Der letzte Tag des Festivals ist noch einmal richtig vollgepackt und
hat wiederum einige Schwergewichte zu bieten. Wenn man sich die Running
Order so ansieht, sind auf dieser mindestens 2 Startplätze
mehr
verzeichnet als im vorigen Jahr. Anhand der eingeplanten Zeit gehen wir
zumindest davon aus, dass Tanya Stephens und Marcia Griffiths jeweils
eine eigene Show haben. Ansonsten wäre nur ein Startplatz
mehr.
Allerdings hat die Irie Nation Roots Connection auch noch vier
verschiedene
Artists angekündigt, die wir noch gar nicht draufgerechnet
haben.
Das wird noch einmal ein kräftezehrender Abschluss des
diesjährigen Reggae Jam.
Ein
Glück, dass zum offiziellen Start um 12:00 Uhr noch kein Live
Artist an der Reihe ist. Dafür hat sich der Sheriff
höchst
selbst mit seinem Soundsystem an die Spitze gesetzt, wo man ihm doch
sicher am ehesten etwas Ruhe gönnen würde. Gegen
13:30 Uhr geht es dann schließlich mit dem Showpaket der
Irie
Nation Roots Connection an den Start. Im Einzelnen sind das eigentlich
Musiker, die wir von der Sofa Connection kennen,
ergänzt mit
Einzelauftritten von Sista Gracy, KushArt, Dr. Ring Ding und Sebastian
Sturm.
Live Video:
Sista Gracy & Irie Nation Roots Connection - Easy Skanking
Live Video:
KushArt & Irie Nation Roots Connction - 1/3
Titel: 1. Magnet To Steel, 2. Lion In Zion, 3. Foundation
Eine schöne Programmidee, bei der alle genannten
Künstler mehrmals zum Mikro bzw. zu Wort kommen. Und wie es
der Name des Konzepts schon sagt, liegt der Schwerpunkt bei Roots
Reggae, schön gewürzt mit ein paar
Vorläufern im Zeichen von Ska und Rocksteady, Dr. Ring Dings
eigener
unterhaltsamer Note und einer Prise Jazz von Sängerin
und Saxofonistin Catrin Groth, die ja durch
Jazzkantine und dem Duo "Groth
& Bennecke" entsprechend vorbelastet ist.
Live Video:
Dr. Ring Ding & Irie Nation Roots Connection - A Love
I Can
Feel (John Holt Cover)
Live Video:
KushArt & Irie Nation Roots Connection - 2/3
Titel: 1. Number One, 2. Put Some Prayer In The Music, 3. Reggae Dance
Schwerpunkt der Show ist das jamaikanische Harmonie-Trio KushArt.
Dieses präsentiert natürlich auch Songs von ihrem
schon seit längerer Zeit angekündigten neuen Album
"Reggaetation".
Eigentlich ist ja dessen Fertigstellung schon seit zwei
Jahren im Gespräch und es fehlten wohl nur noch
Richies und Catrins Bläsereinsätze. Aber auch
dafür sollte
doch inzwischen einmal Zeit gewesen sein. Warum es da noch hakt,
konnten wir bis zu
diesen Zeilen leider noch nicht ergründen. Rein vorsorglich
habe
ich mir heute vorgenommen alle Songs des Trios aufzunehmen, ... und
zwar mit Bläser. ;-)
Live Video:
Sebastian Sturm & Irie Nation Roots Connection
Live Video:
Sebastian Sturm & KushArt & Irie Nation Roots
Connection -
True Confession
KushArt, bestehend aus Joel "Kush" Brown, Barrington Lord und
Anthony Feurtado waren die letzten Jahre schon öfters auf dem
Reggae Jam zu Gast, ob nun mit einer eigenen Show oder als Bestandteil
von Projekten wie "Rockers" (2019) oder "Vintage Allstars" (2017).
Zuletzt standen sie im vorigen Jahr hier auf der Bühne. Dank
ihrer Managerin Gabi Brown sehen wir KushArt immer wieder in einer
anderen "Verpackung".
Live Video:
Dr. Ring Ding & Irie Nation Roots Connection - Real Rock
Weiterhin spielen heute folgende bisher noch nicht genannte
Musiker: Diedel Klöver (Gitarre),
Tom Bennecke (Gitarre), Hene Marheineke (Drums), Piet Abele
(Keyboard) und Moses
Christoph (Percussion). Ja und wenn die zuvor
genannten Artists gerade nichts zu singen haben, werden weitere
Instrumente bedient, wie ihr in den Videos sehen könnt.
Live Video:
KushArt & Irie Nation Roots Connection - 3/3 - Rise Up Reggae
Jam
Zum Abschluss der Show gibt's dann noch mit "Rise Up Reggae Jam" einen
weiteren "KushArt", den das Trio zu Ehren des Reggae Jam produziert
hat.
Das war doch eine richtig gute Einstimmung für den
Festivalsonntag, die wir der Band und Gabi Brown zu Liebe etwas
ausführlicher dokumentiert haben. Keine "Angst", ...
so
umfangreich soll es eigentlich nicht weitergehen. Eigentlich wollten
wir uns ja etwas kürzer fassen als sonst. Mal sehen, ob wir
das schaffen.
Und
schon geht es auf der Nachbarbühne mit Powerfrau Nattali Rize
in die nächste Runde. Natalie Magdalena Chilcote, alias
Nattali Rize, ist 2016 zum letzten Mal auf dem Reggae Jam aufgetreten.
Nattali hat ihren musikalischen Weg 2004 als Frontfrau der Band Blue
King Brown und unter dem Namen Natalie Pa'apa'a begonnen. Mit der Band
hat sie 2005 die Debut-EP "Blue King Brown" und 2006 das Debutalbum
"Stand Up" veröffentlicht. 2015 brachte Nattali Rize
ihre erste EP "New Era Frequency" als Soloartist
heraus.
Ihre Debut-EP mit 6
Tunes und 3 Dub-Versions, ist eine Zusammenarbeit
mit den jamaikanischen Künstlern Wayne "Unga Barunga" Thompson
und Jason Welsh, bekannt als Drum & Bass Duo
Notis. Am 24. März 2017 folgte schließlich
ihr erster Longplayer "Rebel Frequency" beim französischen
Label Baco Records.
Nattali Rize hat sich mit einer beeindruckenden Frisur und
großen goldfarbenen Ohrringen geschmückt. Diese sind
nichts anderes als "Seed Of Life" Mandalas. Das Symbol ist auch auf
ihrem Bühnenbanner abgebildet. Dieses Mandala scheint es ihr
besonders angetan zu haben, denn wir finden es immer wieder, auch in
ihrem Merchandise auf
Taschen und T-Shirts. Auffällig ist auch ein großer
silberner Ring der den Schriftzug "Rize" zeigt. Ein silberner Zapfen
irgendeines Nadelbaumgewächses, den sie als Kette
trägt, hat vermutlich auch für sie irgendeine
spirituelle Bedeutung. Zumindest diente der Kiefernzapfen in der
menschlichen Geschichte als Symbol für die menschliche
Erleuchtung und als drittes Auge.
Nattali Rize hat sich von 2016, als sie das letzte Mal hier war, bis
heute deutlich weiterentwickelt. Zumindest kann ich mich nicht
erinnern, dass
sie schon damals so grandios angekommen wäre wie heute. Aber
so sollte es ja auch sein, wenn man neu durchstartet und erfolgreich
sein will.
Höhepunkt des Konzerts ist für mich der Song "One
People", der auf eine recht lange Ansprache von Nattali folgt. Was
für ein Glück, dass ich den richtigen Moment erwischt
habe.
Live Video:
Nattali Rize - Mountain + One People + Rebel Frequency
Optisch und akustisch ein absoluter Höhepunkt des Tages.
Ganjaman
hat immer noch "Gänsehaut" wie er sagt. Dann steigt Nattalie
auch
noch von der Bühne herab um zahlreichen Fans die
Hände zu
schütteln, Umarmungen zu verteilen und Fotos machen zu lassen.
Das sind wunderschöne
Momente, die leider viel zu selten passieren.
Und
nun wieder Linksschwenk ohne lange Erholungspause. Von Andrew Tosh
dürfen wir natürlich auch nichts verpassen. Immerhin
liegt es auch schon wieder 5 Jahre zurück, als er hier auf
dieser Bühne stand. Es ist einfach ein besonderes Erlebnis
diesen Mann zu hören, der mit seiner Stimme nicht weit
entfernt von der seines legendären Vaters Peter Tosh liegt. So
ist es natürlich für ihn selbstverständlich
geworden das Erbe seines ermordeten Vaters weiter hochzuhalten. Das ist
es auch, was seine Fans von ihm erwarten. Ein Konzert mit Andrew Tosh
ohne ein paar wichtige Songs seines Vaters ist undenkbar.
Als Backing Band wird Andrew von der The Next Generation Family
unterstützt. Er startet heute mit dem Peter Tosh Song "Pick
Myself Up" und kommt ganz ohne Einrad aus, wie man ihn auch schon
seinen Vater hat nachahmen sehen. Die Band macht einen sehr guten Job
und bringt die Musik zu den Songs sehr authentisch rüber.
Leider werden die Mühen der Band wieder einmal mit
übersteuerten Bässen kaputt gemacht. Die Stimme von
Andrew könnte auch gegenüber den Instrumenten etwas
lauter eingestellt sein. Ähnliches gilt für den oft
untergehenden Backgroundgesang. Sehr schade. :-(
Auch wenn es für Andrew bestimmt nicht immer leicht ist, wenn
alle Welt überwiegend nur von den Songs seines Vaters spricht
und seine eigene Musik erst an zweiter Stelle kommt, sind es eben Songs
wie "Pick Myself Up", "Coming In Hot", "African", "Downpressor Man" und
andere, die für den meisten Zuspruch sorgen.
Schließlich verlässt Andrew am Ende seiner
Show die Bühne,
um kurz darauf wieder zurückzukehren. Denn eines ist
völlig klar, ohne "Legalize It" kann kein Tosh Konzert zu Ende
gehen. Seine Entourage im Bühnenhintergrund dreht schon
völlig am Rad und lässt ständig die
Feuerzeuge sprechen. Den passenden Spliff zum Song bekommt er auch noch
vom nahezu unkenntlichen oder getarnten "F" auf die Bühne
geliefert, aber irgendwie scheint sich Andrew nicht durchringen zu
können das Tütchen auch wirklich anzuzünden.
So rebellisch wie sein Vater ist er dann heute doch nicht. Mal sehen
wie es wird, wenn die schon lange
angekündigte Bundestagsentscheidung zur
Cannabis-Legalisierung durch ist.
Live Video:
Andrew Tosh & The Next Generation Family
Songs: Pick Myself Up + He Never Died + Legalize It
Kehren
wir eine Weile zur rechten Bühne zurück, wo gerade
Moderator D-Flame den nächsten Programmpunkt
ankündigt.
Dieser
gehört Mo'Kalamity und ihrer Band The Wizards.
Mo'Kalamity wurde als Mónica Tavares in der Republik Kap
Verde, einer Inselgruppe vor der
westafrikanischen Küste, geboren. Genauer gesagt auf der Insel
Santiago. Im Alter von 5 Jahren kam sie allerdings mit ihren
Eltern nach Frankreich und wuchs in der
Nähe von Paris auf.
In ihrer Jugend ließ sie sich von verschiedenen
Musikrichtungen wie Soul, Gospel, Blues, Jazz und anderen
inspirieren. Letztendlich war es aber der Reggae der die
Oberhand gewann.
In den Jahren 2000 und 2001 war sie Backgroundsängerin bei
King Mali und entschloss sich schließlich 2002 für
eine Solokarriere. 2004 gründete sie mit The Wizards ihre
eigene Band. Ihr Debutalbum "Warriors Of Light" wurde im Jahr 2006
veröffentlicht. Bis 2018 folgten drei weitere Alben. Das
bisher
letzte Album davon ist das bei Sofia Théa Records
veröffentlichte "Mo'Kalamity meets Sly & Robbie - One
Love
Vibration", welches sie 2017 in Kingston aufnahm. Im Frühjahr
2024 soll mit "Shine" ein weiterer Lonplayer folgen.
Live Video:
Mo'Kalamity & The Wizards
Nach einem Teil der Show verlassen wir erst einmal den
Bühnenbereich und schauen was im Backstage so
los ist. Das war genau der richtige Moment, denn Jaz Elise hatte sich
gerade dazu entschlossen für ein paar schöne Fotos
vor ihrem Vorbereitungszelt zu tänzeln. Ja das kann sie
wirklich sehr gut! Ihr gewähltes Outfit leistet dabei
natürlich einen nicht unwesentlichen Beitrag. Aber seht
selbst. Wir konnten uns nur schwer entscheiden, welche Bilder wir auf
dem Rechner "versauern" lassen und euch vorenthalten sollen.
Na, ... welche Bilder können wir noch löschen???
Andrew Tosh hat sich inzwischen auch wieder von seinem Auftritt erholt
und sich umgezogen. An ihm können wir natürlich auch
auf keinem Fall vorbeigehen, ohne ein paar Worte zu wechseln.
Andrew Tosh
- Endlich Zeit für eine riesige Tüte ;-)
Sumalee
Berlinger (The Next Generation Family) & Anthony Locks "The
Singing Drummer"
Das Bühnenprogramm verlieren wir so für eine Weile
völlig aus den Augen. Mo'Kalamity hat ihre Show inzwischen
längst beendet und den nachfolgenden Rekall mit der House of
Riddim Band schaffen wir auch
nicht mehr zu dokumentieren. Aber man kann eben nicht alles haben.
Mo'Kalamity
Cali P, der gestern bei uns etwas zu kurz gekommen ist und uns im
Backstage durch die Lappen gegangen ist, befindet sich auch noch auf
dem Festivalgelände. Er kommt gerade ganz entspannt mit seinem
Vater
daher geschlendert. Wir könnten zwar noch ein paar Momente mit
Rekall erleben, aber dem Treffen mit Cali P geben wir erst einmal den
Vorzug.
Cali P und
sein Vater Jean Pierre Nanon alias Jah Ka
Pierre Nanon
alias Jah Ka
Aber jetzt wird es langsam Zeit wieder vor die Bühne zu gehen.
Mit
Jaz Elise startet heute die dritte und jüngste weibliche
Sängerin auf der Roten Bühne. Ihr gehäkeltes
Outfit konnten wir schon vorhin in aller Ruhe bestaunen, mit
dem sie nun ganz sicher die eine oder andere Begehrlichkeit bei den
Mädels wecken dürfte.
Jasmine Taylor, alias Jaz Elise, ist in Harbour View, einem Teil von
Kingston geboren und an der Seite von zwei älteren Schwestern
aufgewachsen. Wie bei de meisten jamaikanischen Artists wurde der
musikalische Grundstein im Kirchenchor gelegt, in dem sie mit 5 Jahren
zu singen begann.
Darüber hinaus ist ihr Vater ein Gospelmusiker, der Orgel,
Klavier und Gitarre spielt und zudem die Kompositionen für den
Kirchenchor kreiert. Obwohl Jaz Elise zunächst einen
Abschluss in Psychologie an der University of the West Indies
(Mona) gelang, konnte das nicht ihren Wunsch sich mehr der Musik zu
widmen unterbinden. So nahm sie eines Tages an einem lokalen Programm
für darstellende Künste, der "Quilt Performing Arts
Company" teil, um ihre Fähigkeiten als Sängerin und
Tänzerin zu verbessern. Der Zufall wollte es so, dass sie bei
einem ihrer Auftritte bei dem jungen Produzenten Jean-André
Lawrence,
bekannt als J.L.L., besondere Aufmerksamkeit erregte.
Im Ergebnis dessen entstanden ihre ersten beiden Singles "For You"
(2018) und "Fresh & Clean" (2019). Ebenfalls in 2019 wurde
schließlich die von Protoje und J-Vibe produzierte "Rock
& Groove" One Riddim EP veröffentlicht, mit der Jaz
Elise
international bekannt wurde. Sevana, Jaz Elise, Naomi Cowan und Lila
Iké glänzen darauf um die Wette und packen dabei
jeweils noch eine Dub-Version oben drauf. Allen vier Mädels
ist jeweils mit ihrer Version ein Hit gelungen, den jederman kennen
dürfte. Jaz Elise bekam mit "Rock & Groove" den
Titelsong, Lila Iké "Sweet Inspiration", Sevana "Haul
& Pull" und Naomi Cowan den Song "Peace Of Mind".
Ganz klar, dass auch heute "Rock & Groove" der am meisten
erwartete Song von Jaz Elise ist, mit dem sie auch gar nicht
lange hinter dem Berg hält.
Ihre aktuelles Album ist die am 5.
März 2021 bei Protoje's Label In.Digg.Nation
Collective veröffentlichte Debut-EP "The Golden
Hour". Darauf sind 7 Songs verzeichnet, davon eine Collaboration mit
Mortimer und eine andere mit Govana.
Live Video:
Jaz Elise - Rock & Groove + For You + Rice And Peas
Soweit zu Jaz Elise, die sicher nicht nur bei uns einen nachhaltigen
Eindruck hinterlassen hat.
Hinter
der Grünen Bühne bereitet sich inzwischen Natty King
auf seinen
Auftritt vor und wird beim Ansingen schon einmal von seiner Entourage
und einigen anderen Artists gefeiert. Auf der Bühne hat
derweil die österreichische House of Riddim Band mit dem
ersten Track zu spielen begonnen, und vor der Bühne wartet man
auf das Erscheinen von Natty King. Dieser hat sich heute ganz in
weiß gekleidet. Nur sein Turban ist schwarz, ergänzt
mit den Rastafarben rot, gelb und grün am ungebundenen Ende.
Seine weißen Turnschuhe sind teilweise rot
angesprüht und haben rote Schnürsenkel.
Black
Prophet, Teacha Dee und andere verfolgen den Start von Natty King
hinter der Bühne.
Kevin Christopher Roberts, aka Natty King, kommt aus Jamaika und wurde
1977 im Parish Saint Thomas geboren. Er wurde in seiner musikalischen
Laufbahn von den Wailers, Burning Spear und besonders von Luciano
beeinflusst. Seine erste Single war die 2000er
Veröffentlichung "Natty Bongo" beim jamaikanischen Label
Mister Tipsy
(Rodguel "Blackbeard" Sinclair). Seinen musikalischen Durchbruch hatte
er im Jahr 2002 als er
mit "No Guns To Town" an der Spitze zahlreicher Reggae-Charts im In-
und Ausland landete. Am 26. April 2005 folgte dann sein gleichnamiges
Debutalbum.
Inzwischen konnte er auf zahlreichen Touren in den USA und Europa
gesehen werden und besuchte unter anderen Festivals wie das Rototom
Sunsplash, das Upsala Reggae Festival in Schweden und heute zum zweiten
Mal das Reggae Jam in Bersenbrück. Wenn wir nicht falsch
liegen, war er wohl 2008 zum letzten Mal hier.
Sein aktuelles Album ist das am 7. Januar 2022 bei House of Riddim
Productions erschienene "Rebellution". Da war es natürlich
vorprogrammiert, dass Natty King heute mit der House of Riddim Band
zusammen auf der Bühne steht.
Live Video:
Natty King & House of Riddim
Soweit ein paar Eindrücke von Natty King. Nach der Show zieht
es uns wieder hinter die Bühnen, um zu schauen, ob der eine
oder andere Artist für ein Minütchen zur
Verfügung steht. Jaz Elise ist gerade mit Interviews, Fotos
und Jingles beschäftigt. Da stellen wir uns natürlich
auch gleich mit an.
Live Video:
Jaz Elise - Rock & Groove for reggaestory.de
Natty King
& House of Riddim sind inzwischen auch bereit für ein
paar Aufnahmen.
Live Video:
Natty King - No Guns To Town for reggaestory.de
Irgendwie kommen wir hier so schnell nicht mehr weg, denn nun tritt
auch noch Admiral Tibet ins Zelt, den wir natürlich auch auf
keinen Fall ignorieren können.
Live Video:
Admiral Tibet - Jingle for reggaestory.de
Admiral Tibet wollte gerade mit seinem Jingle für uns beginnen
und wird
erfolgreich abgelenkt. Das macht natürlich gar nichts, so
dauert das Video wenigstens etwas länger und macht es
unterhaltsamer. Jede Sekunde ist wertvoll, da schneiden wir
natürlich überhaupt nichts ab. :-)
Unsere Freunde von KushArt konnten wir heute bisher auch noch nicht
begrüßen. So viel Zeit muss jetzt auch noch sein.
Wer weiß, ob wir uns später noch einmal sehen
können.
Dieser inhaltsreiche Backstagebesuch hat natürlich fast die
gesamte Showtime von Raymond Wright gekostet. So ein Pech aber auch.
Aber was will man machen bei einem solch straffen und pausenlosen
Programm wie es das Reggae Jam bietet.
Voriges Jahr war ja Raymond Wright schon einmal angekündigt
und ausgefallen und dieses Jahr sind leider wir verhindert. :-(
Ein paar Sekunden hätten wir noch schaffen können,
aber da steht auch noch Tanya Stephens ein wenig unerkannt am
Geländer herum, um ein wenig die Show zu verfolgen.
Da haben wir aber etwas angerichtet. Bisher unerkannt hatte sie
ihre Ruhe und wird nun nach uns von weiteren Fans mit den
verschiedensten Wünschen umlagert, bis sie
schließlich die Audienz abbrechen muss. Da hatten wir als
erste
Antragsteller noch richtig Glück und konnten im rechten Moment
mit
ihr reden.
Aber
kommen wir nun wieder zu den Bühnen zurück. Auf der
Green Stage, die sich anders als auf dem Regga Jam Folder links und
nicht rechts befindet, hat wieder einmal die House of Riddim Band
Stellung bezogen. Es wäre einmal interessant zu wissen,
wieviel Shows die Band auf dem Reggae Jam eigentlich schon gespielt
hat? Dieses Mal sind sie für Kennth Allen, aka Admiral Tibet
oder auch Mr. Reality zuständig. Zuletzt standen Admiral Tibet
und die House of Riddim Band 2016 gemeinsam auf der Bühne. Von
House of Riddim müssen wir nicht reden, die sind eigentlich
fast immer da.
Der 1960 geborene Jamaikaner ist schon seit 1985 im
Musikgeschäft, als er mit "Babylon War" seine erste Aufnahme
für Produzent Sherman Clacher machte. Zwei Jahre
später folgte bei King Jammy sein Debutalbum "Come Into The
Light". Alles weitere ist Geschichte und wir haben darüber
schon im Festival Report von 2016
ausführlich berichtet. Wer also noch ein paar Infos zu Mr.
Reality benötigt, einfach noch einmal zurückschauen
und in das Festival von 2016 eintauchen. Es bleibt nur noch zu
ergänzen, dass sein bisher letztes Album das am 09.12.2016 bei
"Time One Records" erschienene "I Am Determined" ist. Dies leider nur
in digital, wie so oft in der heutigen Zeit.
Live Video:
Admiral Tibet & House of Riddim
Titel: Babylon Brutally + Couldn't Believe It + Don't Try To Diss + ...
Ich traue es mir fast nicht zu wiederholen, aber die
übersteuerten Bässe haben auch den Auftritt von
Admiral Tibet gestört. Und nicht nur das, ... was unsere Ohren
irgendwann dazu sagen, ist noch ein anderes Ding. Aber man kann sie ja
nicht ständig zustopfen. Das klingt auch nicht so toll.
Weiter
geht es ohne langes Zögern, denn Zeit ist kostbar und
schon wieder sind 20 Minuten über den offiziellen Zeitplan
verronnen.
Nach der Running Order sind jetzt Marcia Griffiths und Tanya Stephens
an der Reihe.
Es eröffnet Tanya Stephens, die zuletzt in 2019 mit der
allseits bekannten Rhythm Section Mafia & Fluxy zusammen auf
dem Reggae Jam war. Damals mit glatten Haaren und heute wieder einmal
mit ihrer Löwenmähne, wie sie eigentlich am besten
aussieht, wie wir finden.
Über die Hits von Tanya Stephens muss man nicht mehr viel
reden. Inzwischen sollten diese über die Jahre bei jederman
angekommen und in aller Munde sein. Selbst wer hierzulande keinen
Reggae hört, wird schon einmal im Rundfunk über Seeed
gestolpert sein und deren Hit "Waterpumpee" gehört haben. Da
sollte man eigentlich zwangsläufig auch auf Tanya Stephens
Version "It's A Pity" stoßen. Man glaubt es kaum, aber
der Klassiker ist schon über 20 Jahre alt!
Aber Tanya Stephens hat natürlich deutlich mehr Hits, an der
man sie festmachen kann. Immerhin ist sie tatsächlich schon
seit zirka 30 Jahren im Musikgeschäft unterwegs und hat bisher
über 10 Alben vorgelegt. Einer dieser Hits ist zum Beispiel
"Boom Wuk" von ihrem 2004er Album "Gangsta Blues". Jeder weiß
worum es in diesem Lied geht. Tanya verlängert diesen Song mit
einer langen witzigen Einlage in Sachen Sexualkunde und beginnt mit der
Frage: "Wer hat ein langen Dingdong?" Ich habe jetzt nicht geschaut,
wer sich alles gemeldet hat. ;-) Zum Fortgang des Vortrages schaut
einfach das Video nach den eingefügten Bildern an.
Live Video:
Tanya Stephens
Songs: Boom Wuk + Can't Breath + Same Song + It's A Pity
Das war doch wieder eine beeindruckende Show von Tanya Stephens,
gespickt mit zahlreichen Hits und humorvollen Einlagen.
Aber
nun folgt Legend Time mit Marcia Griffiths und derselben Band, die
gerade bei Tanya Stephens gespielt hat. Marcia Griffths ist heute die
dienstälteste Dame auf der Bühne und des gesamten
Festivals. Marcia Griffiths wird nicht umsonst die "Queen of Reggae"
genannt. Wie jeder weiß, stand sie schon zusammen mit Rita
Marley und Judy Mowatt als "The I-Threes" mit Bob Marley & The
Wailers auf den Bühnen dieser Welt. Noch während
ihrer Zeit mit
den I-Threes veröffentlichte sie schon eigene Platten und
legte später noch zahlreiche Alben mit vielen Hits nach.
Ganz klar, dass es bei Marcia Griffiths auch Songs von Bob Marley gibt
und die Massive in den schönsten Erinnerungen schwelgen kann.
Neben Bob Marley
erinnert sie aber auch an weitere Legenden wie Toots Hibbert und
andere.
Die Fülle ihrer eigenen Songs darf selbstverständlich
auch nicht zu kurz kommen. Dennoch kann sie nur einen
Bruchteil davon präsentieren. Wir schätzen uns
glücklich, dass wir sie schon einmal vor 10 Jahren hier an
dieser Stelle erleben durften.
Live Video:
Marcia Griffiths
Songs: Dreamland
- ...
- Young Gifted And Black
- ...
- Who The Cap Fit
- Iron Lion Zion
Das hätte das schönste Konzert des Abends werden
können, aber die Bässe sind wieder einmal grausam
übersteuert. Jetzt muss ich mir aber wirklich die Ohren
zustopfen. Sehr, sehr schade um dieses geniale Set, dessen
Klangfülle ich jetzt nur noch erahnen kann.
Live Video:
Marcia Griffths, Tanya Stephens, Jackie Whyte & Glen Washingten
und Sheriff
One Love
Zum Abschluss gibt's noch ein gemeinsames "One Love" mit Tanya
Stephens, Jackie Whyte & Glen Washington und Sheriff.
Schön, dass es solche Kombinationen immer wieder einmal gibt.
"Oh mein Gott, was haben wir gerade erlebt!?", sagt Moderator D-Flame
und zählt noch einmal die Artists der Show auf.
Mit
Anthony B ist der vorletzte Artist des Festivals angekündigt,
der natürlich wieder einmal mit der House of Riddim Band
auftreten wird. Ein Umbau auf der Bühne ist dazu nicht mehr
nötig, da die Grüne Bühne schon aus Zeiten
von Natty King und Admiral Tibet von der Band "besetzt" ist.
Wir könnten jetzt eigentlich eine Pause gebrauchen und sind
hin- und hergerissen. Anthony B anschauen oder bei Marcia Griffiths
einen Besuch versuchen. Wir entscheiden uns für die sichere
Variante und genießen Anthony B.
Anthony B ist einer der besten Entertainer im Reggae, die wir momentan
haben. Wir haben schon zahlreiche Shows im Laufe von 20 Jahren von ihm
miterleben dürfen und sind immer wieder von Neuem begeistert.
2018 haben wir ihn zuletzt beim Reggaeville Easter Special und ein Jahr
davor hier auf dem Reggae Jam gesehen. Das ist also mehr als genug
Abstand, um heute auf nichts von der Show verzichten zu
können. Da Anthony B beständig neues Material
veröffentlicht, von 1996 bis heute über 40 Alben,
gibt es auch in seiner Show immer wieder neue Hits. Besondere
Höhepunkte sind neben aller sportlicher Betätigung
auf der Bühne, seine Balladen. Auch hier schafft es Anthony B
stets einen anderen Ohrwurm zu präsentieren, wobei wir die
früheren Balladen dann oft vermissen. Heute gibt's den 1984er
Foreigner Song "I Want To Know What Love Is" auf Reggae. Fantastisch!
Live Video:
Anthony B & House of Riddim
Songs: World A Reggae Music + Good Life + Waan Back + Reggae Soul
Sister + many more
Das war doch wieder einmal ein Feuerwerk der Extraklasse! Gut, dass wir
nichts verpasst haben. Sein aktuelles Album ist das
am 24.03.2023 bei
Ineffable
Productions erschienene "Bread & Butter" mit stattlichen 16
Songs.
Ein
weiterer und leider letzter Höhepunkt des Festivals
gehört Tarrus Riley & Dean Fraser und der Blak Soil
Band. Schaut man zurück, ist es tatsächlich schon
11
Jahre her, als Tarrus Riley das Reggae Jam in Begeisterung
versetzte. Omar Riley, aka Tarrus Riley, besitzt eine der markantesten
und schönsten Stimmen im Reggae, und infiziert uns schon seit
seinem 2004er Debutalbum "Challenges" mit seinen eingängigen
Melodien, von denen sich inzwischen viele zu den absoluten Klassikern
des Reggae gesellt haben.
Tarrus Riley gedenkt nach einem kurzen Intro der Blak Soil Band, wie
schon viel Artists vor ihm, dem heutigen Independence Day von Jamaica.
Dazu gibt's von Dean Fraser die jamaikanische Nationalhymne veredelt
auf dem Saxophon. So schön hat wohl noch nie eine
Nationalhymne geklungen. Viele singen mit. Es folgt sein Megahit
"Love's Contagious" von seinem 2009er Album "Contagious" und schon
befinden sich alle Fans auf dem Höhepunkt ihres
Glücks.
Das Outfit von Tarrus, mit kurzen Hosen und langen Mantel, sieht heute
etwas gewöhnungsbedürftig aus. Deswegen hat er wohl
zu
Beginn seiner Show gesagt: "Wir
kommen aus Jamaika wo "96 degree in the shade" sind." ;-)
Es dauert recht lange, bis er sich entschließt, sich von
seinem Mantel zu trennen. Eigentlich bewegt er sich zu seinen
zahlreichen Hits mehr als genug und unterhält das Publikum vor
beiden Bühnen, indem er immer wieder die volle Breite der
Bühnenaufbauten nutzt. Die Stimmung ist ausgezeichnet und so
viel Feedback und Gesang aus dem Publikum wie jetzt, hat man wohl nur
selten in
den letzten Tagen gehört. Sogar Dean Fraser erleben wir heute
zu "Night Nurse" als Sänger und danach präsentiert er
"Redemption Song" allein auf dem Saxophon. Es ist immer wieder ein
Genuss sein Instrument zu hören. Aber warum soll ich euch
alles erzählen, ... schaut einfach das nachfolgende
Video an. Die übersteuerten Bässe werden euch zwar
etwas
stören, aber das kann ich leider nicht ändern. :-(
Live Video:
Tarrus Riley & Dean Fraser and Blak Soil Band
Songs: Intro: 61 years independent Jamaica. In der Folge mit Titeln wie
"Love's Contagious", "Stay With You", "Redemption Song", "She's Royal",
"Gimme Likkle One Drop", "Good Girl Gone Bad" und vielen anderen.
Was für ein Finale! Was haben wir heute nur wieder alles
gehört und gesehen, ... einfach unglaublich. Vielen, vielen
Dank für dieses tolle Festival!!! Ein paar kurze Pausen
zwischendurch würden aber sicher einmal ganz guttun. Man kann
ja in der Schnelle gar nicht alles verarbeiten und die
schönsten Eindrücke haben gar keine Zeit um richtig
verdaut zu werden.
Nun fehlt nur noch die traditionelle Abschlussrede von Bernd "Sheriff"
Lagemann, der Schlusstrecksprung vor den Bühnen und die
Polonaise um den großen "Tree of Life" zur Musik der
Blaskapelle Rote Heide.
Sheriff erzählt von den unzähligen Schlammladungen
die man vom Gelände gefahren und gegen Hackschnitzel
ausgetauscht hat. Bedankt sich bei den unzähligen Helfern des
Festivals, von denen einige auf der Bühne stehen, bei der
Gemeinde Bersenbrück und natürlich auch bei dem
besten Publikum der Welt. Das sind natürlich längst
nicht alle Danksagungen, aber wir können an dieser Stelle
natürlich nicht alles wiederholen.
Das
Moderatorenteam: D Flame, Sheriff, Dr. Ring Ding und Ganjaman
Ein Teil des
Reggae Jam Teams.
Auch der
Bürgermeister richtet ein paar Worte an die Festivalbesucher.
Und wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, sehen wir uns ganz
sicher in 2024 alle wieder an dieser Stelle. Bis demnächst!
Und besucht bis dahin die vielen Einzelshows in den verschiedenen
Clubs! Die Veranstalter brauchen euch, wenn die Szene weiterhin
erhalten bleiben soll!
Top10 Video
Ranking der Bühnenshows in diesem Report:
Stand: 29.02.2024
Platz 1: Burning Spear
Platz 2: Andrew Tosh
Platz 3: Meta Dia
Platz 4: Jaz Elise
Platz 5: Anthony B
Platz 6: Tarrus Riley
Platz 7: Admiral Tibet
Platz 8: Mo'Kalamity
Platz 9: Mr. Vegas
Platz 10: Capleton
Letzter Platz: Kabaka Pyramid
Copyright:
www.reggaestory.de
Text und Videos: Peter Joachim
Fotos: Marion und Peter Joachim
>>
zurück zu Teil
1 - Donnerstag / Thursday - 03.08.2023 >>
zurück zu Teil
2 - Freitag / Friday - 04.08.2023 >>
zurück zu Teil
3 - Samstag /
Saturday - 05.08.2023