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QUEEN IFRICA, WARRIOR
KING UND TONY REBEL
11.10.2006 – KESSELHAUS BERLIN
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Am
9. Oktober diesen
Jahres begann in Amsterdam die Europa-Tournee von Tony Rebel und
Warrior King.
Danach ging es weiter nach Deutschland. Die deutschen Stationen dieser
Tour
lagen in den Händen von Contour und wurden unter dem Namen
„Reggae Souljahs –
Tour 2006“ beworben.Deutschland
war mit
5 Städten an der Europa-Tournee beteiligt, Hamburg, Berlin,
München, Stuttgart
und Dortmund. Danach ging es nach Zürich in der Schweiz und am
24. Oktober noch
einmal zurück in die Niederlande nach Arnhem. Am 25. Oktober ging die Tour
nach
Frankreich, die dort noch bis zum 03. November andauern und in Paris
seinen
Abschluss finden wird, zumindest erst einmal in Frankreich.
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Dort wird die Tour
unter dem Namen „Reggae Live Tour“ geführt
und vereinigt sich mit den Artists
Black Uhuru feat. Michael Rose, Abyssinians,
Gregory Isaacs und den
Ras-I-Tes.
Da bekommt
man glatt
Lust zum Hinterherfahren, da von denen leider nur Gregory Isaacs ab 16.
November für drei Gigs nach Deutschland kommt.
Aber zurück zur
„Reggae Souljahs – Tour“, dessen Station
am 11. Oktober im Kesselhaus der
Berliner Kulturbrauerei war.
Wir begeben uns
schon am frühen Nachmittag auf den Weg, um die Zeit vor dem
Konzert für ein
Treffen mit den Artists zu nutzen. Als wir auf dem Gelände der
Kulturbrauerei
eintreffen, steht der Tourbus bereits auf dem Hof und die Instrumente
werden
ins Kesselhaus getragen. Warrior King, der eigentlich Mark Dyer
heißt, steht
vor dem Bus und winkt mir bereits aus der Ferne freudestrahlend zu.
Unser
letztes Treffen war bei seinem ersten Deutschlandbesuch im Jahr 2003,
auf dem
Splash in Chemnitz. Die Verblüffung ist auf meiner Seite
– sollte er sich das
tatsächlich so lange eingeprägt haben? Warrior
erdrückt uns fast bei seiner
Begrüßung und verbreitet gute Laune ohne Ende.

Wir machen
ein paar
Begrüßungsfotos, verabreden uns auf später,
und Warrior geht erst einmal mit
ein paar seiner Bandmitglieder in die Stadt zum shoppen. Inzwischen
erscheint
auch Patrick Anthony Barrett, aka Tony Rebel, auf der
Bildfläche. Tony Rebel
hatten wir zuletzt auf dem Summerjam in Köln im Jahr 2003
gesehen. Persönlich
kennen gelernt hatten wir uns aber leider bisher noch nicht.
Während wir uns
unterhalten kommt auch noch Queen Ifrica hinzu. Queen Ifrica ist die
Tochter
der Ska Legende Derrick Morgan und war auch schon bei Tonys Auftritt im
Jahr
2003 dabei. Das sie heute auch wieder dabei ist, ist natürlich
eine
Überraschung für uns und lässt uns auf ein
abwechslungsreiches Programm hoffen.
Rätselhaft ist nur, warum Queen Ifrica nicht in der
Tourwerbung erwähnt wird.
Das würde mit Sicherheit noch ein paar mehr Fans zu den
Konzerten locken.
Allein der Tune „Wipe The Tears“ ist da schon
Lockmittel genug.

Tony blättert
inzwischen in dem Booklet des Albums „Connection“
herum, welches wir zum
absignieren mitgebracht haben. Es ist unglaublich, aber Tony meint, er
hätte
dieses Album noch nie gesehen. Ähnlich ging es uns
kürzlich mit Michael Rose,
der uns am liebsten ein paar unserer Alben abgekauft hätte.
Naja, wie auch
immer, für uns ist das jedenfalls kaum nachvollziehbar, warum
einige
Herausgeber den jeweiligen Artists kein Belegexemplar zukommen lassen.
Tony Rebel
diskutiert mit Queen Ifrica über das Album, und letztendlich
kommt es so, daß
Tony dieses Album haben möchte und mir seine Adresse gibt.
Irgendwann ist dann
auch Warrior wieder da, mit dem wir uns noch die Fotos von Chemnitz
ansehen.

Auch die Covers
seiner beiden CD-s haben wir dabei. Warrior möchte
natürlich wissen, wie uns
die Alben gefallen und welcher Tune davon am besten ist. Nun beide
Alben sind
sehr gut, aber mir persönlich gefällt
„Virtuous Woman“ am besten. Da kann man
kaum eine Wahl treffen. Tunes wie
„Breath Of Fresh Air“, „Education Is The
Key“, „Virtuous Woman” und
“It..s Been A While” stechen aber meiner Meinung
nach
besonders hervor. Beim Album
“Hold The Faith” ist es, zumindest für
mich, der Tune “Judah”. Etwas
später ist das Taxi da, welches die
Artists vor der Show noch einmal ins Hotel bringen soll. Wir
unterbrechen erst
einmal und verschieben die Fortsetzung unseres Gesprächs bis
nach der Show.
Warriors Verabschiedung ist wieder sehr intensiv und heftig, und er
holt sich
am Kopf unserer Tochter Madlen fast eine Beule und schaut kurz ganz
benommen
drein, so abrupt hat er sie bei seiner Umarmung herangezogen. Warriors
Manager
Garfield „Freshfoot“ Walled fährt nicht
mit ins Hotel und bleibt bei uns.
(Hier muß ich eine kurze Erklärung
einfügen. Freshfoots Nachname wird in
verschiedenen Publikationen und auf Warriors CD-s mit Watson
angeführt. Bis
jetzt konnte ich leider nicht herausfinden, warum er sich jetzt Walled
nennt.
Bei unserem Treffen war mir das leider nicht aufgefallen, erst als ich
mir zu
Hause seine von ihm selbst notierte Adresse ansah.) Wir
reden über alles
Mögliche, den Ablauf der gerade begonnenen Europa-Tour,
über Jamaica und
Deutschland, über Warriors Musik, über uns und
Anderes. Bei Warriors Musik ist
Garfield der absolute Spezialist. Er kennt den genauen Wortlaut jeder
Textzeile
und kann die Stücke perfekt nachsingen. Als wir auf die
abendliche Show zu sprechen
kommen und er erfährt, dass wir erst zwei Karten haben, geht
er gleich los und
lässt noch unsere Tochter auf die Gästeliste setzen.
Dann zieht langsam die
Dämmerung herauf, und es wird unangenehm frisch. Die
europäische Kälte ist
nicht so recht nach Garfields Geschmack, nach unserem übrigens
auch nicht.
Garfield schlägt deshalb vor in den Tourbus zu gehen, wenn wir
das möchten.
Warum nicht, eine gute Idee. Der Bus ist gesichert wie ein Safe mit
einer
Zahlenkombination an der Tür. Nach ein paar Fehlversuchen
klappt es dann
schließlich und die Tür geht auf. Der Bus hat zwei
Etagen. Oben sind die
Schlafzellen und ein kleiner Aufenthaltsraum mit bequemen Sesseln,
Stereoanlage
usw.. Die Tür dieses Raumes hat aber offenbar wieder eine
Sicherheitseinrichtung, die Garfield offenbar nicht genau kennt. Als
die Tür
hinter uns zugeht, sind wir eingesperrt. Das ist ein Spaß.
Garfield trommelt an
die Scheiben und will die Aufmerksamkeit von draußen
stehenden Tourmitgliedern
erregen. Nach geraumer Zeit ist es schließlich Thorsten, der
Tourmanager von
Contour, der Garfield bemerkt, uns freilässt und sich fast
kaputt lacht. Wir
gehen nach unten in einen weiteren bequemen und
größeren Aufenthaltsraum. Hier
steht auch ein Fernseher und die DVD vom letzten Summerjam liegt auf
dem Tisch.
Der Film ist uns bekannt, da er bereits im Fernsehen lief. Da wir
selbst auch
auf der DVD zu sehen sind, schauen wir mal rein und können
Garfield ein paar
Stellen zeigen, wo man uns in der ersten Reihe vor der Bühne
sieht. Hoffentlich
gibt es vom nächsten Summerjam wieder einen solchen Film.
Schließlich sieht man
viel zu wenig Reggae im deutschen Fernsehen. Plötzlich
dröhnt wieder lautes
Klopfen durch den Bus. Wir lachen - wieder
das gleiche Problem, da hat sich wieder jemand eingesperrt.
Dann ist es
schließlich soweit und der Einlass für die
abendliche Show beginnt. Garfield
begleitet uns und passt auf, dass seine
Gästelistenergänzung auch funktioniert.
Begleitband des
Abends ist die C SHARP BAND, dessen Mann vom Tamburin und den
Klanghölzern die
Show gesanglich eröffnet. Kurz darauf ist Queen Ifrica an der
Reihe, deren
Stimme immer wieder von Neuen verblüfft. Es ist kaum zu
fassen, welch
kraftvoller energischer Gesang von dieser zierlichen Frau produziert
wird.

Dann
zieht Queen Ifrica ihre Schuhe aus und der absolute Knaller ihres
Auftritts
„Wipe The Tears“ rüttelt an den
Wänden des Kesselhauses. Dieser Tune ist kaum
zu überbieten. Nach der Queen kommt Warrior King auf die
Bühne und eröffnet mit
„Shuba Shuba“, die bekannte Zeile aus
„Virtuous Woman“, seinen Part.

Warrior
bringt einen guten Querschnitt seiner bisherigen beiden Alben
„Virtuous Woman“
und „Hold The Faith“. Tunes
wie „Never Go Where Pagans Go“, „Jah Is
Always
There“, „Breath Of Fresh Air“,
„Hold The Faith“, „Can..t Get Me
Down” und Andere,
sorgen für beste Stimmung bei der Massive. Dieses
Mal nicht im Programm ist Warriors Fahnenschwenker Reuben, sein
Freund und Bruder von Manager Freshfoot. Zum Ende seines Auftritts
steigt
Warrior von der Bühne und geht singend durch das Publikum bis
Keiner mehr sieht
wo er eigentlich ist. Es bleibt kaum Zeit für langen Jubel
oder Luftholen, denn
mit Tony Rebel folgt sofort der nächste Streich. Auch Tony
überzeugt mit
einigen bekannten Tunes wie „Hypocrites“ und
„Jah Is Standing By My Side“, den
es inzwischen auch in spanisch und französisch gibt. Die
spanische Version von
„Realms Of Rebel“, die „Si Jah Esta A
Lado De Me“ lautet, kommt gleich noch im
Anschluss.

Tony Rebels Bruder, der Einer der beiden
Harmoniesänger ist, bekommt
auch seinen extra Auftritt und sorgt bei vielen Fans der Damenfraktion
für
Begeisterungsstürme. Später holt Tony seinen Sohn auf
die Bühne, der während
des Abends am aufgebauten Shop, CD-s, Fotos und Poster verkauft. Er
gibt sich
recht schüchtern und verlegen, was man aber von seinem im
Anschluss
dargebotenen Stück überhaupt nicht sagen kann. Wir
dürfen gespannt sein, was
sich daraus künftig noch entwickeln wird.
Obwohl wir bei Tony
Rebel eine Reihe von super Hits vermissen, wir denken dabei nur an
Tunes wie
„Lalibela“ (Connection), „Ras
Already“, „Miss Black And Beautiful“
„One Love“,
„Judgement“, „Brothers“,
„Who Is“ und Andere, ist es ein gelungener
Auftritt.
Er hätte aber mit ein paar gut ausgewählten Hits noch
besser sein können.

Zuletzt kommen alle Beteiligten noch einmal auf die Bühne und
bringen mit ihrer
Compilation von „Forever Loving Jah“ von Bob
Marleys „Uprising“ Album den
ultimativen Abschluss. Das Stück wirkt wie der
Höhepunkt einer Sinfonie und
verbietet nahezu jede Zugabe, die zwangsläufig dieses Bild
wieder zerstören
würde.
Im Anschluss besteht
am Shop noch die Möglichkeit für einen kurzen Plausch
mit den Artists.
Warrior ist in
Sachen „Blessed Love“ auf dem Saal unterwegs,
drückt seine Fans und strahlt
wieder über das ganze Gesicht. Die Artists nehmen sich viel
Zeit, bis auch der
letzte Autogrammwunsch der wartenden Fans befriedigt ist –
Big Respect, so
müsste das immer sein.
Inzwischen sammelt
Phil von City Lock die diversen Sounds ein, die sich noch an der
folgenden
Dub-Plate Session beteiligen wollen. Das Ganze findet in einem
naheliegenden
Hotel statt.
Ganjaman hat bereits
das transportable Studio aufgebaut und spielt die ersten Riddims der
Sounds
ein, die im Anschluss gevoict werden sollen. Das Zimmer ist schon gut
gefüllt
und Tony hat es sich auf dem Bett bequem gemacht und die
Füße hochgelegt. Als
er in unseren mitgebrachten Magazinen blättert und den Beitrag
zum Rebel Salute
liest, findet er glatt einen Fehler. Ja das Rebel Salute von 2005 fand
wohl am
15. Januar und nicht am 19. statt, wie in dem Magazin berichtet wird.
„Also das
Salute ist immer an jenem Sonnabend der meinem Geburtstag
folgt.“, meint er
dazu. Glücklicher Weise bin ich nicht der Urheber. Tony
lädt uns ein im
nächsten Jahr zum Rebel Salute zu kommen, um darüber
berichten zu können,
Interviews zu machen usw.. Ja toll, da würden wir gerne einmal
hinfahren,
bisher hatten wir noch keine Gelegenheit dazu. Nun, die Einladung
steht, ob
wir..s wahrmachen?

Dann beginnt die
Session. Auch hier steht unter Anderem wieder „Jah Is
Standing By My Side“ bei
verschiedenen Sounds auf der Wunschliste. Bei Queen Ifrica ist
„Wipe The Tears“
natürlich Pflicht.

Die Queen hat
mächtige Probleme mit der Stimme, hat sich offenbar auf der
Bühne schon
verausgabt. Queen Ifrica nimmt
sich aber Zeit und feilt so lange an Text und Stimme herum, bis die
Sache
perfekt ist.

Warrior King ist immer noch energiegeladen und liefert den absolut
perfekten Gesang ab, was zum Ende den spontanen Beifall und Jubel der
anwesenden Sounds auslöst. Im Anschluss ist noch einmal Tony
an der Reihe und
Queen Ifrica gibt schließlich den Ausstand. Ein Sound will
noch unbedingt ein
Riddim gevoict haben, hat aber wohl nicht mit Queen Ifrica gerechnet
und keinen
passenden Riddim dabei. Zum Glück kann Ganjaman mit einem
Riddim von der
Festplatte aushelfen und ein perfekter Tune kommt noch zustande. Dann
klingelt
mehrfach das Telefon. Alle warten wohl auf Queen Ifrica. Der Tourbus
steht
unten vor dem Hotel und möchte abfahren. Noch in der Nacht
soll es weiter gehen
nach München, der nächsten Tourstation. Also machen
wir uns auch auf dem Weg.
Ein letzter Handschlag bei Freshfoot und all die Anderen, die noch im
Hotelgang
warten, und ab geht..s in Richtung Auto.
Inzwischen ist es
3:30 Uhr morgens. Vor dem ersten Hahnenschrei werden wir wohl nicht zu
Hause
ankommen.
Copyright:
Text & Fotos by
Reggaestory
Mein
besonderer Dank
geht an Contour,
City Lock, Manager Garfield „Freshfoot“
und an das Berliner
Kesselhaus!
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