Ich hatte sie schon fast
vergessen. Da unser Gespräch schon
ein paar Monate zurücklag, musste ich erst eine Weile
nachdenken, als ihr
Päckchen mit den guten Neujahrsgrüßen bei
mir eintraf. Sie hat es also
tatsächlich geschafft und mit „Fahari
Production“ das Album sogar selbst
produziert. Etwas nachdenklich schaue ich mir das Cover und ihre Frage
„Who Say
Rasta Can´t Be Sexy?“ an. Eine gute Frage
– wer soll so etwas behaupten?
Allerdings sieht das Cover leider etwas hausbacken und unscharf aus.
Cynthia
hätte in Anbetracht der vorangegangenen Fragestellung, eine
bedeutend bessere
Bildgestaltung wählen können oder sogar
müssen. Das Potential dazu ist
jedenfalls vorhanden.

Albumcover “Like
Candy”
Tracklist:
- Hurry
- Closer To
You
- Straight
To You
- Full
Hundred
- Like Candy
- Jah People
- Calling
- Blame It
On The Music
- Groove Me
- Jah Is The
Answer
- Raggamuffin
Love
- Hold On

Das Album präsentiert mit seinen 12 Stücken
durchgängigen
Roots-Reggae der sanfteren Art. Eröffnet wird der Reigen mit
ihrer Hitsingle
„Hurry“, an der Trevor Elliott vom Label
„Musical Ambassador“ als Executive
Producer mitgewirkt hat. Ein wichtiger Mann für Cynthias
Start, dem sie viel zu
verdanken hat. Auch beim zweiten Track wird das Niveau noch gehalten.
Mit
„Straight To You“ geht es leider wieder einen Gang
zurück, um mit „Full
Hundred“ dann noch besser abzustechen. Die Band, die leider
keine Erwähnung auf
der CD findet, spielt hier noch etwas einprägsamer und
energischer, wenn man
davon bei dem weitestgehend sanften Stil überhaupt sprechen
kann. Mit dem
Titelsong „Like Candy“ folgt ein weiterer gut
tanzbarer Song mit einprägsamer
Melodie, bevor mit dem nachfolgenden Track wieder ein kleines
Zwischentief
folgt. Nach „Calling“ kommen
mit „Blame It On The Music“ (Sweet Reggae Music)
und “Groove Me” bereits
bekannte Töne. Als Executive Producer hat hier Tad Dawkins
(Upstairs Music,
Tad´s Record) mitgewirkt. Mit „Sweet
Reggae Music“ erlebt man meines
Erachtens einen der besten Beiträge des Albums. Auch zum Ende
hin gibt es
nichts auszusetzen, wobei es mit „Hold On“ sogar
wieder ein kleines Stückchen
nach oben geht.
Fazit: Wenn auch kein
übermäßiges Hitpotential auf dem Album
enthalten ist, legt Cynthia „Empress“ Riley mit
„Like Candy“ einen gelungenen
Start hin. Man darf gespannt sein, wie sich ihr Weg weiterhin gestalten
wird.
Den
überwiegenden Teil des Albums kann man unter www.myspace.com/empressriley
mit
voll ausgespielten Tracks anhören.
Wer ist
„Empress“
Riley?

Cynthia D.
Riley ist in Brooklyn, New York, geboren und die erste
amerikanische Generation ihrer
Familie, deren Herkunft sie mit „West Indies“
angibt.
Als Reggaestar auf der Bühne zu stehen, ist bereits ein
Traum aus ihrer Kindheit. Schon in jungen Jahren hat sie Lieder
geschrieben und
gesungen. Ihre Mutter hat sie dabei immer voll unterstützt.
Auch im Kirchen-
und Schulchor konnte sie ihrer musikalischen Leidenschaft nachgehen und
sie
weiter vertiefen. Auch im Umgang mit Freunden suchte sie sich stets
Gleichgesinnte. Sie lernte Geige, Piano und Klarinette spielen und so
entwickelte
sie sich bereits in jener Zeit zu einer vielseitigen
Künstlerin. Trotzdem war
ihr Weg zur Bühne nicht leicht. Im Zwiespalt von Notwendigkeit
und Leidenschaft
entschied sie sich zuerst für den konventionellen Weg des
Lebens.

„Ich hatte immer einen guten Job, fühlte mich aber
wie ein
Vogel im Käfig!“, meint sie zu dieser Zeit.
„Das 9-5 Uhr Ding war nichts für
mich. Ich brauchte Freiheit zum Singen. Ich wollte kreativ sein
– Leute treffen
und Liebe verbreiten.“ Im Jahr
2007
wurde dann Cynthia von einem schweren Schicksalsschlag getroffen.
Innerhalb von
drei Monaten verlor sie ihren Vater und ihren älteren Bruder.
Sie war am Boden
zerstört, aber ihr Traum von der Musik gab ihr Kraft und
ausgerechnet zu dieser
Zeit erneuerte und verstärkte sich ihr Wunsch, die
Reggae-Bühne zu erobern. Um
ihr Talent weiter bekannt zu machen und internationale
Kontakte knüpfen zu können, rief sie im Juni 2007
ihre
Internetseite bei Myspace ins Leben. Als wichtigsten Schritt in ihrer
Entwicklung nennt sie die Vorstellung bei Mr. Trevor Elliott von
„Musical
Ambassador“, der ihr beim „Öffnen der
Tür“ half. „Er gab mir die Chance mich
selbst zu beweisen und unterstützte mich mit
großartiger Musik.“ Aus dieser
Zeit stammt auch die Veröffentlichung ihrer ersten Single
„Hurry“. Seit Oktober
2009 ist nun ihr Debutalbum „Like Candy“ auf dem
Markt, welches sie am
04.10.2009 mit einer „Album Launch Party“ im
„Top Hop Gardens“ von Fort
Lauderdale, gemeinsam mit der „Code Red Band“
vorstellte.

Album Launch
Party - Top Hop Gardens

Ergänzend habe ich
noch ein paar Fragen an „Empress“ Cynthia Riley
Peter:
Du sagst,
du bist die erste amerikanische Generation in deiner Familie. Kannst du
mir
sagen wann das begann? Auch die Angabe zur Herkunft deiner Familie, mit
„West
Indies“, ist mir etwas zu ungenau.
Empress: Geboren
bin ich am 24. März 1976. Von 5 Kindern bin ich das
älteste Mädchen in meiner
Familie. Meine Eltern kamen bereits 1965 nach Amerika. Meine Mutter
stammt aus
Montserrat und mein Vater aus Jamaica.
Peter: Zu den
Musikern, die auf deinem Album mitwirken, konnte ich leider keine
Angaben
finden. Ich finde, man sollte sie schon mit erwähnen. Sie
haben einen guten
Sound drauf!
Empress: Ich habe
mit verschiedenen Musikern zusammengearbeitet. Da ist Richard Grant zu
nennen,
der Studiobesitzer, Musiker und Ingenieur von „Effects
Records“ ist. Besonders
aber die Musiker unter Mr. Trevor Elliot von Musical Ambassador bzw.
die Code
Red Band. Die Code Red Band besteht aus Zemroy
„Zimma“ Lewis (Bass Guitar),
Jason „Jahson“ Farmer (Keyboards), Duwayne "Shotta
Yut" Hoilette
(Rhythm/Lead Guitar) und Desmond "Desi" Gaynor (Drums). Die Band ist
zurzeit die heißeste und meist gefragte Band unserer Region (www.myspace.com/coderedreggaeband).
Von unserer Verbindung wird noch einiges zu erwarten sein. Wir haben
auch gerade
mit der Arbeit an meinem zweiten Album begonnen.
Peter: Ich hoffe,
dann wird das Albumcover etwas besser!?
Empress: Ich
verstehe deine Kritik – sie ist notiert. Ich weiß,
dass ich bessere Bilder
brauche. Ich arbeite daran. Die Person, die das Cover gemacht hat war
neu.
Ich hatte auch nicht gedacht, dass dieses Bild für das Cover
gedacht war. Die
Lektion habe ich gelernt. Ich muss auch lernen den Leuten in meinem
Freundeskreis die Meinung zu sagen. Ich dachte, sie kennen sich besser
aus als
ich und ließ die Sache laufen. Das passiert mir nicht noch
einmal.
Peter: Wo bist du
schon überall mit deinem neuen Album aufgetreten?
Empress:
Zum Beispiel in Boston
at the Western Front, Fort
Lauderdale Top Hop Gardens,
The Wallflower South Beach Miami und anderenorts. Zurzeit
arbeite ich an
der Aufstellung einer Südflorida-Tour. Ich werde mit der
Startime Booking Agency
hier in Ft. Lauderdale zusammenarbeiten. So werden sich die Dinge jeden
Tag
besser entwickeln.
Peter: Wie sehen
deine Wünsche und Ziele für die Zukunft aus?
Empress: Musik
ist meine vorrangige Liebe, aber ich will sie auch als Sprungbrett
für größere
Sachen benutzen. Für mich sind solche Dinge wichtig, wie den
Menschen zu helfen
und jungen Frauen ein Gefühl von Stolz und Selbstachtung zu
geben. Ich hoffe
eines Tages ein Heim für arme Kinder eröffnen zu
können.
Peter: Wer ist
dein Lieblingskünstler und dein gegenwärtiger
Lieblingstune?
Empress: Meine
Lieblingskünstler sind Buju Banton, Queen Ifrica …,
Etana, Glen Washington,
Luciano, Junior Gong, Beenie, Everton Blender …. Wie
könnte ich nur einen
nennen!? An der Spitze meiner Liste steht zurzeit Queen Ifrica mit
„Lioness On
The Rice“. Ich kann es kaum erwarten, sie eines Tages einmal
zu treffen.
Peter: Fahari
Production und dein Name stehen unter derselben Adresse. Daher bin ich
davon
ausgegangen, dass Fahari Production dein eigenes Label ist?
Empress: Ja das
stimmt. Fahari Production ist aber nicht nur eine Künstlerin
und ein
Debutalbum. Es ist mehr! Ich hoffe, damit künftig auch andere
Künstler
produzieren zu können. Eine Modelinie möchte ich auch
darüber präsentieren –
rund um Reggaemusik, seiner Kultur, Farben, Geist usw..
Peter: Wie sieht
es mit deiner Freizeit aus?
Empress: In
erster Linie bin ich Geschäftsfrau. Aber ich koche sehr gerne,
liebe es die
Zeit mit meiner Mutter zu verbringen, loooooooove
to dance, und liebe es zu lesen und zu schreiben – education
ist the key …! Ich habe auch jede Menge Anfragen
für
Dubplates, was mich ebenfalls sehr beschäftigt.
Peter: Ich danke
dir für deine Zeit und wünsche viel Erfolg bei deiner
weiteren musikalischen
Laufbahn und das deine Wünsche wahr werden mögen!
Empress: Ich
schätze sehr deine Mühen und Interesse an mir und
meiner Musik. Ich bin sehr
dankbar für diesen Artikel – das ist sehr wichtig
für mich. Ich bin keine
Reggae Diwa, nur ein Mädchen mit großen
Träumen und großen Hoffnungen. Nochmals
vielen Dank!!
Copyright: Text by Peter
Joachim
Die persönlichen
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Cynthia
„Empress“ Riley.
Mein
besonderer Dank geht an Cynthia D. Riley (www.myspace.com/empressriley)
und
Fahari Production.
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