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MAX ROMEO - CHASE THE DEVIL -
16.05.2006 - BERLIN
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Am 16. Mai diesen
Jahres traf zur Freude aller Roots Fans, Max Romeo in Deutschland ein.
Erste
Station seiner Tour war das Berliner Kesselhaus, welches inzwischen
bekannt ist
für gute Reggae-Events mit großartigen Artists.
Verantwortlich für das
Tourmanagement auf deutschem Gebiet war Contour. Selbstverständlich,
dass wir da nicht fehlen durften. Seit längerer Zeit hatten
wir uns diesen Gig
schon vorgemerkt. Auch die Soundsystem Szene wollte natürlich
diesen Termin
nicht versäumen um ihr Repertoire an guten Dub Plates, mit
einem Tune von Max
Romeo ein besonderes Highlight hinzu zu fügen. Aber das
Business ist schwierig
und zeitlich kaum exakt planbar. Das heißt, man muss sich
große Freiräume
einplanen, in denen man schnell reagieren und einen bestimmten Ort
aufsuchen
kann. |
Also haben wir uns
den Nachmittag freigemacht und nach Berlin begeben und
dort auf unseren entscheidenden Anruf gewartet. Das Interesse an einer
Session
war groß, aber der Termin noch nicht sicher. Das ist
natürlich schwierig zur
Organisation eines festen Studiotermins. Da bleibt nur die
Verfügbarkeit über
ein transportables Studio, um die Sache unter solchen Bedingungen
umsetzen zu
können. Im Stundentakt wurden neue Infos eingeholt. Phil von
City Lock, bei dem
die Drähte zusammenliefen und der die Koordinierung im Auge
behalten musste,
hatte es sicher nicht leicht alle Beteiligten auf dem Laufenden zu
halten.
Anfangs hieß es, die Session wird vor der Show stattfinden
– aber wann und wo,
war nicht geklärt. Die Zeit bis zum abendlichen Auftritt von
Max wurde immer
knapper und die Unruhe wuchs. Letztendlich sagte das Management die
Session vor
der Show gänzlich ab. Die Klärung der Sache wurde auf
„nach der Show“
verschoben.
Nun das
brachte erst
einmal etwas Entspannung und etwas Freiraum für andere Dinge.
Im Gelände der
denkmalgeschützten Kulturbrauerei, in dem sich das Kesselhaus
befindet, gibt es
vielseitige Möglichkeiten die Zeit zu
überbrücken. Der interessierte Besucher
findet umfangreiche Informationen unter www.kulturbrauerei.de.
Vom Besuch einer Ausstellung über Gaststätte bis zum
Kino ist alles möglich.
Am frühen Abend traf
dann schon mal die Band vom Max mit dem Bus ein und wartete vor dem
Kesselhaus
auf die Taxis, die sie erst einmal ins Hotel bringen sollten. Das war
eine gute
Gelegenheit, mit der Band ganz ungezwungen Kontakt aufzunehmen.

Danach galt es immer
noch ein paar Stündchen bis zur Show zu
überbrücken. Aber auch die längste
Brücke ist irgendwann zu Ende und die Show nahm seinen Lauf.
Es wäre müßig den
Auftritt von Max Romeo mit Worten zu beschreiben, man kann es doch
nicht. Tolle
Musik, tolle Erscheinung und ein ausgeglichenes und zufriedenes
Publikum. Wer
Max Romeo live erleben möchte, sollte Veranstaltungen wie
diese unbedingt
besuchen. Die Erfahrung ist eine völlig andere, wie bei den
großen Festivals.
Die nahezu familiäre und aufgelockerte Atmosphäre und
die bessere
Bühnenaussicht gibt da den entscheidenden Ausschlag, selbst
wenn man den Artist
schon mehrfach wie z.B. beim Summerjam gesehen hat. Es ist wieder eine
neue und
bessere Erfahrung.

Alle bekannten Hits
sorgten für ausgelassene Stimmung, da konnte auch ein
mitgereistes Crewmitglied
vom Max nichts daran ändern, der immer mal die Videofilmer
unterbrach, obwohl
der Max selbst überhaupt nichts dagegen hatte. Im gewissen
Sinne machte er es
sich selber schwer damit, da er seine eigenen Aufnahmen deswegen immer
unterbrechen musste. Als dann aber der Burner „Chase The
Devil“ kam, kochte das
Kesselhaus, und es war vorbei mit dem Filmverbot. Das war eben zu gut,
da
konnte er seine eigenen Aufnahmen nicht unterbrechen, um die anderen zu
stören.

Max gab bis zum Ende
der Show sein Bestes und sein Outfit war schließlich
völlig durchnässt.
Ja und dann kam aber
noch der zweite Teil des Abends bzw. der Nacht. Phil lief schon mit dem
Mikro
des provisorischen Studios durch den Saal und versuchte beim Management
abzuklären, wie die Sache mit der Session nun gelöst
werden könnte. Die schon
in Erwägung gezogenen Backstage-Räumlichkeiten
erwiesen sich aber als unpassend,
so dass man sich für das Hotelzimmer vom Max entschied. Jetzt
galt es nur noch
alle Beteiligten zusammenzutrommeln und die zur Verfügung
stehenden
Transportmöglichkeiten abzuchecken, und ab ging es in Richtung
Hotel. Die
Strecke war zum Glück nicht allzu weit. Im Foyer war dann noch
einmal längeres
Warten angesagt, bis Max, die Band und das Management eintrafen.
Schließlich
rief uns Max alle in seine Unterkunft, welche zum Glück aus
zwei großen Räumen
und einer Diele bestand. In einem Raum wurde das Studio aufgebaut und
im
anderen Raum warteten die Sounds bis sie an der Reihe waren. Meist
gefragter
Tune war natürlich auch hier „Chase The
Devil“ in allen möglichen Varianten, je
nach den Wünschen der diversen Soundsystems.

Da kann man sich
schon fragen, ob da nicht irgendwann dem Max die Lust vergeht. Aber
nichts
dergleichen, völlig ausgeglichen zieht er durch bis alle
zufriedengestellt
sind.
Die Arbeit im
provisorischen Studio ging danach aber noch weiter, was ich
persönlich
vielleicht anderenorts zu Ende gebracht hätte, um dem Max
seine Privatsphäre
nicht länger in Anspruch zu nehmen und ihm seine wohlverdiente
Erholung zu
gönnen. Jeder Sound wollte noch seinen Dub Plate auf CD
mitnehmen, was noch
einmal geraume Zeit in Anspruch nahm, dessen Ende wir aber nicht mehr
abwarten
wollten.

Max unterhielt sich
derweil im Nachbarzimmer mit den Anwesenden und entspannte sich auf dem
Sofa
vor dem Fernseher. Der Aufenthalt in Städten gefällt
dem Max eigentlich
überhaupt nicht. Viel lieber ist er auf dem Lande im
Grünen und bei den Tieren.
Einer möchte wissen wo es ihm denn bisher auf seinen Reisen am
besten gefallen
hätte. Bei der Antwort kommen Europa und Amerika nicht gut
weg. Hier in Europa
sei alles zu hektisch und in Amerika zu gewalttätig. Am besten
sei es wohl
dabei noch in Frankreich gewesen. Mich interessiert unter Anderem, wie
denn
sein heutiges Verhältnis zu Lee Perry sei. Man liest da ja so
manche Storys
über die Beendigung der Zusammenarbeit zwischen Max und Lee.
Schließlich ist es
gerade nicht ein Akt von Freundlichkeit, wenn man das Wort Judas
über das Bild
vom Max in seinem Studio schreibt. Aber offenbar ist das alles halb so
wild und
kann man unter jamaikanischer Lebensart verbuchen. Für Max ist
Lee jedenfalls
heute immer noch ein guter Freund.
Es hätte noch so
viele Dinge gegeben, über die es sich gelohnt hätte,
etwas in Erfahrung zu
bringen, aber ein weiter Weg lag noch vor uns. Wir verabschiedeten uns
also
lieber, und Max brachte uns zur Tür. Das Ende der Arbeit im
provisorischen
Studio im Nachbarzimmer war aber immer noch nicht abzusehen. Hoffen wir
für den
Max, dass es nicht mehr allzu lange gedauert hat und er nicht gegen
künftige
Sessions womöglich Bedenken bekommen hat. Für uns war
es jedenfalls wieder eine
großartige Erfahrung. Mit dem Berliner
Fußball-Fernsehturm (der eigens für die
WM umgestaltet wurde) im Rücken, ging es dann wieder in
Richtung Heimat.
Copyright:
Text & Fotos by Reggaestory |
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