eigenes Programm abzuliefern
und
brachte unter Anderem die besten Stücke ihres ersten Albums,
die nach meinem
Dafürhalten „Chop Corruption“,
„Picture On The Wall“, „Jah Never Fail
I“, „Rub
A Dub Style“ und „Africa“ sind. Aber
nicht nur Stücke von diesem Album wurden
präsentiert, auch neue Sachen wurden ausgetestet. Jahmel
Ellison begab sich
sogar einmal auf ungewohntes Terrain und versuchte eine kurze Dancehall
Einlage. Als kurzer Ausflug richtete das aber nicht viel Schaden an und
wurde
von der Massive sogar lautstark begrüßt. Nach
ungefähr einer weiteren Stunde
schlugen sie dann unter großem Jubel des Publikums die ersten
Black Uhuru Töne
an und gaben die Bühne frei für Michael Rose und
Duckie Simpson. Nun war der
Höhepunkt der Party erreicht und wurde angemessen mit
„Party In Session“ von
Michael Rose eingeleitet.

Als Outfit diente dieses Mal ein beige-braun
gestreiftes Jackett, darunter eine beigefarbene Weste und blaue Jeans.
Seine
Dreads waren in einer rot-gelb-grünen Mütze sicher
verpackt, und seine Augen
waren leider wieder hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen. Duckie
dafür
dieses Mal ohne Sonnenbrille, mit dunklen Hemd und Jackett und
ebenfalls mit
blauer Jeans. Recht auffällig war, dass der gewohnte graue
Bart verschwunden
war. Kein graues Härchen war mehr an Duckie zu entdecken. Der
Bart war sicher
ein Stückchen kürzer und nun tief schwarz
eingefärbt. Ja und unter seiner rot-gelb-grünen
Strickmütze war offenbar auch nicht mehr das, was man beim
Summerjam 2005 noch
vermuten konnte. Ehemals noch wohl gerundet und prall
ausgefüllt, lag die Mütze
doch dieses Mal recht locker auf dem Kopf. Dafür waren seine
üppigen Ringe in
der gewohnten Vielzahl noch alle an ihrem Platz.
Inzwischen hatte uns Michael im Publikum auch schon
ausgemacht, zeigte auf uns und nickte uns lachend zu. Unser letztes
Interview
vom September war ja noch nicht allzu lange her.
Ohne Pause jagte ein Hit den anderen. Stücke wie „I
Love
King Selassie“, „Guess Who..s Coming To
Dinner”, “General Penitentiary”,
“Abortion”, “Sinsemilla”,
“Puff She Puff”, “Happiness”
und viele andere ließen
keinen Raum zum Verschnaufen.

Mit „Shine Eye Gal“ trieb es mir regelrecht die
wohligsten Schauer über den Rücken. Das Outfit von
Michael wurde zusehends
dunkler und der Schweiß rann in Strömen. Zum Ablegen
des Jacketts konnte er
sich allerdings nicht durchringen, lediglich die Weste durfte sich
öffnen. Das
Ausstreichen seines Bartes sorgte immer wieder für kleinere
Sturzbäche. Derweil
sorgte sich Duckie ständig um sein Jackett und kontrollierte
bedächtig alle
paar Minuten den korrekten und gut verschlossenen Sitz.

Unsere Hoffnung und Neugier, vielleicht dieses Mal schon ein
paar neue Sachen von Black Uhuru zu hören, wurde leider noch
nicht erfüllt bzw.
befriedigt. Es wurden
ausschließlich die
Hits aus den alten Zeiten gespielt. Das soll aber keine Kritik sein,
denn viel
zu gut sind diese Sachen. Es war ein perfektes Konzert, bei dem ich nie
müde
werden würde es immer wieder von Neuen anzusehen. Selbst die
Hits aus den alten
Glanzzeiten waren nicht alle unterzubringen, da bleibt sowieso kaum
Platz für
neue Sachen. Ein schwieriges Unterfangen.

Zur Verabschiedung durfte dann ausnahmsweise noch Babylon in
Michaels Augen sehen, und er nahm die dunkle Brille kurz ab. Im
Kesselhaus
kochte es noch lange nach, aber Ras-I-Tes begann schon die Instrumente
abzustöpseln. Die Massive bat vergebens um eine Zugabe, aber
letztendlich wird
sie es hoffentlich dem Michael verziehen haben, bei solch einer
perfekten und
schweißtreibenden Show.
Sehr zögerlich lichtete sich der Saal und Ras-I-Tes begab
sich noch unter die Fans für ein paar Autogramme und Fotos.

Für Michael Rose war aber der Abend bzw. der frühe
Morgen noch lange nicht erledigt. Es
galt noch eine große Vielzahl von Dubplate Wünschen
diverser Sounds über die
Bühne zu bringen. Wir fuhren also noch in sein Hotel um
diverse Riddims voicen
zu lassen. Ulli Güldner, der schon vor 27 Jahren zu Black
Uhuru Kontakt hatte
und vielen als einer der Autoren aus dem Riddim Magazin bekannt sein
dürfte,
begleitete uns als Vertrauensperson von Michael, die weiteren Stunden.
Produzent Somow, dem Michael Rose seinen „Rise Up“
Riddim schon im vergangenen
Jahr gevoict hatte, baute sein mobiles Studio auf, und die Show nach
der Show
konnte beginnen. (Anmerkung: Der „Rise Up Riddim“
ist beim Label Rebel Cuts
erschienen und kann über www.africanbeat.de
als 7“ bezogen werden. Weiterhin auf diesem Riddim ist Bongo
Chilli, Daddy
Freddy, Soultrain, Robert Lee, Ecleton Jarrett, YT und Darien Prophecy
zu
hören. Der Tune mit Michael Rose erreichte inzwischen Platz 10
der deutschen
Reggae Charts im Februar 2007. Infos zu Rebel Cuts bekommt man unter www.rebelcuts.de.)
Zu Beginn der Session gab..s von uns für Michael noch das
bestellte Video unseres letzten Interviews und ein paar andere Dinge.
Besonders
unglaublich war für ihn, als ich ihm ein paar Briefmarken aus
Burkina Faso
zeigte, auf den neben Bob Marley auch Black Uhuru abgebildet war. Der
Designer
der Marken, der eine Bob Marley Sonderausgabe kreieren wollte, hatte
offenbar
nicht das nötige Wissen und konnte Bob Marley nicht von Black
Uhuru unterscheiden.
Eine echte Kuriosität.

Der Briefmarkenirrtum aus Burkina Faso

Das Bild im Bild von einem
früheren Treffen mit Madlen
Michael
Rose war gutgelaunt und arbeitete unter der Regie
von Citylock einen Plate nach dem anderen ab. Wer Michael Rose schon
einmal aus
voller Brust, ohne Musik und Technik, singen gehört hat, wird
verstehen, dass
die übrigen Gäste des Hotels wohl kaum ein Auge zu
tun konnten. Die
Schallwellen müssen sich durch sämtliche Decken und
Wände gebohrt haben. Der
Ärger ließ auch nicht lange auf sich warten und das
Hotelpersonal kam mit der
ersten Warnung. Nun o.k., was sollte man tun, die Orderliste der Sounds
war
noch lange nicht abgearbeitet, also ging es wie
selbstverständlich weiter.

Mitten in der Session dann die Katastrophe – Michael
vermisste seine Bentley,
eine besonders teure Armbanduhr, die wohl um die 6.000 englische Pfund
gekostet
haben soll. Wir stellten das Zimmer auf den Kopf, aber ohne Ergebnis.
Ulli und
Michael gingen die übrigen Hotelbereiche ab und untersuchten
das Auto. Aber
leider auch dort ohne Erfolg. Michael war total niedergeschlagen und
meinte
dies würde fast den gesamten Verdienst einer Tour
verschlingen.

Trotz allem war
erstaunlich, wie er damit umgegangen ist. Offenbar versuchte er sich
immer
wieder selber aufzumuntern und konnte ab und zu sogar noch lachen.
Besonders
lustig die Anekdote die er zum Besten gab, als ein
Außenstehender wohl glaubte
er hätte seinen Bentley verloren und damit an ein Auto dachte.
Michael lachte
und machte dabei ein lustiges Gesicht mit großen Augen. Aber
zwischendurch
verfiel er immer wieder in eine regelrechte Starre und streichelte
versonnen
sein Handgelenk, wo eigentlich früher der Bentley parkte.
Immer wieder spielten wir durch, wo die Uhr abgeblieben sein
könnte. Letztendlich kamen wir zu dem Schluss, dass die Uhr
eigentlich nur im
Backstagebereich des Kesselhauses verloren gegangen sein konnte. Auf
dem Weg
zum Auto und von dort zum Hotel konnte es keineswegs passiert sein,
dies hätte
man auch sicher gehört. Anderenfalls wäre sie dann
auch rettungslos verloren,
bei den vielen Leuten, die sie hätten aufheben
können. Aber auch im
Backstagebereich waren wohl viel zu viele Leute. Zumindest meinte
Michael, dass
er sich bei so vielen Leuten nicht genügend konzentrieren
konnte.
Da kann man schon mal etwas vergessen. Am liebsten wäre er
gleich losgezogen um dort nach der Uhr zu sehen. Das wäre aber
nicht möglich
gewesen, da um diese Zeit keine Chance mehr bestand in das Kesselhaus
zu
gelangen. Die Aktion musste wohl oder übel auf den
frühen Morgen verschoben
werden, der ja nicht mehr weit entfernt war. Das Tourmanagement wollten
wir um
diese Zeit noch nicht informieren, es war nun eh nichts mehr zu machen.
Also
ließen wir noch etwas Zeit verstreichen und Michael arbeitete
tatsächlich noch
weitere Plates ab, was auch ein plötzliches lautes Donnern an
der Tür nicht
verhindern konnte. Aber nun nahm er die Lautstärke seiner
Stimme doch etwas
zurück, was sich bestimmt im fertigen Plate wie gewollt
anhören dürfte.
Inzwischen hatte Michael auch noch den Duckie aus den Federn geholt,
der bei
ein paar Compilations seinen Beitrag leisten sollte und dies auch
tat.

Gegen
5:00 Uhr morgens schlossen wir dann die Session ab. Für
Thorsten vom
Tourmanagement begann nun der frühe Morgen mit einem
kräftigen „This is Michael
Rose!“ am Handy. Die Sache mit der Bentley musste ja
schließlich noch
durchgestellt werden, damit das Tourmanagement von Contour auch
rechtzeitig am
Morgen alle nötigen Aktivitäten zur Auffindung der
Uhr einleiten konnte.

Bild 1:
"Hello,
this is Michael Rose!"
Bild 2:
Phil und Paul von Citylock mit Michael Rose

Die ganze
Reggae-Family
Wir bedankten und verabschiedeten uns schließlich bei
Michael mit der Hoffnung dass er seine Uhr wiederfinden möge.
Aber er konnte
und wollte noch keinen Schlaf finden. Im noch einzig erleuchteten
Hotelzimmer
sahen wir ihn noch von der Straße aus, wie er im Zimmer hin-
und herlief und
hinter dem Mobilar nach seiner Uhr suchte.
Ein paar Stunden
später gab..s dann tatsächlich noch eine
glückliche Wendung. Zur Freude aller Beteiligten und
natürlich ganz besonders
von Michael, parkte doch tatsächlich sein(e) Bentley
seelenruhig im
Backstagebereich des Kesselhauses. Nun ist sie wieder dort wo sie
hingehört.
Berlin wird also weiterhin bei Michael Rose in angenehmer Erinnerung
verbleiben. Hoffen wir für Hamburg, der folgenden Tourstation,
dass die ganze
Aufregung und die lange Nacht, dem dortigen Auftritt nicht geschadet
haben.
Anderenfalls wäre das aber auch gut zu verstehen.
Copyright:
Text und
Fotos by Reggaestory
CD
Tipp:
Die neuesten
Alben „Babylon A Fight“
und „Warrior“
von Michael Rose, unbedingt in die Sammlung einfügen! Zwei
klassische
Roots-Reggae Alben. Naja und Michaels Stimme ist natürlich
unersetzbar, der Fan
kommt daran nicht vorbei. Weitere Empfehlungen siehe Interview vom
15.09.2006.

Sie sind unter
Anderem erhältlich bei:
IRIE
RECORDS GmbH
irie-records@gmx.de
www.irie-records.com
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