THE
ORiGiNAL WAiLERS
(T.O.W.)
Bob Marley 65th
Anniversary Tour
06.03.2010
– CENTRUM-Club Erfurt
TEIL 2 - Das Konzert
Als wir wieder eintreffen
ist der öffentliche Einlass bereits
in vollem Gange und drinnen gibt´s mit DJ Anthony die ersten
Reggaeklänge zur
Einstimmung.
Gegen 21:00 Uhr hat erst einmal die Vorband ihren Auftritt.
Es ist PositiVibration,
eine Band aus Gera, die im Jahr 2003 als Duo begonnen hat und seit 2004
zu
einer richtigen Band anwuchs. Inzwischen hat PositiVibration
auch schon ihr
zweites Album mit dem Titel „HandWerk“
herausgebracht.
Bild 2:
Albumcover "HandWerk"
Es ist keine reine
Reggae-Band, auch wenn Sänger „Goldo“ mit
langen Dreads daherkommt. Es wird eine abwechslungsreiche Mischung aus
allen
möglichen Musikrichtungen präsentiert.
Klänge des Reggae mischen sich hier mit
Rock, Soul, etwas Funk und ab und zu sogar Blues.
„Regg´n´Soul nenne ich das!“,
meint später Sänger „Goldo“ zu
mir, als er mir deren letztes Album „HandWerk“
mit auf den Weg gibt, um sie besser kennenzulernen.
Nach einer Stunde
„handwerklicher“ Vorarbeit ist es dann
soweit. PositiVibration verabschiedet sich und macht die Bühne
für The Original
Wailers frei.
Nachdem das Equipment von
PositiVibration verpackt und
beräumt ist, erscheint Al Anderson als Erster auf der
Bühne und testet schon
einmal seine Gitarre aus. Unglaublich diese Klänge! Ein
Schauer jagt mir über
den Rücken. Auch die anderen Bandmitglieder schrauben noch an
ihren
Instrumenten herum. Einen Soundcheck hat es offensichtlich wirklich
nicht mehr
gegeben. Aber für Profis wie The Original Wailers ist das
natürlich alles kein
Problem.
Es
klingt wie gewohnt und erhofft - im alten Marley Style.
Dann folgt „Rastaman Vibrations“ und es
verschlägt einem fast den Atem. Was ist
das? Ein völlig neues Klangbild! Der alt bekannte Riddim ist
zwar nicht zu
überhören, aber irgendetwas ist anders und
gewaltiger. Der Riddim fließt dahin,
wie eine unaufhaltsame und nicht enden wollende, stetig
vorwärtstreibende
Maschinerie. Und darüber spielt Al völlig neue
Gitarrensoli ein, die sich durch
die Gehirnwindungen bohren. Einfach nur berauschend.
Mit dem Video von den
ersten drei Marleys Songs wird es
leider nichts. Al Andersons Genehmigung ist offensichtlich nicht beim
Personal
angekommen und so wird schon bei diesem Titel das allgemeine
Videoverbot
verhängt. Wirklich sehr sehr schade. Weiter geht es mit
„War“ und „Stir It Up“.
Dann das großartige „Forever Loving Jah“
mit erneuten extralangen Instrumentaleinlagen,
die überhaupt nicht zuviel werden, da der Riddim immer extra
weiterläuft und so
das Ganze mit einem perfekten Rahmen versieht. Es ist völlig
egal, wer hier
singt – die Musik allein ist ausreichend.
Dann ein paar neue Sachen
mit „Solution“, „We Are The
Children“, „Backsliders“ und
„Justice“, die auf dem kommenden Album zu
hören
sein werden. Besonders hervorstechend ist dabei der künftige
Titelsong
„Justice“, der im ähnlichen Style seiner
Vorgänger präsentiert wird. Man darf
echt gespannt sein auf das neue Album. Dann geht s wieder
zurück zu den alten
Marley Songs mit hinzugefügten veränderten
Soundpassagen. „Pimper´s Paradise“,
„We & Them“, „Buffalo
Soldier“ und Andere. Dazwischen noch ein paar weitere
neue Stücke von T.O.W..
We
& Them
Für den Gesang
sorgen hauptsächlich Junior Marvin und Desi
Hyson. Für den weiblichen Backgroundpart sorgen Joanne
Williams & Roxanne Prince, die sich vom Klangbild besser
einfügen als frühere
Besetzungen. Joanne ist auch hierzulande schon von anderen Auftritten
bekannt
(z. B. mit Anthony B und Perfect beim Summerjam 2005 u. A.). Erica
Newell ist
nicht dabei, obwohl das vielerorts so angekündigt worden ist.
Ein weiteres
absolutes Highlight der Show wird mit „Heathen“
präsentiert. Ein fantastischer
Sound. Al holt das Letzte aus seiner Gitarre heraus. Bei den Fans sieht
man
immer wieder Kopfschütteln, da sie es einfach nicht wahrhaben
können, was sie
da hören und sehen. Die meisten schließen die Augen
und wiegen sich im Rausch
der Musik. Kein Video und kein Soundmitschnitt kann das wiedergeben
(Zurzeit
ist noch ein Mitschnitt von „Heathen“ im Player der
Website von T.O.W. anzuhören,
der einen annäherndenEindruck davon
vermitteln kann: http://www.myspace.com/originalwailers).
Bild 3:
Al
Andersons Equipment zur Gitarre
Dann in der
Verschnaufpause zum nächsten Titel dringt aus
einer Ecke des Saales buddhistischer Kehlkopfgesang, was bei Al
Anderson, wegen
seiner Verehrung für den Buddhismus, auf fruchtbaren Boden
fällt. Al winkt den
Verursacher der Einlage zu sich und reicht im das Mikro. Jetzt
hören es alle –
klingt wirklich gut. Die Massive spendet Beifall und Al lacht.
Dann geht es weiter mit
„Dangerous“, „Jammin“ und
schließlich mit „Exodus“ zum Finale, wo
Paapa Nyarkoh an den Drums noch einmal
Schwerstarbeit leistet. Eines seiner großen Vorbilder ist Sly
Dunbar, dem er
hier alle Ehre gemacht hat. Es geht eine Show zu Ende, wie wir sie
lange nicht erlebt
haben. So etwas haben wir nicht erwartet. Niemals würde ich
eine weitere Show von
The Original Wailers verpassen wollen, wenn sich nur die Gelegenheit
dazu
bieten würde. Einfach nur überwältigend.
Einige Fans umarmen sich
spontan, andere jubeln ohne Ende oder
haben Tränen in den Augen. Die Band ist natürlich
hocherfreut angesichts dieser
Bilder, schüttelt vielen Besuchern die Hände, stellt
sich den Autogramm- und
Fotowünschen und nimmt das vielfache Lob der Massive entgegen.
Al Anderson steigt von
der Bühne ins Publikum und befasst
sich so lange mit den Fans, bis auch der letzte zufriedengestellt ist.
Großartig!
Während DJ
Anthony wieder die Plattenteller anschmeißt und
die Aftershow-Party einläutet, bewegen wir uns wieder in
Richtung Backstage, um
die abgestimmte Interviewergänzung noch realisieren zu
können. Die Ruhe vom
Nachmittag ist aber dahin. Jetzt herrscht großes
Begängnis hier. Wir kommen
keine Minute zu zeitig. Junior Marvin ist kurz angebunden, hat sich
schon
wieder angezogen und will sich auf den Weg machen. Wir können
ihn gerade noch
zu ein paar Fotos und Autogrammen bewegen.
Dann ist leider seine
Zeit erschöpft und er verabschiedet
sich. Das Interview werden wir ohne ihn fortsetzen müssen.
Bild 1:
Junior Marvin und Peter
Bild 2:
Paapa
Nyarkoh
Bild 3:
T.O.W.,
PositiVibration, Karl Pitterson ...
Bild 4 + 5: Al
Anderson und Gitarrist von PositiVibration
Inzwischen ist auch Al
Anderson im Backstage angelangt und
wir überlegen, wo wir die ergänzenden Aufnahmen
machen wollen. Eigentlich ist
es jetzt viel zu laut und zu dunkel hier. Wir versuchen ein paar
Strahler auf
eine Bank auszurichten und verbrennen uns dabei nahezu die Finger. Al
versucht
die Lautstärke im Backstage etwas einzudämpfen,
zischt lautstark und legt den
Finger auf den Mund. Das bringt zwei Sekunden Stille und dann bricht es
wieder
los. Es hat keinen Zweck, wir müssen uns einen anderen Raum
suchen. Heller ist
es dort auch nicht – eher weniger, aber man kann sich
wenigstens verstehen. Al
richtet noch schnell die Lampen aus, bevor er wieder nach
draußen geht und sich
mit den anderen Gästen befasst. Christian Cowlin und Desi
Hyson sind nun an der
Reihe ihr Statement abzugeben. Beide heben die besondere Ehre hervor,
zusammen
mit den Wailers spielen zu dürfen. Christian ist schon seit
Mai 2000 bei den
Wailers und hat bereits verschiedene Zusammensetzungen der Band
miterlebt,
bevor er zu den T.O.W. gekommen ist. Desi bekennt weiterhin, dass eines
seiner
größten Erlebnisse im Leben, die frühere
Zusammenarbeit mit Joseph Hill und
Culture war. Das können wir sehr gut nachempfinden.
Christian
Cowlin, Peter und Desi Hyson
Unsere Aufnahmen sind nun
komplett – aber leider ohne Junior
Marvin. Der Veranstalter wird schon langsam unruhig und möchte
den
Backstagebereich abschließen. An uns soll es nicht liegen.
Wir danken noch einmal
der Band, wünschen eine erfolgreiche
Tour und verabschieden uns.
Das komplette
Interview mit Al Anderson und seine „Wahre Story
über die Wailers“, wird es zu
einem späteren Zeitpunkt, als gesonderte
Veröffentlichung geben! Ergänzt mit
Kommentaren der anderen Bandmitglieder und Reggaeproduzent Karl
Pitterson.
Copyright:
Text
und Fotos by Reggaestory
Mein
besonderer Dank geht
an Olaf Müller und sein Team von der
Appel & Rompf GbR, sowie an Al Anderson und The Original
Wailers.