Besser spät als nie. Endlich habe ich
einmal Zeit gefunden, das Interview mit Mark Mohr aufzuarbeiten,
welches in Ergänzung zu meinem Konzertbericht vom 02.06.2011
entstanden ist.
Und ganz aktuell gibt es diesbezüglich auch wieder ein paar
Neuigkeiten aus dem musikalischen Schaffen von Mark Mohr und
Christafari.
Vor dem Interview sollte man also noch einmal kurz den Bericht vom 02.06.2011
einsehen.
Reggaestory.de:
Hallo Mark! Das war eine sehr
großartige Show für mich. Es war das erste Mal, dass
ich Christafari sehen konnte. Es war ein großer Zufall
für mich, überhaupt von diesem Gig zu erfahren.
Niemand hatte Werbung dafür gemacht. Die meisten Reggae Fans
haben den Gig verpasst. Als ich in der Lokalzeitung eine kleine Info
über das Konzert lesen konnte, habe ich mir deshalb
sofort selber
einen Flyer für meine Website gebastelt.
Was ist der Grund, dass wir nirgends ein wenig Werbung sehen konnten,
ausgenommen auf euren eigenen Websites? Mark:
Offen gesagt weiß ich nicht, welche Art von Werbung sie
hier gemacht haben. Ich weiß, dass das hier ein sehr
populäres Event ist. Wir taten das Beste was wir konnten, um
es den Leuten bekannt zu machen. Es ist eine Schande, dass viele aus
der Reggae Gemeinde nichts davon gehört haben. Vielen Dank
dafür, dass du dein Bestes gegeben hast, um darüber
zu berichten. Wir sind sehr glücklich mit der Besucherzahl.
4000 Leute waren heute hier vor der Bühne.
Reggaestory.de:
Was ist für dich der Hauptunterschied zwischen
eurem Gospel Reggae und dem Reggae der Rastafarians? Ist das nur der
Glaube? Mark:
Da gibt es viele Unterschiede und viele Gemeinsamkeiten. Der
Hauptunterschied ist, wen wir anbeten. Obwohl Juden, Christen,
Rastafarians, Mormonen, Zeugen Jehovas, etc. … sich
gemeinsame Schriften (die Bibel) und Grundsätze teilen,
unterscheiden sie sich hauptsächlich in einer Sache
– zu wem sie beten. Jeder sieht Gott auf verschiedenem Weg
oder sieht einen anderen Gott als Herr und Gebieter. Wir vertreten die
Ansicht der Christen, dass Jesus Christus der Herr ist. Wir glauben an
die Dreieinigkeit (Anmerkung: Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit oder
Trinität ist die Lehre, dass Gott ein göttliches
Wesen in drei Personen - Vater, Sohn und Heiliger Geist –
ist) und das Christus am Kreuz für unsere Sünden
starb, auferstanden aus dem Grabe, in den Himmel aufgestiegen ist, und
das derselbe Jesus aus den Wolken des Himmels wieder
zurückkommen wird.
Haile Selassie, den viele Rastas anbeten,
war ein Christ, ein sehr frommer Mann, bestritt aber stets Gott zu
sein. Er vertrat den Äthiopisch Orthodoxen Glauben. Die
Botschaft hinter der Musik von Christafari ist mehr in
Übereinstimmung mit dem Glauben von Haile Selassie, als es der
Glaube der meisten Rastafarians ist.
Wir sind nicht gegen Rastas. Wir
lieben und respektieren sie. In der selben Weise wie sie glauben
erleuchtet und berufen zu sein, ihren Glauben zu teilen, sind wir
ebenso ehrlich überzeugt, dass wir eine innige Beziehung zu
Gott und einen aufrichtigen Glauben haben. Als ein Teil Christus`
großartiger Mission (Matthew / Matthäus
28: 16-20),
sind wir berufen diese großartigen Nachrichten mit so vielen
Leuten wie möglich zu teilen. Wir tun das in Liebe, mit
Sanftheit und Respekt. Reggaestory.de:
Ich habe gelesen, das andere Reggae Artists nicht
möchten, dass du die Farben rot, gelb und grün
benutzt. Wie begründen diese Leute das? Was denkst du
darüber? Mark:
Die Farben, die wir lieben zu benutzen, repräsentieren
ganz Afrika.
Schwarz steht für die Menschen von Afrika.
Rot steht für das Blut der Menschen das vergossen worden ist.
Gold ist für das Gold, welches ihnen gestohlen worden ist.
Grün ist für das Land von Afrika.
Es war Marcus Garvey, ein Christ, welcher zuerst diese Farben mit
Afrika in Verbindung gebracht hat.
Er sah einfach auf alle Nationalflaggen von Afrika und erkannte, dass
die meisten von ihnen etwas gemeinsam hatten. Für mich ist das
Thema von rot, gelb und grün eine ständige Erinnerung
daran, wo die Reggae Musik ursprünglich herrührt,
sowie eigentlich alle anderen Musik Genre ebenso. Afrika ist der
Herzschlag und das musikalische Fundament der Reggae Musik.
Diese Farben sind auch in der Flagge von Äthiopien zu finden,
der ersten christlichen Nation Afrikas.
Letztendlich führte das dazu, dass diese Farben mit der
Selassie Anbetung verbunden wurden. Aber das sollte uns nicht
veranlassen zu negieren, dass diese Farben Gott geschaffen hat. Gott
hat alle Farben dieser Welt erschaffen, und jede einzelne von ihnen
malt ein Bild zu seinen Ehren. Wenn irgendjemand nicht möchte,
dass ein Christ diese Farben benutzt, sollten sie erkennen dass beide
– Marcus Garvey und Haile Selassie – eindeutig
proklamierten, Christen zu sein.
Reggaestory.de:
In einer deiner
Biografien habe ich gelesen, dass du zirka im Jahr 1989
aufgehört hast Ganja zu benutzen. Von wo stammt dann das Aroma
an deiner Kleidung? Ich bin mir sicher, dass dies Ganja ist. Aber
verstehe mich nicht falsch, ich habe kein Problem damit. Das soll keine
Kritik sein. Mark:
Ich habe auch den starken Marijuana Geruch in der Luft bemerkt,
als wir auf die Bühne kamen. Die gesamte Band hat es gerochen
als der Rauch aus den Massen auf die Bühne kam und durch unser
Set zog. Zeitweise war es sehr überwältigend. Ich
selbst habe aber nicht geraucht oder war mit jemand zusammen der
geraucht hat. Gott ist mein Zeuge, dass ich kein Ganja mehr geraucht
habe, seit dem ich 17 Jahre alt geworden bin. Ich habe keinen Zweifel
daran, was du gerochen hast, da wir es alle gerochen haben. Aber ich
war nicht die Quelle. Du weißt dass unsere Botschaften die
wir verbreiten, einer Marijuanaverwendung sehr widersprechen.
Ich habe vor 22 Jahren aufgehört Marijuana zu rauchen und habe
es seitdem nicht mehr angerührt. Ich liebe es
nüchtern zu sein, weil es mir hilft bodenständig zu
bleiben und mir erlaubt das wahre Leben zu schätzen. Als ich
Marijuana rauchte war ich immer versucht der Realität zu
entfliehen und mich von den wichtigen Dingen zu entfernen. Jetzt
möchte ich mich auf das konzentrieren, was mir wirklich Freude
bringt: Gott, meine Frau und die Musik.
Verstehe mich nicht falsch, ich liebe alle Menschen, auch jene die
Marijuana rauchen.
Dieser Duft aus der Menge vor der Bühne ist
aber immer eine beständige Mahnung dafür warum wir
das tun, für wen wir das tun und wen wir versuchen zu
erreichen. Ich bin berufen alle Menschen zu erreichen, besonders aber
jene die Marijuana rauchen.
Es gibt viele biblische, medizinische, gesetzliche und gesundheitlichen
Gründe, weshalb wir kein Marijuana benutzen. Diese sind alle
unter folgenden Link zu lesen, den ich vor vielen Jahren geschrieben
habe: FAQ
bei www.gospelreggae.com (aktuell nicht verfügbar)
Aber ich denke, es ist nicht mein Hauptanliegen die Welt zu
überzeugen, dass die Benutzung von Marijuana eine
Sünde ist.
Mein Ziel ist es jedem zu helfen zu verstehen, dass wir alle
gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen werden
(Romans / Römer
3:23)
Ich denke wenn man sich
mit den grundlegenden Erscheinungen der Verderbtheit der Menschheit
befasst, den Segen Gottes akzeptiert und Heil in Christus findet,
werden all diese zweitrangigen Dinge durch die Stärke und
Überzeugung des Heiligen Geistes erledigt.
Reggaestory.de:
Veranstaltest du deine Konzerte nur mit der christlichen
Kirche zusammen, oder würdest du auch auf die hiesigen
Festivals wie das
Reggae Jam, Summerjam oder andere gehen? Hast du jemals eine Einladung
von dort
bekommen? Mark:
Wir werden überall spielen wo wir willkommen sind. Wir
haben schon auf vielen Reggae Festivals gespielt. Unsere erste Tour war
die „46-Städte Sunsplash Tour“. Wir
würden sehr gerne auf dem Summerjam oder jedem anderen Event
spielen, die uns haben möchten. Wir spielen natürlich
auch auf einer Menge von Kirchen- und christlichen Festivals.
Seitdem sind eine große Zahl unserer Fans Christen. Wir
würden eine großartige Ergänzung
für jedes Festival sein, weil wir unsere eigene spezielle
Fangemeinde mitbringen, die kein anderer Künstler anziehen
würde. Das bedeutet mehr Ticketverkauf für den
Veranstalter und auch ein größeres Publikum
für uns! Es wäre eine „Win-Win“
Situation! Reggaestory.de:
Was sind eure Pläne oder Ziele für
die Zukunft? Mark:
Wir arbeiten gerade an dem dritten Soloalbum meiner Frau Avion
Blackmann. Sie stammt von Trinidad & Tobago in der
Karibik, und
ihre Musik ist in erster Linie Roots Reggae. Es heißt
„Third World Girl“. Ich schrieb und produzierte die
Songs. Danach werden wir an einem Dub Christafari Album und
anschließend an einem Roots Worship Projekt arbeiten. Danach
werden wir wieder ganz groß auf Tour gehen.
Offizielles
Video:
Avion Blackmann - Third World Girl
Bild 1 - 3: Die
Ziele sind inzwischen allesamt umgesetzt.
Für weitere Informationen klickt einfach auf die Cover.
Reggaestory.de:
Letzte Frage. Möchtest du den Lesern dieses
Interviews noch selbst etwas sagen? Mark:
Vielen Dank für´s Lesen bis hierher. Ehrlich
gesagt, würden wir nicht in der Lage sein großartige
Musik zu machen, wenn dies nicht von großartigen Leuten
unterstützt werden würde. Wir schätzen sehr
eure großartige Unterstützung. Wir hoffen sehr, euch
bald auf einem unserer Konzerte zu sehen. In der Zwischenzeit
könnt ihr all unsere Musik kaufen und all unsere Videos
ansehen auf: christafari.com
Blessings, euer Mark Mohr. Reggaestory.de:
Danke für deine Zeit. Ich wünsche dir
viel Erfolg für die Zukunft und hoffe auf ein baldiges
Wiedersehen!
Hier die neuesten Projekte von Mark Mohr and Christafari:
Bild
1:
Christafari - Majestic Heights In Dub - Album 2011 Bild
2: Avion
Blackman - Mary Did You Know? - Single 2011 Bild
3:
Christafari - He Is Greater Than I - Maxi Single 2012
Mark Mohr
zur neuen Maxi Single - He Is Greater Than I
Fotoshow mit
"He Is Greater Than I"
Und ganz aktuell werden sich jene drei Dinge, die Mark besondere Freude
bringen, in diesem Monat um einen Punkt erweitern. Denn am 21. Februar
verkündete Christafari via myspace, dass Mark Mohr und Avion
Blackman ihr erstes gemeinsames Kind im nächsten
Monat erwarten. Es kann also jede Woche oder jeden Tag soweit sein.
Wir
wünschen alles Gute!
Copyright: Text und Fotos
by Reggaestory
Nachsatz
Am 22. März 2012, um 18:05 Uhr, kommt Ziza Forever Mohr auf
die Welt.
Mark: "She weighed in at 7lbs and 3.5oz and 19 inches long. She was
born with a full head of hair (no dreads yet) and a HUGE set of
lungs--yes, we're sure she'll be a LOUD singer. Our lives are forever
changed for the better."
Avion
Blackman und Mark Mohr mit ihrer gemeinsamen Tochter Ziza Forever Mohr
Und jetzt: Treffen mit Ziza & Infos zu Christafaris neuen Album.
Der Song am Ende des Videos heißt "Baby, Baby", und wurde von
Jennifer Howland für ihr Album "Daughter of the King"
aufgenommen.
Mein besonderer Dank geht an Mark Mohr und Christafari, sowie Kevin
McIntyre (President of Positive
Music Agency).