Noch ein wenig übermüdet von
der langen nächtlichen Heimfahrt aus Berlin und die
Eindrücke vom Yellowman Gig des Vorabends im Kopf, sitzen wir
entspannt im Garten bei der Zeitungsschau. Marion liest vor:
„Raggae Revolution, traditioneller Raggae und moderner
Dancehall mit der Band Christafari, am Donnerstag in
Dresden.“ Nicht einmal das Wort Reggae können die
richtig schreiben, und dann auch gleich noch zweimal hintereinander!
Typisch SZ, schon früher haben die
hartnäckig Platz 1, in der Hitliste des Eulenspiegels
für Druckfehlerteufel in Tageszeitungen, verteidigt. Offenbar
haben die immer noch den gleichen oder gar keinen Korrekturleser.
Trotzdem bin ich natürlich dankbar für diesen kleinen
und unscheinbaren Hinweis, am Rande einer Doppelseite mit Informationen
zum Kirchentag in Dresden. Im Normalfall würde ich dort
wahrscheinlich nicht auftauchen, aber wenn es schon einmal Reggae gibt
und noch dazu von Christafari, die ich bisher noch nicht gesehen habe,
werde ich wohl auch einmal zum Kirchentag gehen müssen.
Ich beginne im Internet zu kurbeln, um mehr Informationen zu bekommen.
Aber es ist nicht so einfach. Alle gängigen Reggae-Websites
schweigen sich vorerst noch aus. Auf der offiziellen Website vom
Dresdener Kirchentag kommt man auch schwer zum Ziel und deren eigener
Pressestelle muss ich erst einmal den Namen der Band buchstabieren.
Trotzdem ist zu den Randbedingungen des Konzerts wenig zu erfahren.
Aber es gibt ja noch die Bandwebsites und deren Management, wo ich
schließlich weitere Infos herausbekomme.
Christafari ist zum ersten Mal gemeinsam mit Sherwin Gardner auf Tour
in Deutschland. Der Auftritt in Dresden ist der Startschuss ihrer Tour.
Danach geht es auch noch nach Frankreich und Holland, bevor es am
10.06. nach Würzburg, am 11.06. nach Nürnberg zum
„Reggae Revolution Fest“ und zum Abschluss am
12.06. nach München geht. Viele Auftritte von Christafari
laufen unter Beteiligung der Kirche, wie auch auf dieser Tour. Und das
hat seinen Grund.
Die Band Christafari kommt
aus den USA und wurde 1989 von Mark Mohr gegründet. Mark wurde
am 23. Oktober 1971 geboren und wuchs in einer christlichen Familie
auf. Trotzdem hatte er in seinen Jugendjahren
übermäßigen Kontakt zu harten Drogen und
Alkohol. Als er dann 1986 Jamaika besuchte, fand er Gefallen am Reggae,
wurde zum Rasta, lernte Patois und versuchte sich auch noch als
Marihuana Züchter. Er entwickelte sich zu einem sehr guten
Reggae Künstler. Im Alter von 18 Jahren hörte er
schließlich auf, Marihuana zu konsumieren und widmete sein
weiteres Leben Jesus Christus. 1989 schrieb er in einem christlichen
Jugendcamp seinen ersten Gospel Reggae Song „Give Me
Everything I Need“ und führte ihn bei einer
Talentshow auf. Sein Bassist sagte zu ihm an diesem
denkwürdigen Tag: „So you´re no longer a
Rastafarian, you´re a Christafarian.“ Ab sofort
wurde er dann auch der „Christafarians“ Mark
genannt und wurde bei seinen ersten Shows von der „Steadfast
Crew“ begleitet. Ende 1989 gründete er dann seine
eigene Band und verkürzte den Namen auf Christafari.
1993 schrieb sich Mark in der Biola Universität von Los
Angeles ein und erlangte im Jahr 1997 die Priesterweihe.
Während dieser Zeit schrieb er auch die Musik für
seine ersten drei Alben, „Reggae Worship Vol. 1“
(1993, Label: Frontline), „Soul Fire“ (20.06.1995,
Label: Epic) und „Valley of Decision“ (18.05.1996,
Label: Gotee). Letzteres wurde das meist verkaufte Gospel Reggae Album
in der Geschichte dieses Genres. 1999 gründete er sein eigenes
Label „Lion
of Zion Entertainment“ und kann so der
Welt neben seiner eigenen Musik, auch die anderer Gospel Reggae
Vertreter vorstellen, wie Sherwin Gardner, Stitchie, Avion Blackman,
Monty G und viele Andere. Weiterhin ist er der Gründer des
Internethandels GospelReggae.com und
ist stolz darauf die weltweit größte Auswahl von
Gospel Reggae und World Music anbieten zu können.
Bild 1: Album Cover
„Reggae Worship Vol. 1“ (1993 Frontline) Bild 2: Album Cover „Soul
Fire“ (1995 Epic) Bild 3: Album Cover „Valley
of Decision“ (1996 Gotee)
Christafari hat es inzwischen auf über 10 Alben gebracht. Die
letzte im Handel erhältliche Scheibe ist „No
Compromise“, die am 18.08.2009 von seinem Label Lion of Zion
Entertainment herausgebracht wurde. Im Jahr 2010 wurde zwar noch
„Reggae De Redención“
veröffentlicht, ist aber bisher nur als MP3 im Web
erhältlich. Darüber hinaus ist Christafari auf
ungefähr 20 Compilations vertreten.Weitere Informationen
findet man auf den genannten Weblinks.
Bild 1: Album Cover „No
Compromise“ (2009 Lion of Zion Entertainment) Bild 2: Cover„Reggae De
Redención“ (2010 Lion of Zion Entertainment)
Mark Mohr und Christafari sind die Pioniere des Gospel Reggae, der auch
teilweise als Christian Reggae bekannt ist und sich weltweit verbreitet
hat. Sie sind im Laufe der Jahre in rund 50 Ländern
aufgetreten und haben sich einen hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Den
Gospel Reggae kann man aber nicht als eigene Musikrichtung bezeichnen.
Gospel Reggae und deren Vertreter wie Christafari präsentieren
ebenso alle bekannten Spielarten des Reggae wie Dancehall, Raggamuffin,
Dub und Andere. Die Themen, die der Gospel Reggae behandelt sind in
großen Teilen mit den Themen der anderen Reggaevertreter
vergleichbar. Lediglich wenn es um Glaubensfragen geht, spielt der
christliche Glauben um Jesus Christus und dem Heiligen Geist die
maßgebende Rolle.
Der Reggae Fan, dem es wirklich um die Musik geht, ist also auch bei
Christafari bestens aufgehoben.
Hier ein paar Eindrücke vom Open Air Konzert auf dem
Gelände des Sportpark Ostra von Dresden.
Der Konzertbeginn ist für 19:30 Uhr angesetzt. Da die
Parkplatzsituation ungewiss ist, planen wir eine zusätzliche
Stundenreserve ein. Immerhin sollen so einige Straßen
abgesperrt sein. Als wir Dresden zum Himmelfahrtstag erreichen, wundert
uns eigentlich die übersichtliche Straßenlage. Keine
Spur von Verkehrschaos. Die meisten Kirchentagsbesucher sind wohl mit
Bus und Bahn unterwegs, was man deutlich an den Haltestellen sehen
kann. Die Parkplatzsituation in der Nähe des Open Air
Geländes ist aber sehr unklar. Wir folgen den Hinweisen zu den
Veranstaltungsparkplätzen und landen jedes Mal an einer
Absperrung. Die Parkplätze sind reserviert für
bestimmte Personenkreise mit Durchfahrtsgenehmigung. Wir
müssen eine neue große Runde durch Dresden fahren,
um wieder zur Ausgangssituation zu gelangen und versuchen nun den
großen Parkplatz am Messegelände zu erreichen. Aber
dort erwartet uns das gleiche Problem. Wiederum ist die extra
ausgewiesene Zufahrt zum Kirchentagsparkplatz nicht für uns zu
nutzen.
Wir fahren erneut eine Runde und haben es plötzlich bequemer
als gedacht. Wir entdecken das Parkhaus Mitte neben der bekannten
Yenidze, welches zum Glück aus unserer Fahrtrichtung
erreichbar ist. Trotzdem kritikwürdig das Ganze weil unpassend
ausgeschildert. Einen Hinweis für dieses günstig
gelegene Parkhaus, für den „normalen“
Kirchentagsbesucher sieht man nicht.
So haben wir wieder einmal unsere Zeitreserve fast aufgebraucht und
erreichen das Konzertgelände nur wenige Minuten vor dem Start.
Das Konzert ist für alle Besucher kostenlos. In lockerer und
geselliger Runde sitzen die Besucher auf dem Boden des
Bühnenvorplatzes, während Christafari schon einmal
die Instrumente einspielt.
Buju Banton sitzt am Schlagzeug und Harrison
Stafford an den Keys – nein natürlich nicht. Ihr
könnt wieder runterkommen, ist nur ein Scherz. Aber gewisse
Ähnlichkeiten der Beiden sind nicht ganz von der Hand zu
weisen. Auf Imbiss- und Getränkebuden hat man in
Bühnennähe verzichtet und hat so kaum ein
Müllproblem oder anderen Ärger. Ja und Alkohol ist ja
sowieso eigentlich nicht erwünscht. Mit meiner einzigen
Bierflasche aus dem Rucksack, bin ich fast ein Außenseiter im
Gelände und fühle die Blicke auf mich gerichtet.
Vielleicht waren die Anderen aber auch nur zu bequem sich etwas
mitzunehmen, tröste ich mich selber. Auf alle Fälle
ist alles schön ruhig und entspannt. Etwas ist hier anders als
sonst, aber was? Selbst die Jugendlichen im Fotograben, die den
„Sicherheitsdienst“ ausüben, schauen
nahezu selig mit einem Lächeln im Gesicht, auf den
Bühnenvorplatz hinaus.
Bild 1: Obie Zachary Obien Bild 2: Sherwin Gardner Bild 3: Alexander Diescher Bild 4: Mark Mohr
Dann entdecke ich einen alten Bekannten. Alexander Diescher, der auch
als Diakon tätig
ist, hat am Ende des Platzes seine Videokamera in Stellung gebracht.
Der Christian Reggae ist sein besonderes Steckenpferd und seine eigens
dafür erstellte Website soll
nicht unerwähnt bleiben. Viele Jahre ist es her, als wir
völlig unverschuldet ein wenig aneinander geraten sind, weil
uns das ReggaeNewsMagazine beide zur selben Veranstaltung geschickt
hat, und wir wussten nichts voneinander. Völlig klar, dass es
da zu Missverständnissen und Komplikationen kommen musste.
Wir haben gerade noch Zeit die aktuellsten Infos auszutauschen, bevor
es auf der Bühne zur Sache geht.
Hier noch ein Video von Mark Mohr, welches ein paar Ausschnitte aus der
Zeit unmittelbar vor dem Konzert und den Start der Show mit Sherwin
Gardner zeigt. Seid aber vorgewarnt, Marks Kameraführung ist
teilweise sehr anstrengend für den Betrachter.
Sherwin
Gardner, der die Show eröffnet, ist ein
eigenständiger Künstler und nicht Teil von
Christafari. Er ist zum ersten Mal in Deutschland und gemeinsam auf
Tour mit Christafari. Seit dem 29.03.2011 liegt sein aktuelles Album
„Relentless“ vor.
Bild 1 + 2: Album Cover Versionen
„Relentless“ (2011)
Bild 1:
Sherwin Gardner und Avion Blackman-Mohr Bild 2:
Jennifer Howland Bild 3:
Sherwin Gardner Bild 4 + 5: Avion Blackman
Mohr Bild 6:
Mark Mohr
Aber Sherwin Gardner ist nicht der einzige Soloartist des Abends. Auch
einige Bandmitglieder von Christafari haben mehrfach ihren Soloauftritt
und sorgen für eine ausgesprochen abwechslungsreiche und
stimmungsvolle Show. Avion
Blackman-Mohr, die auch Marks Frau ist, spielt den Bass,
sorgt für den Backgroundgesang und ist nebenbei ebenfalls
Soloartist.
Auch sie hat schon mehrere Alben auf dem Markt. Erst
kürzlich ist ihre neueste Single „Third World
Girl“ erschienen, natürlich bei Lion of Zion
Entertainment.
Bild 1: Album Cover
„Onyinye“ (2005) Bild 2: Album Cover „Sweet
Life“ (2008) Bild 3: Single Cover „Third
World Girl“ (2011)
Mark ist voll beschäftigt, auch wenn er nicht gerade selber am
Mikro steht. Ständig ist er im Einsatz, um verschiedene Szenen
aus dem Konzert festzuhalten. Einmal steigt er direkt vor mir an der
Absperrung in die Höhe, eine Wolke bekannten Aromas
entströmt seiner Kleidung und fährt mir in die Nase.
Na, die Sache mit dem Abschwören vom Ganja ist wohl doch nicht
so ernst gemeint? (Ein paar Tage nach Veröffentlichung der
Story erreicht mich Marks Statement. Er möchte nicht warten
bis zur Aufklärung im nachfolgenden Interview: „Hey
Peter, I too smelled marijuana strong in the air when I went into the
audience. The whole band smelled wafts of smoke coming from the
audience onto the stage throughout our set. As for me smoking it or
being around anyone that smoked it, that simply is not the case. As God
as my witness, I have not smoked weed since I was 17 years old. I am
not doubting what you smelled, as we all smelled it also. But I was not
the source. ... You know that our message is very contradictory to
Marijuana use." Hoffentlich beschweren sich jetzt nicht
auch noch all
die Anderen von vor der Bühne.)
Die Stimmung im Freigelände ist inzwischen mächtig
angewachsen. Ich hätte nie gedacht, dass auf einem
Kirchentagskonzert solch eine Stimmung sein kann. Christafari versteht
es, mit guter Musik und abwechslungsreichen Soloeinlagen die Stimmung
in die Höhe zu treiben. Viele bekannte und sehr gute Sachen
sind dabei, die man unbewusst schon gehört hat, aber nicht
unbedingt mit Christafari verbunden hat. So zumindest ergeht es mir,
und ich habe immer wieder ein Aha-Erlebnis.
Offizielles
Video:
Christafari „Freedom Step“
Offizielles
Video:
Avion Blackman „Third World Girl“
Zwischendurch werden wir immer wieder einmal daran erinnert, dass wir
auf dem Evangelischen Kirchentag sind und uns ein Konzert mit Gospel
Reggae anhören. Also lässt sich hin und wieder der
Ruf nach Jesus Christus und ein Halejuja nicht ganz
überhören. Wie das ganze, überwiegend sehr
junge Publikum voller Inbrunst und im Chor antwortet, ist dann doch
etwas ungewohnt. Ist schon ein wenig komisch, warum nur hat man hier
andere Vorbehalte, als wenn die Massive „Jah
Rastafari“ ruft? Die christliche Kirche um die Ecke, ist
wahrscheinlich näher und realer, als die Welt der Rastafaris.
Das Verständnis für die Rastafaris und deren Probleme
in ihrer alten und neuen Heimat, ist dann doch ein ganzes
Stück stärker, als das für eine
Gottesanbetung durch jugendliche Christen in einem hoch technisierten
und fortschrittlichen Land wie Deutschland, des 21. Jahrhunderts. Auch
wenn man die heutigen Inhalte der Kirche teilweise etwas anders sieht
und alte Sünden vergessen machen will.
Bild 5: Das verlorene Medaillon
Trotz aller Feierstimmung beim Konzert, ist Eines sicher und positiv
hervorzuheben. Die Gäste sind noch ein Stück
friedlicher und ausgeglichener als bei anderen Reggae Konzerten. Man
könnte hier ohne Probleme von der ersten bis zur letzten Reihe
oder umgekehrt, auf Wanderung gehen, ohne ein Hindernis in den Weg
gelegt zu bekommen. Eine Frau schreitet durch die Besucher von einem
zum anderen und zeigt ein aufgeklapptes gefundenes Medaillon vor, um
den Besitzer in den Massen ausfindig zu machen. Leider muss sie es an
der Bühnenkante abgeben, weil sie den Besitzer nicht ausfindig
machen konnte. Das wäre ganz sicher nicht bei anderen
Konzerten möglich, wenn der Platz so wie hier gefüllt
ist.
Offizielles
Video:
Christafari „Try Jah Love“
Als weitere Solokünstler der Band treten auch Jennifer
Howland und Solomon Jabby auf.
Auch Jennifer und Solomon haben neben ihrer Musik mit Christafari
eigene Projekte in Arbeit. Während Jennifer Howland sich auf
Gesang spezialisiert hat, spielt Soloman Jabby hauptsächlich
Gitarre. Auf seinen Solopfaden brilliert er hauptsächlich auf
dem Gebiet des Dub. Sehr beeindruckende Arbeiten gibt es von ihm. Wenn
er dann noch seine Stimme einbaut, erinnert mich das ganz stark an
Mikey Dread. Leider kommen seine Fähigkeiten ein wenig zu kurz
am heutigen Abend.
Bild 1: Album Cover
„Daughter Of The King“ (2010) Bild 2: Album Cover „Firmly
Planted In Dub“ (26.09.2009) Bild 3: Album Cover „Train
To Glory“ (13.05.2011)
Offizielles
Video:
„Righteous Revolution“ Jennifer
Howland feat. Solomon Jabby and Monty
G
Dazwischen dann ist irgendwann „Crowdsurfing“ in
der harmloseren Variante des „Stagediving“
angesagt. Es gibt also keinen tollkühnen Sprung von der
Bühne über den Sicherheitsbereich, was auch gar nicht
möglich wäre. Mark ruft Johnny vom Merchandise Shop
vor die Bühne, der erst einmal den Vorturner geben soll.
Bild 1 - 3: Johnny, Obie und Sherwin beim
Crowdsurfing
Johnny surft eine große Runde über den
Köpfen der Massen, die ihn mit Begeisterung immer weiter
reichen. Als nächstes schickt Mark den Gitarristen Obie
Zachary Obien ins Rennen bevor auch noch Sherwin Gardner folgt.
Zum Ende der Show hin vermehren sich auf einmal die Wasserflaschen an
der Bühnenkante. Ich ahne was da kommen wird und bringe erst
einmal meine Kamera in Sicherheit. Und tatsächlich bedient
sich Mark einer Flasche nach der anderen und spielt Wasserwerfer als
Abkühlung für die Massen. In der relativ
kühlen Nacht hätte ich das zwar nicht gebraucht, aber
für die Show passt das ganz gut, und die Stimmung ist kaum
noch zu toppen.
Bild 1: Tyrone Rudulph und Avion
Blackman Bild 2 + 3: Die Wasserflaschen sind in
Stellung gebracht
Im nachfolgenden Video Teil 12, ist ab der 6. Minute ein kleiner
Ausschnitt dieser Schlussszene zu sehen.
Nach der Show ist Mark immer noch mit Videodrehs beschäftigt.
Minutiös wird alles aufgezeichnet, um später im You
Tube Kanal zusammengeschnitten und präsentiert zu werden.
Meine Story ist fast überflüssig, zumindest
für Leute, die sich alle Videos dieses Kanals vom Anfang bis
Ende ansehen.
Bild 1: Mark Mohr Bild 2: Tyrone Rudulph Bild 3 + 4: Obie Zachary Obien
Ohne Stress und ohne unvernünftiges Gedränge
gestört, arbeiten Mark und seine Bandmitglieder alle
Wünsche des Publikums ab, bis auch der Letzte gegangen ist.
Nur die beiden Mädels sind im Backstage verschwunden. Auch am
Merchandise Shop ist noch lange nach der Show großes
Begängnis. Mark muss die lange Tafel mit ein paar Leuten ins
rechte Licht vor die Bühne rücken, da es am alten
Standort nach Reduzierung der Beleuchtung zu finster geworden ist.
Bild 1: Mark mit der Setlist des Abends Bild 2: Ryan Skiles Bild 3: Solomon Jabby Bild 4: Jennifer Howland Bild 5: Avion Blackman Bild 6: Sherwin Gardner
Völlig überrascht und nahezu sprachlos ist Mark, als
ich ihn nach der Setlist in seiner Hosentasche frage. Als er von der
Bühne ging hatte ich gesehen, wie er den Zettel
zusammenfaltete und in der Tasche verschwinden ließ. Mark
zieht ihn wieder hervor und bekennt schließlich:
„Ich habe nur die eine Setlist und brauche sie noch beim
nächsten Konzert.“ „Aber Du kannst Sie
fotografieren!“, kommt ihm schließlich die
blendende Idee.
Während sich das Gelände schon fast völlig
geleert hat und Mark immer noch einige Fans verarztet, sitzen die
ersten Bandmitglieder schon im Shuttle der Kirche, um in ihr Hotel
gebracht zu werden.
Christafari ist ohne Tourbus oder andere Charterfahrzeuge unterwegs.
Die Weiterfahrt zum nächsten Konzert wird ganz
„einfach“ und bodenständig mit der Bahn
erfolgen. Nicht ganz einfach mit all dem Gepäck (Und
natürlich gibt es auch dazu wiederum ein Video von Mark Mohr
– Teil
13.
Fazit:
Eine sehr gute und abwechslungsreiche Show. Eine super musikalische
Zusammenstellung, die für alle Spielarten des Reggae etwas im
Gepäck hatte. Und vor allen Dingen, trotz aller Begeisterung
und teilweise ausgeflippten Publikum, eine außerordentlich
entspannte Atmosphäre. Und hoffen wir für die
Zukunft, dass ein „Jah Rastafari“ oder ein
„Jesus Christus“, keine Hinderungsgründe
für die beiden „Lager“ sind, sich einmal
gegenseitig auf ihren Konzerten zu besuchen. Die Musik und deren Ziele
hätten es verdient, unabhängig davon welchen
persönlichen religiösen Glauben jeder Einzelne
vertritt.
Für all jene Leser, die noch keinen Kontakt zu Reggae hatten,
muss der Vollständigkeit halber aber noch angeführt
werden, dass es natürlich noch jede Menge Reggae gibt, der
frei von religiösen Themen ist.