Unter dem Namen
„Little Freddie“ erschien 1970 dann seine erste
Solo-Veröffentlichung mit dem Titel „Why Did My
Little Girl Cry“. Künstler die Freddie zu dieser
Zeit beeinflussten, gibt er mit Stevie Wonder, Alton Ellis, Ken Boothe,
Bob Andy und natürlich dem legendären Bob Marley an.
Später folgten viele gemeinsame Auftritte mit der Band
Generation Gap. Auch im Studio One sammelte er als
Backgroundsänger und Schlagzeuger wertvolle Erfahrungen und
Einflüsse für seine weitere Karriere. Um 1975 wurde
er Anhänger der Rastafari-Bewegung und trat den Twelve Tribes
bei. In dieser Zeit wechselten auch Freddies musikalische und textliche
Inhalte. Texte mit starker Tendenz zu sozialem Bewusstsein, wie
„Mark Of The Beast“, „I Am A
Rasta“ oder der Reggae Klassiker „Bobby
Babylon“. 1977 brachte Freddie sein lang erwartetes Album
„Mr. McGregor“ heraus, welches Meilensteine des
Reggae wie „Zion Chant“, „Rastaman
Chant“ und „Walls Of Jericho“ enthielt.
Freddie entwickelte sich zu einem der populärsten Reggae
Sänger, neben Dennis Brown und Gregory Isaacs in jener Zeit.
1981 wurde sein Tune „Big Ship“ einer der
größten Reggae-Hits überhaupt und
verschaffte ihm einen bleibenden Platz im Buch der Reggae-History. 1989
gründete Freddie sein gleichnamiges Label „Big
Ship“. Heute ist Freddie einer der hochgelobtesten
Reggae-Künstler, der auf dem Gebiet des „Roots and
Culture“ und des „Lovers-Rock“
gleichermaßen zu Hause ist. Freddie ist nun Sänger,
Songschreiber und Produzent zu gleich. Bis heute wurden von Big Ship
Reggae-Artists wie General Degree, Cutty Ranks, Mikey Spice, seine
Tochter Yeshemabeth und Andere produziert.
Große Teile seines Einkommens spendet Freddie für
wohltätige Zwecke. Viel Geld und Arbeit investiert er dabei
auch in seine eigenen in Amerika und England ansässigen
Kinderorganisationen „Big Ship Foundation Inc.“ und
die „Freddie McGregor Childrens Fund“, die sich
unter Anderem um die Renovierung von Schulen kümmern. Am 8.
August 2003 wurde Freddie McGregor von Jamaikas Premier-Minister P. J.
Patterson mit dem berühmten „Jamaican Order of
Distinction“, in Anerkennung für seinen Beitrag
für Jamaikas Musik und Kultur geehrt.
Gegenwärtig gibt es über 30 Alben und Compilations
von Freddie auf dem Markt.
Sein bislang letztes Album „Comin.. In Tough“
erschien 2005. An dem darauf enthaltenen Superhit „Lock It
Down“ ist kein Vorbeikommen und dürfte Jedermann
bekannt sein.
Eine große Freude und Ehre erfüllte uns, diesen Mann
nun endlich einmal persönlich kennen zu lernen.
Am späten Nachmittag waren im Studio von IM Music, diverse
Aufnahmen mit Freddie geplant, der bereits schon einen Tag vor seinem
Auftritt in Berlin eingetroffen war. Genug Zeit also, um alle
eventuellen Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Die zahlreichen
Plate-Anfragen der Soundsystem-Szene wurden wieder von City Lock
gesammelt und koordiniert. In den Räumen von IM Music
eingetroffen, empfing uns in dessen Büro erst einmal eine
Postergalerie von Rebellion The Recaller. Erst kürzlich habe
man das erste außerafrikanische Album von Rebellion The
Recaller fertiggestellt. Zur Vorstellung des Albums hat IM Music eine
umfangreiche Tour organisiert, die vom 15. bis 29. Februar
durchgeführt wird. Neben vielen Shows in Gambia und einer
Station in Rom, findet die Tour am 29. Februar im Berliner YAAM seinen
Abschluss. Unterstützt wird er dabei unter Anderem von LP
International und City Lock. Der Recaller ist kein Unbekannter mehr.
Bereits seit mehreren Jahren wird über ihn in diversen Medien
berichtet. Nur in den letzten zwei Jahren ist er in über 200
Live-Shows überall in Europa aufgetreten. Gemeinsame Auftritte
mit Live-Bands und Soundsystems, aber auch mit bekannten Stars wie
Gentleman, Freddie McGregor und Gyptian verhalfen ihm zu einem hohen
Bekanntheitsgrad.

“…Movin’
On“, Rebellion the Recaller’s erstes Album
das außerhalb von Afrika erscheint, greift eine Welt an, in
der schamlose
Korruption und Ausbeutung regieren und wir täglich mit
Propaganda und Angst bombardiert werden.
Rebellion the Recaller fordert die Menschen dazu auf diejenigen
abzulehnen, die
rücksichtslos nach Macht auf Kosten der Schwachen und
Leidenden streben. „Why
no food, bombs instead?“ ist die eindringliche Frage, die er
in seiner
Album-Single stellt.
Doch die Botschaft des Recaller’s ist nicht
eine der Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit.
„Grow with me“, bittet er seine Liebe, und
„Don’t let politics drive you insane!“
ruft er uns zu. Rebellion’s
Überzeugungen wurzeln in dem festen Glauben, dass das
Böse dieser Welt eines
Tages vergehen muss. So erinnert er uns daran dass der entscheidendste
Kampf
für eine bessere Welt in unserem Inneren stattfindet und dass
wir unser Leben
in Rechtschaffenheit und Liebe zur Schöpfung leben sollten.
Aufgenommen in den
IM Music Studios in Berlin, ist Movin’ On eine vielseitige
und doch tiefgehende Sammlung, die das volle
musikalische und lyrische Potential dieses eindrucksvollen neuen
Künstlers präsentiert.
Der Recaller überragt auf den maßgeschneiderten
Klängen des Berliner Produzenten Duos von IM
Music, zu denen die jamaikanische Produzenten-Legende Bobby Digital
zwei
mächtige Tracks beigesteuert hat. Zwei starke Features mit
Reggae Stars Chuck
Fenda und Altmeister Ken Boothe vervollständigen dieses
wohlausgewogene
Meisterwerk .......“
(Auszug
aus der Presse-Mappe von Rebellion The
Recaller, zusammengestellt von IM Music)
Doch
zurück zur Story. Die Ausgestaltung der Räume von IM
Music hat seit unserem letzten Besuch einige Fortschritte gemacht, aber
man
steckt immer noch in haufenweise Arbeit, die neben der eigentlichen
Labelarbeit
auch noch zu erledigen ist. In der Küche war man inzwischen
dabei ein
umfangreiches Dinner zu kreieren, mit dem man die Artists
überraschen wollte.
Puma von LP International gab sein Bestes. Na, wenn sich das
rumspricht, wird
man wohl die Artists künftig schneller ins Studio bekommen.
Man hat inzwischen viel
Platz für Gemütlichkeit und Entspannung geschaffen.
Als Freddie mit seinem Sohn Chino und einem weiteren Sänger
namens Singing Sweet endlich eintraf, konnte man die Session also ganz
locker
mit etwas Entspannung beginnen. Letztendlich bedurfte es sogar der
Mahnung des
Tourmanagers, man solle nicht die Zeit aus den Augen verlieren, um die
eigentliche Session in die Gänge zu bringen. Freddie war gut
vorbereitet und
hatte sogar für alle Fälle eine eigene CD mit den
für ihn maßgeblichen Riddims
dabei, die auch eine gute Hilfe war.

Freddie
im Gespräch mit Cobra Sound, im Studio von IM Music

Bild 2:
Freddie und Phil reden über die erforderlichen Riddims
Singing Sweet und Chino
verfolgten das Geschehen ganz bequem
vom Studiosofa aus, während Freddie bereits kräftig
ins Schwitzen kam. Im
Studio herrschten inzwischen karibische Temperaturen, die selbst
Freddie
veranlassten die Platevorlagen immer wieder als
Frischluftfächer zu verwenden.
In dieser Beziehung wird wohl IM Music langfristig an einer
Investition in die Klimatechnik nicht vorbeikommen. Zwischendurch war
dann auch
Chino an der Reihe, der uns mit einer kräftigen und
energischen Stimme
überraschte.

Chino McGregor
Das war für
Freddie die Gelegenheit sich in den Vorräumen
des Studios etwas abzukühlen. Gut gelaunt und zu
Späßen aufgelegt, kam er dort
gerne den Wünschen der Anwesenden für diverse
Erinnerungsfotos nach.

Freddie ist zu Späßen aufgelegt
Inzwischen
rückten die Zeiger der Uhr gnadenlos auf 21:00
Uhr zu und das Management wurde langsam etwas unruhig. Die Plates waren
aber
noch nicht abgearbeitet und Freddie ließ sich auch nicht aus
der Ruhe bringen.

Bild 1:
Freddie und Peter
Bild 2:
Chino
Der
offizielle Beginn der Show, im Kesselhaus der
Kulturbrauerei, war für 21:00 Uhr angesetzt.
Vom Studio bis in die Kulturbrauerei ist bereits eine reine
Fahrzeit von mindestens 20 Minuten einzuplanen und ein
Garderobenwechsel der
Artists ist auch noch zu berücksichtigen.
Als wir uns nach der Session in Richtung Kulturbrauerei
begaben, zeigte sich dort, dass alle Sorgen und Unruhe unnötig
waren. Anders
als angekündigt, fand die Show im Maschinenhaus und nicht im
Kesselhaus statt.
Man hatte offenbar nicht mit so vielen Besuchern gerechnet und die Show
vom
größeren Kesselhaus in das kleinere Maschinenhaus
gelegt. Der Saal war von der
Bühne bis zum Eingang völlig ausgefüllt und
eine Sängerin der Big Ship Crew,
namens Nikeisha, hatte die Massive bereits voll im Griff. Kein Problem
also,
wenn die Hauptakteure ein wenig später eintrafen, was sicher
schon so
eingeplant war. Wir konnten lediglich noch zwei Tunes von Nikeisha
erleben, als
bereits Singing Sweet mit seinem Auftritt begann. Wie sie das nur so
schnell
hinbekommen haben?
Nikeisha blieb der Bühne allerdings weiterhin erhalten,
leistete als Backgroundsängerin einen super Beitrag und
stellte dort mit ihrer
Erscheinung und Bewegungen einen echten Blickfang dar.
Singing Sweet war als Ersatz für den ursprünglich
angekündigten Delly Ranks mitgekommen.
Das Management von Big Ship hatte erst kurz vorher diesen
Tausch bekannt gegeben.

Bild 1: Nikeisha
Bild 2:
Fotograf
der Big Ship Crew, der es manchmal recht arg trieb

Singing Sweet
Der Massive war es aber
offensichtlich egal. In Unkenntnis
des verpassten Auftritts von Delly Ranks, ist sowieso schwer zu
urteilen, wer
wohl die bessere Wahl gewesen wäre. Wie es der Name Singing
Sweet bereits
vermuten lässt, ging sein Programm allerdings nicht in
Richtung Dancehall, wie
es bei Delly Ranks angekündigt war. Mit Chino wurde es dann
etwas härter, wie
es sein Voicing vorher bei der Session schon erahnen ließ.
Eine Stimme, die
sicher in Zukunft noch kräftig im Geschäft mitmischen
wird. Allerdings hat er
von Freddies Roots & Culture und Lovers Rock Style nicht viel
geerbt. Aber
wer will schon immer in die Fußstapfen seines Vaters treten,
und Chinos
energische Stimme erzwingt geradezu einen anderen Style, der mehr in
Richtung
Dancehall oder auch Modern Roots geht. Mal sehen, was die Zukunft
bringt.
Chinos erste Platte, die letztes Jahr in Japan erschien, soll dort
bereits
immerhin zum viertbesten Reggae-Album des Jahres gewählt
worden sein. Leider
hat sich für uns noch nicht die Möglichkeit ergeben,
dieses Album anzuhören.

Chino McGregor

Als endlich Freddie auf die Bühne kam, war natürlich
die
Stimmung auf dem Siedepunkt, die sich auch nahezu kontinuierlich
während der
ganzen Show hielt. Glückseeligkeit und Begeisterung
verbreitete sich im
Maschinenhaus. Hochkonjunktur für alle Kameras und Handys,
jedermann wollte
sein ultimatives Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen. Besonders die
afrikanischen Mädels ließen ihrer Begeisterung
freien Lauf, was wir als
deutsche Europäer eher nicht so gut bringen. Die
Mädels kreischten ohne Ende
und sangen die Texte lautstark mit, wobei andere Fans unmittelbar
daneben
unbeeindruckt mit geschlossenen Augen tanzten und einfach nur den Sound
genossen.

Freddie war die Freude über dieses Publikum deutlich
anzusehen und gab sein Bestes. Das war natürlich
Schwerstarbeit und hinterließ
seine Spuren. Sein Hemd wechselte zusehends die Farbe und hatte zum
Ende der
Show nahezu keine trockene Stelle mehr. Wieder einmal ein sehr
gelungener
Auftritt, den wir da erleben durften. Neben seinen eigenen
Stücken enthielt die
Show auch ein paar Tunes von Dennis Brown und die Erinnerung an Bob
Marley
durfte auch nicht fehlen.

Kurz nach Mitternacht ging wieder einmal eine tolle Show in
der Kulturbrauerei zu Ende.
Einziger Wermutstropfen:
Auf den aktuellsten Hit „Lock It
Down“ von seinem letzten Album „Comin.. In
Tough“ warteten wir vergeblich.
Dieser Knaller hätte nicht fehlen dürfen und
wäre als letzte Zugabe der
krönende Abschluss gewesen. Die Hoffnung darauf schwand
allerdings recht
schnell, als die Band begann ihre Instrumente einzupacken.

Keyboarder und Drummer
im Gespräch mit den Fans
Die Party war allerdings
noch nicht zu Ende und die Fans
bekamen noch genügend Riddims vom anwesenden Soundsystem auf
die Ohren. So
konnte man noch ganz entspannt in den Geburtstag von Bob Marley
hineinfeiern.

Copyright: Text und
Fotos by Reggaestory
Mein
besonderer Dank
geht an das Management der Kulturbrauerei,
Christoph von Revelation
Concerts,
Phil von City Lock/IM Music, sowie an das Label IM Music und
natürlich an
Freddie McGregor selbst, sowie seiner Big Ship Crew, die mit zum
Gelingen
dieser Story beigetragen haben.
Interessenten
für das Album „Movin..
On“ von Rebellion The Recaller sollten sich bei office@immusic.de
oder www.immusic.de
einklinken. Ebenso für alle
weiteren Fragen zum Recaller inkl. Booking.
Soundsystems, die
Interesse an
Dubplates haben, sollten sich unter www.myspace.com/citylockdisco
oder www.citylock.net
einloggen.
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