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STEEL PULSE &
JAHCOUSTIX
29.11.2008
– Kesselhaus Berlin
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Vom
27.11.-29.11.2008 waren Steel Pulse gemeinsam mit
Jahcoustix und seiner Dubios Neighbourhood Band auf Deutschlandtournee.
Steel
Pulse begann bereits zwei Tage zuvor in Brüssel und Amsterdam
mit ihrer kleinen
Europatour. Deutschland war mit den Städten Darmstadt, Hamburg
und zuletzt mit
Berlin im Plan. |
Vom 27.11.-29.11.2008
waren Steel Pulse gemeinsam mit
Jahcoustix und seiner Dubios Neighbourhood Band auf Deutschlandtournee.
Steel
Pulse begann bereits zwei Tage zuvor in Brüssel und Amsterdam
mit ihrer kleinen
Europatour. Deutschland war mit den Städten Darmstadt, Hamburg
und zuletzt mit
Berlin im Plan.
Tourmanager Christoph von Revelation Concerts ist mit dem
bisherigen Verlauf der Tour zufrieden. In Darmstadt und Hamburg war
riesiger
Andrang an den Kassen und die Stimmung bei den Konzerten soll perfekt
gewesen
sein. Nun ist es an Berlin, sich ebenfalls bei Steel Pulse und
Jahcoustix in
gute Erinnerung zu bringen. Mit Jahcoustix als Opener dürfte
aber kaum was
schief gehen. Er allein ist schon den Besuch jeder Show wert und kann
mit
seinem fantastischen rootsigen Sound die Massive in die richtige
Stimmung
bringen. Im Kesselhaus der Kulturbrauerei soll die Reggaefete steigen.
Im Innenhof der Kulturbrauerei lockt wie jedes Jahr ein
fantastischer Weihnachtsmarkt. In dieser Kombination mit Jahcoustix und
dem
Weihnachtsmarkt fühle ich mich erinnert an Joseph Hills
letztes Konzert im
Kesselhaus am 02.12.2005. Auch damals war es Jahcoustix sein Part auf
ein Abend
mit großen Reggaelegenden einzustimmen.
Mit Steel Pulse kommt eine Band nach Berlin, die schon vor
drei Jahren ihr 30-jähriges Bandjubiläum feiern
konnte. Mit David „Dread“ Hinds
(*15.06.56) und Selwyn „Bumbo“ Brown (*04.06.58)
sind noch zwei Gründungsmitglieder
dabei, von denen besonders David Dread mit seinen gewaltigen Dreads das
Antlitz
der Band prägt. 1978 kam ihr Debütalbum
„Handsworth Revolution“ heraus, das
wohl den bis heute eingängigsten und bekanntesten
gleichnamigen Titel enthält.
Eine Erfolgsstory begann und wurde im Folgejahr mit dem zweiten Album
„Tribute
To The Martyrs“ fortgesetzt. Steel Pulse entwickelte sich zu
einer der
erfolgreichsten Reggaebands in England. Inzwischen gibt es
über 20 Alben und
Compilations auf dem Markt. Wer mehr Informationen zu Steel Pulse
benötigt,
sollte sich auf dessen Website www.steelpulse.com
umsehen. Der Fan findet dort eine sehr gut aufgebaute und aktuell
gepflegte
Website vor, die nahezu keine Fragen offen lässt. Lediglich
bei den Bildern
sieht es ein wenig dürftig aus. Aber dafür wird es
nun an dieser Stelle ein
wenig Ersatzmaterial geben.
Im Kesselhaus ist ein kleiner Fanartikel-Stand aufgebaut,
dem aber die aktuellen Sachen zu Steel Pulse schon ausgegangen sind.
Mit solch
einer erfolgreichen Tour und entsprechender Nachfrage zu den Alben,
hatte man
offenbar nicht gerechnet. Aber halb so schlimm. Der Kenner hat sowieso
vorgesorgt und die Alben schon längst im Schrank stehen.
Für neue Fans ist auf
anderem Wege nahezu noch alles beschaffbar. Auch hier bietet die
Website von
Steel Pulse die passende Hilfestellung.
Gegen 21:30 Uhr ist es
dann soweit und Jahcoustix
betritt
mit seinen „Dubiosen Nachbarn“ die Bühne.
Von ihm ist inzwischen auch schon das
dritte Album, welches den Titel „Grounded“
trägt, europaweit auf dem Markt.
Jahcoustix mit dem gewohnten Lächeln im Gesicht, welches ihm
wohl nie vergeht,
verbreitet positive Vibrations ohne Ende. Die Massive bekommt das auf
die
Ohren, worauf sie sicher gehofft hat – kräftigen
Roots Sound wie er im Buche
steht. Am vorderen Bühnenrand ist es anfangs mächtig
laut und die Schmerzgrenze
ist fast erreicht. Auch durch den doppelten Bühnenaufbau,
gibt..s durch
besondere Schlagzeugnähe zusätzlich kräftig
auf die Ohren. Zum Glück geht der
Pegel dann noch ein wenig zurück und man kann sich voll dem
Seh- und Hörgenuss
hingeben.
Jahcoustix spielt eine knappe Stunde und präsentiert
Stücke
wie „Musical Soldier / Hot
Stone“, „Scepticism“,
„Steppin Forward“, „Afreeca“,
„Goodman“, „Not Stupid“ und
Andere.

Während der Show begrüßt Jahcoustix seinen
langjährigen
Freund Ganjaman auf der Bühne, der natürlich auch
gleich zum Mikro greift und
einen kleinen Beitrag zum Programm bringt.
Am Schluss der Show wird Jahcoustix mit “Salam
Aleikum”
sogar noch ein wenig orientalisch. Die Sprachkenntnisse dazu
dürfte Jahcoustix
in seinen afrikanischen Jahren erworben haben, wofür ihn
sicher so mancher
beneiden wird. Jahcoustix hat sich total verausgabt und ist
völlig durchnässt.
Der Saal jubelt und möchte ihn am liebsten nicht gehen
lassen, aber es steht ja noch die Legende Steel Pulse auf dem Programm
und die
Bühnenausstattung muss noch etwas umgebaut werden.
Im Eiltempo räumt die „Nachbarschaft“ ihre
Ausrüstung von
der Bühne und macht Platz für die letzten
Verkabelungsarbeiten des nächsten
Bühnenaufbaus, der schon in der zweiten Reihe im Sichtfeld
steht.
Obwohl die Sache schnell erledigt ist, geht die Show nicht
gleich weiter. Als gegen 23:00 Uhr immer noch nichts passiert, kommt
ein wenig
Unruhe in die Massive und die ersten Pfiffe werden laut.
Aber nicht lange danach kommen David, Selwyn und die
Anderen, in einem Zug auf die Bühne und die Warterei ist
vergessen. Besonderer
Blickfang ist David „Dread“ mit seiner gewaltigen
Haarpracht, die sicher mit zu
den interessantesten in der Reggaewelt gehört und offenherzig
von ihm den Fans
präsentiert wird. Dreads von nahezu biblischer Länge,
bei den man kaum weiß wo
Anfang und Ende zu suchen ist, da teilweise mehrfach eingerollt und mit
rot-gelb-grünen Bändern zusammengebunden.
Dazu ein rot-gelb-grünes
ärmelloses Shirt mit dem Namenszug von Steel
Pulse und eine Hose im Military-Look. Die Hosenträger mit
vielen
Jamaica-Flaggen besetzt, lässt er hinten
herunterhängen. Ein Armband mit dicken
Türkisen und eine finstere Sonnenbrille runden die
beeindruckende Erscheinung
ab.

Steel Pulse beginnt mit ihrem Hit „Rally Round“,
lässt
„Rollerskates“ folgen und die Massive schwebt in
Glückseligkeit. Es folgen „No
More Weapons“, „Chant A Psalm“,
„Body Guard“ und viele Andere. Der Sound ist
unbeschreiblich und klingt gefühlsmäßig
gewaltiger als auf den Studioalben. Die
Begeisterung im Saal ist nahezu unbeschreiblich und einige Fans
beginnen
auszuticken und entern die Bühne. Erstaunlich wie David mit
der Sache umgeht und
die Show nicht unterbricht. Er findet die richtigen Gesten und sogar
Umarmungen, damit die Sache nicht aus dem Ruder läuft. Leider
wiederholt sich
die Sache mehrfach immer von ein und denselben stark alkoholisierten
und
zugedröhnten Leuten, und der Techniker der Band muss
notgedrungen die Pflichten
des Sicherheitsdienstes wahrnehmen, der leider nicht in Sicht ist. Erst
als der
Sicherheitsdienst auch noch mit eingreift und die Unruhestifter ihren
persönlichen Bewacher vor der Bühne bekommen, ist die
Sache abgeklärt. Das Ende
der Show bekommen die Bühnenpiraten jedoch nicht mehr mit,
zumindest sind sie
irgendwann ganz verschwunden und offenbar nun restlos
entschärft. Gut für alle
Anderen, die nun ohne unkontrollierte Rempeleien sich dem
uneingeschränkten Genuss
von Steel Pulse hingeben können.

Nach „In A Me Life“, dem Superhit
„Handsworth Revolution“,
der sich auf ein Stadtteil von Birmingham bezieht, wo Steel Pulse
gegründet
wurde, sowie dem Stück „Stepping Out“,
geht’s erst einmal in eine kurze Pause.
Die Massive glaubt zumindest keineswegs an ein Ende des Konzerts und
lässt mit
seinen Ovationen für Steel Pulse so lange nicht nach, bis die
Band wieder auf
der Bühne erscheint. Noch einmal geht es ca. ein halbes
Stündchen weiter mit
Titeln wie „Global Warning“, „African
Holocaust“ und Anderen. Eigens für Barack
Obama wurde mit „Vote Barack Barack“ noch ein neuer
Titel präsentiert.
Vielleicht führt das ja dazu, dass Steel Pulse noch einmal bei
der
Einführungsfeier eines US-Präsidenten, wie es bereits
im Jahr 1993 bei Bill
Clinton geschehen ist, spielen wird. Warten wir aber ab, wie sich die
Hoffnungen in Barack Obama erfüllen werden. Die afrikanische
Abstammung allein
wird dazu nicht ausreichen, um die Wünsche der afrikanischen
Bevölkerungsteile
in Amerika und anderswo, umgesetzt zu sehen. Afrika selbst ist dazu das
beste
Beispiel, wo Diktaturen, politische und ethnische Machtkämpfe
und Korruptionen
die Leiden der Afrikaner vielerorts noch vergrößert
haben. „Babylon Makes The
Rules“ und „Blazing Fire“ bilden dann den
Abschluss eines erfolgreichen
Reggaeabends.

Eine große Show geht zu Ende, und die Erwartungen an Steel
Pulse dürften sich mehr als erfüllt haben. Auch Steel
Pulse ist sichtlich
zufrieden, bedankt sich bei Jahcoustix der ein super Vorprogramm
geleistet hat,
sowie bei der örtlichen Massive durch lang anhaltendes
herzliches
Händeschütteln am Bühnenrand, an dem sich
natürlich die ganze Band beteiligt.
Es ist inzwischen kurz nach 1:00 Uhr geworden und Steel Pulse hat somit
knapp
zwei Stunden gespielt.
Wer als neuer Fan die Titel der Show in seiner Sammlung
haben möchte, sei auf zwei CD-s hingewiesen. Das wäre
einmal die
„Rastanthology“ und die „African
Holocaust“. Darauf finden sich über 60%
Prozent der zur Show gespielten Titel wieder. Mit „African
Holocaust“ hat man
zugleich das letzte herausgekommene Album der Band. Inzwischen gibt es
auch
schon eine „Rastanthology II“, die aber nicht so
viele Titel der Show
beinhaltet und sich teilweise mit der „African
Holocaust“ überschneidet.

Bild
1:
Cover “Rastanthology”
Bild 2:
Cover
“African-Holocaust”
Bild
3:
Cover
“Rastanthology II”
Der
nachfolgende Backstagetermin bei Steel Pulse geht in
meine Erinnerung als einer der entspanntesten und zuvorkommendsten ein.
David
kommt selbst nach draußen und schaut was so vor seiner
Tür abgeht, hört sich
die Anliegen der Wartenden an und trifft seine eigene Auswahl
für die Gäste von
Steel Pulse. David nun ohne Sonnenbrille und mit Mütze, ist
kaum wieder zu
erkennen. Er ist gut gelaunt und strahlt geradezu jugendliche Frische
aus. Sein
wirkliches Alter will man ihm kaum abnehmen. Keine Spur auch mehr vom
vorangegangenen Konzert.

David befasst sich lange und geduldig mit seinen Gästen.
Selwyn gibt inzwischen ein Interview für Reggaeinberlin. Die
Bandmitglieder
sorgen sich sogar um das leibliche Wohl der Gäste und teilen
ihre Getränke. Ben
E von Citylock versucht an die Vorgespräche zur Organisation
einer Dubplate
Session anzuknüpfen, aber David hat sich noch nicht ganz
entschieden. Ein
weiteres Problem sind die erforderlichen Riddims, die man bisher nicht
beschaffen konnte. Selwyn hat aber glücklicher Weise seinen
Laptop dabei und
kann diverse Riddims und Variationen dazu vorspielen.
Schließlich wird man sich
doch noch einig und begibt sich im Anschluss ins Aufnahmestudio. Viel
Zeit ist
allerdings nicht mehr, da es inzwischen schon wieder weit nach 2:00 Uhr
geworden ist. Hoffen wir auf gutes Gelingen.

Zum spät morgendlichen Frühstück legen wir
dann frisch
infiziert und süchtig auf Nachschlag unsere Steel Pulse
Scheiben in den Player
und müssen feststellen, dass uns doch irgendetwas fehlt. Sind
das wirklich alle
Töne, fehlen da nicht vielleicht gar ein paar Bässe?
Naja - live ist eben live,
zumindest wieder einmal bei Steel Pulse.
Copyright:
Text und Fotos by Reggaestory
Mein
besonderer Dank
geht an das Management der Kulturbrauerei
Berlin, Christoph von Revelation
Concerts, Ben E von Citylock und natürlich an Steel
Pulse selbst, die mit zum
Gelingen dieser Story beigetragen haben.
Interessenten
für die erwähnten
Alben und weitere, können sich unter Anderem bei www.steelpulse.com
oder www.irierecords.de
umsehen.
Interessenten
für Dubplates sollten
sich bei www.myspace.com/citylockdisco
und
www.citylock.net
umsehen
oder sich bei dubplates@citylock.net
melden. |
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