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SUMMERJAM 2009 - 03.07.-05.07.2009
FESTIVALERINNERUNGEN
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Ein
großartiges und wie immer friedvolles Festival reiht
sich ein in die 24-jährige Historie des Summerjam. Die Insel
im Fühlinger See
von Köln wurde wieder einmal für einige Tage zu
Klein-Jamaica. Auf dem
großzügigen Campinggelände, im
unmittelbaren Umfeld des Sees, wurde schon
einige Tage vorher die karibische und afrikanische Lebensweise in allen
Farben
zelebriert. |
Aus allen Ecken des
Zeltplatzes ertönten die Trommeln, Gesang oder
der mitgebrachte Reggaesound aus den Konserven. Freilebende Papageien,
die
bereits seit 1965 im Kölner Raum beobachtet werden, schwirrten
öfter durch die
Lüfte und machten die Illusion perfekt. Auch das Wetter war
dem Festival gut
gesonnen. Wo es anderenorts in Deutschland erhebliche Unwetter und
sogar Tote
an diesem Wochenende gab, hielten die „Good Vibes“
des Summerjam alle Übel
fern. Deutschlandweit gab es drei Tote, mehrere Verletzte und
Schäden in Millionenhöhe.
In Brandenburg wurde ein Mann vom Blitz erschlagen, in
Baden-Württemberg wurde
ein Feuerwehrmann durch Stromschlag beim Auspumpen eines Kellers
getötet und
eine Frau vom Baum erschlagen in den zuvor der Blitz einschlug. Auch in
Bayern
wurde ein Mann durch Blitzschlag verletzt. Im Ruhrgebiet gab es sogar
Hagel,
dessen Eismassen sich bis zu einem halben Meter hoch türmten.
Der
Autohersteller Porsche musste am Freitag seine Produktion einstellen,
da
stundenlang der Strom ausfiel und mehrere Hallen unter Wasser standen.
Auch in
Sachsen wüteten am Sonnabend starke Gewitter und zu
reißenden Strömen
angeschwollene Dorfbäche überschwemmten
Straßen und Grundstücke. Dem Summerjam
schickte Jah lediglich, eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass,
einen
kräftigen Gruß mit Blitz und Donner, der lautstark
jubelnd von der
Reggae-Massive auf dem Zeltplatz erwidert wurde. Ein
halbstündiger Regenguss
folgte und sorgte für die ersehnte Abkühlung der
hitzegequälten Camper. Bis zur
ersten Bühnenshow waren die letzten Tropfen allerdings
verflogen und das
Festivalgelände blieb trocken bis zum Schluss. Erst eine halbe
Stunde nach dem
sonntäglichen Abschlussfeuerwerk öffnete der Himmel
wieder seine Schleusen, was
dann natürlich nicht mehr störte.
Nachfolgend nun ein paar
detaillierte Festivalerinnerungen
die ich schon zwei Tage vor dem offiziellen Start des Festivals
beginne. Um
keinen der Leser zu langweilen, da es ja unterschiedliche Fangemeinden
gibt,
hier ein kurzer Überblick zum Verlauf der Story und der
Fotogalerie, die
teilweise gesondert aufzusuchen ist.
01.-02.07.2009
– Mittwoch + Donnerstag
Vor
dem Festival, Anreise, Parkplatz,
Camping
03.07.2009
– Freitag
Jaqee, Phenomden & The Scrucialists, The
Busters, Glen Washington, Danakil, Chino
+ Freddie McGregor, Horace Andy, Cutty Corn, Anthony B
04.07.2009
– Sonnabend
I
Fire, Police In Dub, Ranking Roger, Martin Jondo, Alborosie &
Special
Guest, Tiken Jah Fakoly, Junior Kelly, Buju Banton, Bunny Wailer
& His
Solomonic Reggaestra
05.07.2009
– Sonntag
Howie
Blendah, U-Roy, Pablo Moses, Baaba Maal, Sly & Robbie Taxigang
feat. Bitty McLean, Groundation, UB 40
06.07.2009
– Montag
Abreise
Genug
der Vorrede und hinein ins
Geschehen
Mittwoch
– 01.07.2009
Obwohl der Zeltplatz erst
ab Donnerstag im Eintrittspreis
enthalten ist, nimmt es ein Großteil der Massive in Kauf
schon vorher
anzureisen und dafür eine zusätzliche Gebühr
zu entrichten, um vielleicht seinen
Wunschzeltplatz zu bekommen. Der außerhalb liegende
PKW-Parkplatz ist ein gravierendes
Stück weiter weg vom Zeltplatz als die Jahre zuvor. Die
Ausschilderung von der
Autobahn bis hierher ist wieder vorbildlich ausgeführt. Als
wir gegen 14:00 Uhr
dort eintreffen ist noch nicht allzu viel Betrieb. Das
Einweisungspersonal auf
dem Parkplatz hat immer noch nichts dazu gelernt. Wie in einem der
Jahre zuvor,
will wieder einer der Einweiser, dass die Autos auf
Stoßstangentuchfühlung
heranfahren, was wieder zu Stress und Auseinandersetzungen
führt. Hier sollte
endlich mal angewiesen werden, dass ein gewisser Be- und Entladeabstand
einzuhalten ist. Wir fahren also ein Stück weiter zu einem
vernünftigeren
Einweiser, der etwas von Parkordnung und erforderlicher
Bewegunsgfreiheit
versteht.
Nach endloser Schieberei unseres Plattformwagens kommen wir
am früheren Parkplatz vorbei, der zurzeit noch ein Maisfeld
ist. Wir haben
schätzungsweise einen 1-2 Kilometer weiteren Transportweg.
Dem noch nicht genug, ist die Zuwegung über die
Oranjehofstraße in Richtung P2 nur mit
Campingbändchen und ohne Gepäck
erlaubt. Einziger Zugang zum Zeltplatz ist an der Neusser
Landstraße über P3 am
Freibad – egal wohin man will. Also müssen alle mit
Sack und Pack erst einmal
mit der Kirche ums Dorf ziehen. Unseren früheren Zeltplatz
können wir uns aus
dem Kopf schlagen. Ausgeschlossen unser Gepäck die Sandwege
bergauf und bergab
am Ufer des Sees entlang zu karren. Wir sind jetzt schon weiter und
länger als
sonst unterwegs. Wir nehmen also die erst beste Lücke zwischen
Freibad und P2.
Dabei haben wir noch großes Glück. Längst
ist hier alles zu schätzungsweise 90%
besetzt. Es gibt viele Zelte, die allerdings leer sind. Inzwischen gibt
es
Leute, die schon vor den Straßensperrungen hierher kommen und
ganz bequem mit
ihren Zelten bis zum See heranfahren, diese aufbauen und dann wieder
verschwinden. Erst zum Festivalbeginn kommt dann auch Leben in die
leeren Zelte
oder sie verschwinden vereinzelt wieder. Für entfernt
anreisende
Festivalbesucher ist das allerdings keine Alternative. Andere wiederum
vermieten ihre Zelte, gegen was auch immer. Die Chancen für
seriöse Camper, die
sich an die allgemeinen Regeln halten, werden von Jahr zu Jahr
ungünstiger.
Hier wird man sich irgendwann etwas einfallen lassen müssen.
Nur im Freibad wurde konsequent Platz frei gehalten. Zum
ersten Mal in diesem Jahr konnte man für den Freibadbereich
gegen ein
zusätzliches Entgelt vorreservieren. Die frühere gut
gemeinte Regelung „für
Familien mit Kindern“ oder „ältere und
ruhebedürftige Personen“, funktionierte
bisher nicht. Der Platz war immer voll. Viele schmissen ihre Sachen
einfach
über den Zaun oder wickelten das Einlasspersonal so lange ein,
bis sie
passieren konnten, und für die der Platz gedacht war, war
letztendlich kein
Platz mehr da. Heute allerdings gähnende Leere im Freibad und
konsequente
Kontrollen. Der Platz wird erst am Donnerstag geöffnet.
Auf dem übrigen Gelände ist alles bestens
vorbereitet. Die
Toilettenanlagen sind dieses Jahr sogar an vielen Stellen mit
Wassercontainern
ausgestattet, die lange Wege zu den Zapfstellen am P2 vermeiden.
Auffallend auch die emsige Wartung der Toiletten durch die
diesjährig beauftragte Firma. Das war nicht immer so.

Donnerstag
– 02.07.2009
Früh am Morgen sind die
Flächen am Freibad tatsächlich immer
noch leer. Etwas später dann hallt ausgelassener Jubel
über den See und die
ersten Camper stürmen über die jungfräuliche
Wiese und wissen vor lauter
Angebot gar nicht so recht wo sie ihr Zelt aufschlagen sollen. Langsam
füllt
sich das Gelände nun auch dort. Gegen Abend sind aber immer
noch freie Plätze
zu erkennen.
Die Verpflegungs- und Partystrecke zwischen Freibad und P2
ist in diesem Jahr verschwunden. Dafür wurde direkt auf dem P2
einiges getan.
Ein riesiges zentrales Partyzelt wurde errichtet, was nahezu allseitig
offen
ist und so ein ordentliches Klima im Inneren garantieren wird. Die
verschiedenen Partyzelte auf dem Zeltplatzgelände sind damit
Geschichte. Die
Verpflegungsstände sind nicht mehr so umfangreich und
vielseitig wie sonst. Das
afrikanische Angebot dürfte sich auch verringert haben. Der
Atmosphäre ist das sicher
ein wenig abträglich. Allerdings sind ansonsten auf dem
befestigten P2
natürlich entschieden bessere Bedingungen als auf dem
Zeltplatz, wo es früher öfter
zur Staub- oder Schlammschlacht kam.
Am P3 wurde eine Be- und Entladespur für die Camper
eingerichtet.
Das ist eine sehr gute Idee.
Etwas verwirrend sind die dazwischen angebrachten
Halteverbotsschilder. Ob man das mit Parkverbot verwechselt hat? Das
ergibt ja
sonst keinen Sinn. Nutzen kann man diese Spur allerdings nur, wenn man
im
größeren Personenkreis anreist. Immerhin muss jemand
auf das Gepäck aufpassen,
wenn das Auto weggebracht oder die erste Fuhre auf den Zeltplatz
geschafft
wird. Anders geht es nicht.
Ab 20:00 Uhr ist große Welcome-Party im großen Zelt
auf dem
P2. Wie erwartet eine tolle Sache – Platz für Alle,
ordentliches Zeltklima,
sauberes Umfeld und natürlich Reggae auf die Ohren bis zum
abwinken.



Freitag
– 03.07.2009
Es naht ein
schweres Gewitter! Bitte verlassen Sie das
Wasser!“, verkünden die Rettungsboote, die kurz vor
Mittag an den Ufern des
Sees entlang gleiten. Das lässt nicht lange auf sich warten
und grelle Blitze
fahren krachend zur Erde nieder. Mit Jubel und Beifall wird dies aus
den Zelten
erwidert und ein nachfolgender Regenguss bringt angenehme
Abkühlung. Man könnte
glauben, dies wäre auf Bestellung eingetreten.
Pünktlich zur Eröffnung der
Festivalinsel ist der Regen vorüber und für den Rest
des Tages sollte
angenehmeres Wetter folgen.

Am Haupteingangsbereich
laufen die Kontrollen etwas angenehmer
ab als früher. Immerhin gibt es dieses Jahr wegen einem
Notgetränk im Gepäck
keine Probleme.
Die Programmverteilung auf den Bühnen stellt sich zumindest
für uns als gut gelungen dar. Aufwendige
Bühnenwechsel mit Platzverlust werden
nicht nötig sein. Überschneidungen von wichtigen
Roots-Größen, die uns am Herzen
liegen, gibt es nicht. Spätestens mit dem Auftritt von Glen
Washington wird die
Green Stage unser heutiger Standort bleiben. Bis dahin bleibt noch Zeit
ein
wenig im lockeren Publikum zu pendeln.
Auf der Red Stage eröffnet Jaqee als erste das
diesjährige
Summerjamprogramm. Jaqee kommt aus Göteborg und stammt aus
Uganda. Seit mehr
als 5 Jahren ist sie in der skandinavischen Szene von Soul, Hip-Hop,
Punk und
Reggae zu finden. Seit Juni diesen Jahres ist ihr drittes Album
„Kokoo Girl“
auf dem Markt.



Im Anschluss gibt es
Reggae aus der Schweiz mit Phenomden
& The Scrucialists auf der selben Bühne. Er kommt
nicht nur aus der
Schweiz, sondern singt seine Riddims auch in Schweizerdeutsch.
Phenomden
letztes Album „Gangdalang“ (übersetzt: Geh
da lang) ist letztes Jahr
erschienen. Darauf zu hören ist auch die Zusammenarbeit mit
Rebellion The
Recaller „Vill Lüüt“. Weitere
Infos zu Phenomden gibt es unter www.myspace.com/phenomden
und zu
den Scrucialists unter www.scrucialists.com.


Mittendrin wandern wir ab
in Richtung Green Stage, um von
den zeitgleich auftretenden The Busters auch noch einen Eindruck
mitzunehmen.
The Busters kommen aus Deutschland und präsentieren in erster
Linie Ska. Deren
aktuelles Album "Double Penetration" ist eine Doppelscheibe und
beinhaltet eine CD und eine DVD, die vom Inhalt her nicht identisch
sind. Hier
die Webadressen für weitere Informationen: www.myspace.com/thebustersonline
und www.thebusters.com

Als nächsten
Artist des Nachmittags kündigt Ganjaman mit
Glen Washingon den ersten jamaikanischen Reggae-Star an, der zurzeit
allerdings
in den USA lebt.
Sein Aussehen hat sich in
den letzten Jahren erheblich
verändert. Ursprünglich ohne Haare, hat er sich
inzwischen Dreadlocks zugelegt.
Glen Washington hat in
der Zeit von 1998 bis 2002 neun
verschiedene Auszeichnungen im Soca und Reggae abgeräumt. Sein
Debütalbum
„Brother To Brother“ kam 1997 heraus. Inzwischen
zieren 14 Alben seine Discography,
die vorerst mit „Wanna Be Loved“ endet. Glen
Washingtons erinnert stimmlich ein
wenig an Beres Hammond und liefert sehr melodischen und ruhigen Reggae
ab.
Alle seine Titel stammen
aus eigener Feder. Neben Sänger und
Songschreiber ist er aber auch noch Drummer, was er während
seines Auftritts
auch belegt und Sam Gilly von der House Of Riddim Band eine Pause
einlegen kann. Mehr
zu Glen Washington findet man unter www.myspace.com/glennwashington
und www.glenwashington.net.




Danach gibt es mit
Danakil einen französischen Act auf der
Green Stage. Die Band Danakil ist zum ersten Mal beim Summerjam. Deren
aktuelles Album aus diesem Jahr ist eine CD/DVD-Kombination und
heißt
"Live au Cabaret Sauvage". Danakil präsentiert sich auf der
Bühne
überwiegend mit Roots-Reggae. Die Erscheinung von
Frontsänger Balik könnte
einen glatt ein wenig an Jahcoustix erinnern.
Mehr zu Danakil unter www.myspace.com/danakilweb
und www.danakilweb.com.



Nächster Act ist
Freddie McGregor, der im Vorprogramm von
zwei jüngeren Sängern unterstützt wird.
Einer davon ist sein Sohn
Chino. Die beiden Vorsänger
übernehmen den Dancehall-Part der Bühnenshow, bevor
Freddie McGregor mit
gewohnten Lovers-Rock und Roots and Culture die Massive begeistert.
Freddie ist
bereits seit über 45 Jahre im Geschäft und hat in
dieser Zeit über 30 Alben auf
den Markt gebracht. Ein ausführliches Concert Review vom
05.02.2008, welches
weitere Informationen zu Freddie McGregor enthält, gibt es
ebenfalls auf dieser Seite.




Danach tritt mit Horace
Andy eine weitere Legende aus
Jamaica auf. Horace Andy wurde als Horace Hindes 1951 in Kingston
geboren und
begann seine Karriere Anfang der 70-er Jahre bei Coxsone Dodd im Studio
One. Seine
gewöhnungsbedürftige und nicht alltägliche
Stimme brachte ihm auch den
Spitznamen „Mr. Sleepy“ ein. Ihn stört das
allerdings weniger und er stellt sich
oft selbst mit Horace „Sleepy“ Andy vor. Ungeachtet
dessen gibt es aber mit
Horace Andy Roots-Musik vom Feinsten. Bisher gib es über 30
Alben von ihm auf
dem Markt. Eines der vorjährigen guten Alben ist
„Horace Andy On Tour“. Das
bisher letzte diesjährige Album heißt
„Inspiration Information 2“, eine
Zusammenarbeit mit dem britischen DJ und Producer Ashley Beedle, was
aber in
eine andere ungewohnte Richtung geht. Mehr Infos zu Horace Andy gibt es
bei: www.myspace.com/horacesleepyandy
und www.myspace.com/mrhoraceandy


Als krönenden
Abschluss des Abends gibt es dann mit Anthony
B einen der besten Vertreter des Modern-Roots-Reggae. Seit 1996 Anthony
B-s
Debütalbum „Real Revolutionary“ in der
Reggaewelt einschlug sind 12 Jahre
vergangen und im Durchschnitt jährlich zwei neue Alben
herausgekommen.
Sein aktuelles
diesjähriges Album heißt „Rise
Up“ und ist
wieder ein wenig rootsiger und damit besser, als das
vorjährige Album „Life
Over Death“.
Im Vorprogramm von
Anthony B präsentiert sich erst einmal
Cutty Corn, der allerdings vor dem Haupt-Act des Abends, kaum eine
Chance hat,
sich ins rechte Licht zu rücken. Unabhängig davon ist
aber auch die
Bühnenausleuchtung nicht gerade günstig und das
Publikum wird mehr vom Licht
getroffen als die Artists selbst. Man wird öfter regelrecht
geblendet und kann
kaum die Bühnenakteure erkennen. Trotz Allem ist der
anschließende Auftritt von
Anthony B wieder einmal der optimale Genuss. Etwas
unverständlich allerdings,
warum die überall angekündigte Rockpalast-Filmcrew
nicht vor der Bühne zu sehen
war. Immerhin ist Anthony B einer der Besten und kein
annähernd vergleichbarer
Artist zeitgleich auf der anderen Bühne zu sehen, den man ihm
gegenüber
unbedingt den Vorzug geben müsste. Ich will nicht hoffen, dass
man dafür einen
Künstler gefilmt hat, der sich sogar schon öffentlich
mit näselnder Stimme über
„Roots-Scheiß“ (!!) ausgelassen hat und
damit viele Reggae-Fans vor den Kopf
gestoßen hat.
Mehr Infos zu Anthony B
gibt es unter www.anthonybmusic.net.
Ein
ausführliches Concert Review vom 29.10.2008, welches weitere
Informationen zu
Anthony B enthält, gibt es ebenfalls auf dieser Website.




Sonnabend
– 04.07.2009
Der morgendliche Ausblick
auf das Strandbad lässt immer noch
freie Plätze erkennen. Für Spätankommende
gibt es also immer noch, gegen
entsprechendes Geld, dem Geschehen nahe liegende Zeltplätze.


Der
Sonnabend ist wie
immer der Höhepunkt des Festivals. Die
ursprüngliche Running-Order hat sich sogar aktuell noch
verbessert. Auf der
Green Stage wird Madcon nicht auftreten und dafür Ziggi
kommen. Auf der Red
Stage wurde Barrington Levy gegen Alborosie ausgetauscht, und somit ein
weiteres Highlight
engagiert.
Vor der Show treffe ich
im Gelände Keith Destiny Waldron,
der privat hier ist und sich gerade bei Andrew Murphy vorstellt. Keith
ist
Reggae-Musiker, Songwriter und Sänger, stammt aus T&T
und versucht hier
etwas Werbung für sich zu machen. Er hat bereits drei Alben
veröffentlicht.
Sein aktuelles Album heißt „No Hiding
Place“. Mit ein paar Fotos und einem Link
zu seiner Website werde ich sein Anliegen selbstverständlich
unterstützen. Weitere
Informationen von Keith Destiny Waldron gibt es unter www.myspace.com/keithdestiny.

Der heutige Startschuss
fällt auf der Green Stage mit der
neunköpfigen I Fire Band aus Hamburg. Mit unterschiedlichen
Sängern können sie
immer ein recht vielseitiges Programm anbieten und werden oft als die
Nachfolger von Seeed angesehen bzw. mit denen verglichen. Das hat nicht
nur mit
der Bandgröße und der Sängeranzahl zu tun.
Wer I-Fire einmal gesehen hat, wird
schnell von ihnen überzeugt sein. Mehr Infos gibt es unter www.myspace.com/ifire
und www.i-fire-sound.com.


Als nächster und
dauerhafter Standort für heute ist
allerdings die Red Stage eingeplant, wo sich am Nachmittag einige der
besten
Artists das Mikro weiter reichen werden. Zeitiges Kommen sichert gute
Plätze! Auf
der Bühne ist gerade Police In Dub in Aktion, die sich mit
Dub- und
Reggaeversionen von Police einen Namen gemacht haben. Als Special Guest
tritt
Ranking Roger auf. Police In Dub ist eine deutsche Gruppe mit
Mitgliedern aus
Hamburg und Köln. Ranking Roger kommt aus
Großbritannien.
Weitere Infos unter www.myspace.com/policeindub
und www.myspace.com/rankingroger1





Im Anschluss tritt Martin
Jondo auf. Martin Jondo ist in
Berlin als Sohn eines deutschen Vaters und einer
südkoreanischen Mutter
aufgewachsen. Seine musikalische Karriere begann im Jahr 2001 als er
seinen
ersten Song „Der Rebell“ schrieb. Einige Jahre
später hat er mit „Rainbow
Warrior“ einen Hit gelandet und brachte 2006 sein
Debütalbum „Echo & Smoke“
heraus. Mit „Pure“ hat er sein neuestes Album am
Start, welches ein
Akustikalbum ist und somit den Eindruck vom diesjährigen
Summerjam-Auftritt gut
wiedergibt. Er hat für seinen Auftritt nur noch einen weiteren
Musiker mit
Gitarre mitgebracht hat. Zur Website von Martin Jondo geht es hier www.myspace.com/martinjondo.


Nach Martin Jondo gibt..s
das erste große Highlight des
Tages. Alborosie, der aus Italien stammt und nun in Port Antonio von
Jamaica
lebt, stellt zurzeit mit den besten Roots-Reggae der Insel auf die
Beine. Er
macht den Jamaicanern vor, was die einst konnten und über die
Jahre schon
streckenweise vergessen haben. Viele Stücke erinnern an den
Klangkörper von
Black Uhuru und Sly & Robbie. Mit seinem vorjährigen
Debütalbum „Soul
Pirate“, auf das die Massive schon jahrelang gewartet hatte,
gab es eine erste
Auswahl aus seinen zahlreichen Hits. Auch sein zweites Album aus diesem
Jahr
„Escape From Babylon“ hat noch nicht den Pool der
Vorjahre ausgeschöpft. Bisher
bereits als instrumentales Genie bekannt, das viele Instrumente im
Studio selbst
einspielt, beginnt er nun sogar den Style anderer Artists zu kopieren.
So
glaubt man auf dem neuen Album, oberflächlich
hingehört, Artists wie Michael
Rose, Buju Banton und Andere zu hören, obwohl sie nicht
wirklich dabei sind.
Eröffnet wird die Show von einer jungen Sängerin
namens I-Eye, die für
allgemeine Begeisterung sorgt. Einerseits perfekt zurechtgestylt sorgt
sie für
Beschäftigung bei den Fotografen und überzeugt
andererseits zusätzlich die
Massive noch mit ihrer Stimme. Selten das ein Vorsänger oder
eine Vorsängerin
für solch eine Begeisterung sorgt. Man darf gespannt sein, was
man von ihr noch
hören und sehen wird. Alborosie folgt dann natürlich
mit einem Hit nach dem
anderen. Die Stimmung vor der Bühne ist auf dem
Höhepunkt angelangt. Wieder
kein Fernsehteam dabei! Offenbar sind viel zu viele Ganja-Tunes dabei.
Einen
anderen Grund kann man sich zumindest einfach nicht vorstellen.
Weitere Infos zu Alborosie gibt es unter www.myspace.com/alborosie.





Das nächste
Highlight kommt mit Tiken Jah Fakoly von der
Elfenbeinküste, ein Staat in West-Afrika.
Tiken Jah ist einer der
besten Reggaekünstler aus Afrika. Er
ist 1968 beim Stamm der Malinke geboren. Mit 20 Jahren entdeckte er
dann den
Reggae für sich. 1996 kam Tiken Jahs erstes Album
„Mangercratie“ heraus, dem
bis heute fünf weitere Alben folgten. Sein letztes Album
heißt
"L'Africain". Inzwischen
ist Frankreich seine
zweite Heimat geworden, was sich an den auffallend zahlreichen
französischen
Fans vor der Bühne bemerkbar macht. Die afrikanische Massive
ist nicht so stark
vertreten wie sonst, die Stimmung aber trotzdem genau so
mitreißend.
Mehr zu Tiken Jah Fakoly
unter www.myspace.com/tikenjah
und www.tikenjah.net.



Mit Junior Kelly
gibt’s nach einer kurzen Umbaupause den
nächsten Knaller des Tages. Erst vor ein paar Monaten war er
auf Europatournee
und hat dabei auch 6 deutsche Städte besucht. Heute tritt er
mal mit offenen
Haaren auf und versteckt sie nicht unter einem Tam oder Turban. Junior
Kellys
Hitliste ist lang. Er hat nicht nötig das Programm mit
unbekannten Sachen
aufzufüllen. Junior Kelly lässt der Massive kaum Zeit
zum Luftholen und schiebt
immer wieder neue Hits nach. Er versprüht gute Laune und
breites Lachen ohne
Ende. Wer ihn näher kennt wird allerdings wissen, dass dies
überwiegend nur
Show ist. Er war auch der einzige Artist der alle drei Pressekategorien
(Foto,
Video, Pressekonferenz) auf der Infotafel streichen ließ. Das
Fotoverbot ließ
sich aber letztendlich nicht wirklich umsetzen. Mit
„Smile“ weckte dann Junior
Kelly den Sicherheitsdienst auf, der bisher kaum etwas zu tun hatte.
Junior
Kelly sprang zum Jubel der Massen in den Pressegraben und
stürmte an der ersten
Sicherheitsabsperrung entlang. Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt.
Mehr Infos
zu Junior Kelly und ein umfangreiches Concert Review vom 30.03.2009,
gibt es
ebenfalls auf dieser Website.



Nur Buju Banton kann als
nächster Act die Stimmung noch
toppen. Das liegt daran, das Bujus beeindruckende Stimme viele Jahre
beim
Summerjam nicht zu hören war. Die Massive
begrüßt ihn daher ausgelassen und
glückselig. Buju kann es kaum glauben, bei vielen seiner
Stücke kann er eine
Pause einlegen, da das Publikum lautstark den Text übernimmt.
Bujus neuestes
Album heißt „Rasta Got Soul“ und ist ein
reines Roots-Album. Auch davon gibt es
einige Kostproben. Das Fernsehteam ist auch endlich mal wieder im
passenden
Moment zur Stelle. Das macht Hoffnung auf schöne Erinnerungen
am Fernseher,
obwohl viel zu wenig Titel aufgenommen werden. Aber immerhin
– besser als gar
nichts. Die Fernsehaufnahmen haben einen günstigen
Nebeneffekt. So wird
wenigstens mal der Artist und nicht nur das Publikum angestrahlt. Bujus
Performance ist atemberaubend und Kräfte zehrend bis zum
Schluss. Er gibt Alles
für die Summerjam-Massive. Er braucht hier allerdings niemand
zu überzeugen
oder zurückgewinnen, keiner hat ihn vergessen. Mehr Infos zu
Buju Banton und
ein umfangreiches Concert Review vom 07.06.2009,
gibt es ebenfalls auf
dieser
Website.



Zum Abschluss des Abends
kündigt Andrew Murphy den „Emperor
of Reggae“ an. Nun das ist vielleicht ein wenig
übertrieben, aber die Legende
hat Bunny Wailer auf alle Fälle auf seiner Seite.
Immerhin ist er der
letzte lebende Original-Wailer und weckt
viele Erinnerrungen an Bob Marley und Peter Tosh. Es wird Zeit, dass
wir ihn
nun auf dem Summerjam erleben können. Vor vielen Jahren sollte
er schon einmal
kommen. Das Konzert fiel aber aus und Andrew drückte sich vor
einer genaueren
Erklärung zu den Gründen. Bunny Wailer tritt wieder
mit dem typischen zum
Stirnband umfunktionierten traditionellen Jamaica-Gürtel mit
Löwenkopf auf.
Seine mächtigen Dreads hat er auf dem Kopf zu einem Turban
gebunden. Über
seinem weißen Anzug hat er eine blau-gelbe
Häkeljacke angezogen, die ein wenig
unpassend wirkt und an Omas selbst gehäkelte Sofakissen
erinnert.
Passend zu seinem
Legendenstatus gibt..s natürlich alte
Klassiker der Wailers, Stücke von Bob Marley und viele seiner
eigenen Hits. Bei
Peter Tosh seinem Hit „Legalize It“ packt das bis
dahin agierende Fernsehteam
wieder sein Equipment zusammen, obwohl das Konzert noch längst
nicht am Ende
ist.
Das ist sicher kein
Zufall. Man kann es auch übertreiben. Es
gibt genügend Filmproduktionen, wo dieser Titel im Original zu
sehen ist. Weitere
Infos zu Bunny Wailer gibt es z. B. unter www.myspace.com/bunnywailer1.



Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende, zumindest auf den
beiden Bühnen der Festivalinsel. Ansonsten ist
überall noch Party angesagt, auf
der Insel und auf dem Zeltplatz. Aus jeder Ecke dröhnen die
unterschiedlichsten
Riddims, Trommeln und Gesänge. Im großen Partyzelt
auf P2 ist Jamaica-Feeling
pur angesagt. King C Red leitet dort, als einen Programmpunkt des
Abends
(Nacht), die Wahl der Dancehall-Queen vom diesjährigen
Summerjam. Wer das in
Jamaica schon einmal erlebt hat, weiß was da abgeht. Einfach
unglaublich was
die Mädels da für Bewegungen aus sich herausholen.
Auch auf dem Zeltplatz
ist man erfinderisch. Ein paar
Zeltstangen dienen kurzerhand als Wegesperre und mit passender Musik
wird
gleich eine Limbo-Party ins Leben gerufen. Genügend Teilnehmer
gibt es, da das
Begängnis auf den Wegen noch ungebrochen und ein Ausweichen
durch die Zelte
kaum möglich ist. Ja wenn man nicht das sonntägliche
Bühnenprogramm verschlafen
möchte und nicht auch noch vorher den ersten
Gepäcktransport zu erledigen
hätte, könnte man die Nacht noch lange zum Tage
machen. Möglichkeiten gibt es
genug.
Sonntag
– 05.07.2009
Das erste
überflüssige Gepäck wird zum Auto auf den
weit
entfernten Parkplatz gekarrt. Zum Glück ist der Abtransport
über die Straße am
P2 möglich und nicht wieder der Umweg über P3 am
Freibad nötig. Für Hin- und
Rückweg gehen knapp 1,5 Stunden drauf. Aber das nützt
alles nichts, so sind wir
am Montag schneller und schaffen den Rest mit einer Fuhre.

Auf dem Zeltplatz ist
schon wieder stellenweise Party. Eine
Gruppe Bai Faal, die manch einer fälschlicher Weise
für Rastas halten könnte,
trommelt und tanzt was Hände und Füße nur
hergeben.
Auch auf dem See schwimmt eine Plattform mit trommelnden
Afrikanern am Ufer entlang und die Camper am Strand tanzen dazu. Alle
Eindrücke
möchte man in sich aufsaugen, aber man kann kaum
überall zugleich sein. Es ist
auch nicht mehr viel Zeit bis zum Bühnenprogramm auf der Insel.
Schlaf und jeder Weg will
eben gut überlegt sein, wenn man
so viel wie möglich erleben will. Ohne Kompromisse mit sich
selbst, kommt man
kaum ohne Stress durchs Festival.



Heute wird
ausschließlich die Red Stage unsere Heimat sein.
Zum ersten Act am Sonntag ist das Publikum noch nicht so zahlreich
vertreten.
Das ist nichts Neues. Howie Blendah ist der erste am Start und muss die
undankbare Position der heutigen Eröffnung ausfüllen.
Er stammt aus Jamaica,
ist Jahrgang 1953 und heißt bürgerlich Joseph
Williams. Sein aktuelles Album
heißt „Know Your Roots“ und ist 2008
erschienen. Seine Backing-Band ist die
Soul Fire Band aus Deutschland. Begeisterungsstürme kann er
der Massive nicht
entlocken. Ausführliche Infos zu Howie Blendah sind schwer zu
finden. Zur Soul
Fire Band gibt es Informationen unter www.myspace.com/soulfirebackingband.

Aber
danach geht es mit
U-Roy schon in die Königsklasse. U-Roy
wurde 1942 als Ewart Beckford in Kingston geboren. 1961 begann U-Roy
seine
Karriere als DJ, wurde im Laufe der Jahre der erste DJ-Superstar und
gilt heute
als „Father Of Deejaying“. Nachfolgende
große DJ-s der 70-er Jahre wie I-Roy
und Andere verdankten ihren Erfolg der Nachahmung von U-Roys Style.
Seit 1969
begann U-Roy auch eigene Aufnahmen zu machen. Inzwischen sind 17 eigene
Alben
auf dem Markt und eine Vielzahl von Compilations. Sein bisher letzten
Alben
sind „Rebel In Styylle“ und „Show
Time“, letztere eine CD/DVD Doppelscheibe,
aus dem Jahr 2003. Die vorangegangenen Alben „Serious
Matter“ und „Now“ sind
aber deutlich empfehlenswerter. Mit Hits wie „O.K.
Fred“, ursprünglich von Errol
Dunkley, stellt er das eindrucksvoll der Massive unter Beweis. Bei der
Band
sind aber leider keine Bläser dabei, die bei U-Roys Musik an
vielen Stellen
nötig wären. Sein Auftritt ist leider auch etwas kurz
geraten, was aber zu
erwarten war, da er gemeinsam mit Pablo Moses als Programmpunkt
angeführt ist.
Weitere Infos zu U-Roy gibt es unter Anderem bei www.myspace.com/uroyreggae.


Der Übergang zu Pablo Moses
erfolgt nahtlos und ohne Umbaupause. Auch Pablo Moses, der als Pableto
Henry in
Jamiaca geboren wurde, ist mit Jahrgang 1948 ein Veteran des Reggae.
1975
brachte er mit „Revolutionary Dream“ sein erstes
Album heraus. Gemeinsam mit
den nachfolgenden Alben „The Song“ und
„Pave The Way“ kamen damit seine bisher
besten Alben auf den Markt. Sein letztes Album liegt schon
über 10 Jahre zurück.
Ein neues Album soll aber bald folgen. Man darf also noch gespannt sein
auf
neues Material. Pablo Moses bringt mit seiner unverwechselbaren Stimme
viele
Hits in die Erinnerung der Massive zurück. Auch Andrew Murphy
ist sichtlich
erfreut, diese Musik wieder einmal live hören zu
können. Infos zu Pablo Moses
gibt es unter www.myspace.com/pablomosesofficial.



Nach Pablo Moses geht es wieder in
die Umbaupause und mit Baaba Maal folgt ein rein traditionell
afrikanisches
Programm aus dem Senegal. Der Schwerpunkt der Darbietung liegt
überwiegend auf reine
Trommelmusik. Was anfangs noch mitreißend war, wird auf die
Dauer zur
Geduldsprobe, wenn man stundenlang kein anderes Instrument
hört. Schade um den
Auftritt, da Baaba Maals Musik eigentlich bedeutend vielseitiger ist.
Meine
Erwartungen an diesen Auftritt erfüllten sich nicht so recht.
Mehr Infos zu
Baba Maal gibt es unter www.myspace.com/baabamaal
und http://www.afromix.org/html/musique/artistes/baaba-maal/index.en.html.



Nächster
Programmpunkt Sly & Robbie Taxigang feat. Bitty
McLean. Die gebürtigen Jamaicaner Sly & Robbie
besitzen ähnlichen
Legendenstatus wie Bob Marley. Sie sind die beste Drum- &
Basskombination
die es weltweit gibt. Vielfach auch bekannt als „Rhythm
Twins“ oder mit einer
Mischung aus ihren Namen und den Instrumenten „Sly Drumbar
& Robbie
Basspeare“. Mit ihren Kompositionen trugen sie wesentlich zur
Entwicklung des
Reggae bei und dürften insgesamt auf mehr Platten vertreten
sein als alle
anderen jamaikanischen Musiker zusammen. Die Liste der
Künstler ist lang, für
die Sly und Robbie als Produzenten und Musiker mitgewirkt haben. Namen
wie Lee
Perry, Bob Marley, Peter Tosh, Buju Banton, Tiken Jah Fakoly, U-Roy,
Jimmy
Cliff, Junior Delgado und viele Andere haben mit Sly und Robbie
hervorragende
Arbeiten abgeliefert. Am bekanntesten dürfte aber die
Zusammenarbeit mit Black
Uhuru sein, als sie mit ihnen weltweite Erfolge feierten und ganze
Stadien füllten.
Aber auch für Künstler aus dem Nicht-Reggae-Bereich
sind sie immer wieder
begehrt. Da gibt es Produktionen mit Robert Palmer, Bob Dylan, Joe
Cocker, Mick
Jagger und vielen Anderen. Mit Sinéad O..Connor, schufen sie
im Jahre 2005 das
Album „Throw Down Your Arms“,
was als bestes Reggae-Album des Jahres angesehen wurde. Und das mit
einer
Künstlerin die nie zuvor auf dem Gebiet des Reggae aktiv war.
Die Kompositionen
von Sly & Robbie haben immer einen besonderen Klang und sind in
der Regel
zwischen anderen Produktionen herauszuhören.
Heute nun stehen sie mit
Bitty McLean gemeinsam auf der
Bühne. Ihr aktuelles gemeinsames Projekt heißt
„Movin.. On“. Bitty Mc Lean ist
Jahrgang 1972 und in England geboren. Als Vertreter des
„Lovers Rock“ präsentiert
er einen sehr ruhigen und melodischen Reggae. Seinen Durchbruch in
England
feierte er bereits in den Jahren 1993 und 1994. Inzwischen gehen sechs
Alben
auf sein Konto.
Bitty McLean singt
gewohnt softig und Robbie steuert sogar
ein paar Zeilen bei.


Für Fans von Sly
& Robbie wird deren typischer Style
nicht so recht in der Kombination mit Bitty McLean zur Geltung kommen.
Erst mit
dem letzten Titel „Plead My Cause“, kommen die
richtigen Klänge, die an alte
Black Uhuru Zeiten erinnern. Einfach nur genial. So könnte es
stundenlang
weitergehen. Bitty McLean singt zum Ende kurz eine Zeile von Black
Uhuru an –
„Guess Whos.. Coming …..“, vermeidet es
aber weiter zu singen. Das ist auch
nicht nötig und richtig. Die Massive erkennt den Style auch
so. Singen sollte
dies auch nur ein Mann wie Michael Rose. Schade, dass sich Sly Dunbar
nicht
einmal am Ende der Show am Bühnenrand der Massive gezeigt hat.
Er hält sich
stets zurückhaltend im Hintergrund und ist schwer zu
erwischen. Er hätte es
verdient gefeiert zu werden. Ebenso hätten es aber auch die
Fans verdient,
einen ordentlichen Blick auf ihn zu erhaschen.
Mehr zu Bitty McLean und
Sly & Robbie unter www.myspace.com/bittymcleanmusic
und www.myspace.com/slyandrobbie.


Der letzte Titel von
Bitty McLean ist die richtige
Überleitung zu Groundation, die mit kräftigem
Roots-Sound das Programm nach
einer Umbaupause fortsetzen. Groundation kommt aus Kalifornien und
wurde erst
1998 von Marcus Urani, Ryan Newman und Harrison Stafford
gegründet. Inzwischen
gibt es neun Alben von ihnen auf dem Markt. Die aktuelle
diesjährige Scheibe
heißt „Here I Am“.
Der Reggae von
Groundation hat durch Jazzeinflüsse einen
unverkennbaren eigenen Style entwickelt.
Auch die Stimme von
Harrison Stafford ist unverwechselbar
und für manche aber auch
gewöhnungsbedürftig. Bühnenshow und Klang
sind absolut
perfekt. Unverzichtbarer Bestandteil sind wiederum die
Backgroundsängerinnen,
die mit Tanz und Mimik mehr Blicke auffangen als die übrigen
Bandmitglieder.
Kerry-Ann Morgan ist dieses Mal zwar wegen einem Soloprojekt nicht
dabei, aber
die dafür engagierte Stephanie Wallace ist mit ihrem Tanzstil
und
Gesichtsausdruck der perfekte Ersatz. Man könnte nicht sagen
wer von ihnen besser
ist. Beide gemeinsam auf der Bühne wäre wohl die
Vollendung des perfekten
Bühnenbildes. Den Abschluss der Show gibt es später
mit dem gewaltigen Knaller „Freedom
Taking Over“ vom Album „Hebron
Gate“ an dem Don Carlos und die Congos mitgewirkt haben und
hier von
Groundation stimmlich gut imitiert werden. Jammerschade, dass hier
wiederum das
Fernsehteam gefehlt hat. Wer hat den Rockpalast nur beraten?!





Zwischendurch treffen wir
noch Sebastian Sturm, der dieses
Mal das Festival ganz privat genießt.
Seine
Bühnenshows sind ebenfalls immer ein Erlebnis. Er
bietet konsequenten Roots-Reggae und erinnert in verschiedenen
Situationen oft
ein wenig an Bob Marley. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, seinen
Auftritt zu genießen, sollte sich dies unbedingt für
ein nächstes Mal vormerken.
Sein aktuelles Album heißt „One Moment In
Peace“. Mehr Infos unter www.myspace.com/sebastiansturm.


Bei der
anschließenden Pressekonferenz mit Groundation treffen
wir die Gründungsmitglieder Marcus Urani und Harrison
Stafford, die sich aufgeschlossen den
Fragen der Anwesenden stellen. Einige Fragen der Journalisten sind zwar
etwas
ungelungen und zeugen von mangelhafter Vorbereitung, aber insgesamt ist
es
trotzdem ein recht informativer Termin geworden.
Von Harrison Stafford
erfahren wir unter Anderem, dass er
bereits während seiner Kindheit von Joseph Hill inspiriert
wurde und so sein Interesse
für den Reggae geweckt hat. Das Joseph Hill noch vor Bob
Marley genannt bzw.
Bob Marley gar nicht erwähnt wird, ist schon nicht ganz
alltäglich. Besonderen
Wert legt Harrison Stafford darauf, dass die Musik von Groundation
nicht nur
ihm zugeschrieben wird. Er meint dazu, dass die Ideen immer von jemand
anders
kommen und die Band so lange daran mit weiteren Ideen arbeitet bis es
perfekt
ist. Auch sieht er nicht wie allgemein üblich einzelne Titel
als den Hit. Für
ihn zählt immer das gesamte Album als ein Kunstwerk.
Es gibt selten einen
freundlicheren und aufmerksameren
Menschen wie Harrison Stafford. Er erfüllt alle
Wünsche der Anwesenden, ob das
nun Fotos, Jingles, Autogramme oder die schriftliche Auflistung von
Bandaufstellungen sind. Erst als keiner der Journalisten eine Idee mehr
hat,
wird im Einvernehmen aller Anwesenden die Pressekonferenz beendet.
Harrison
gibt gewissenhaft Acht, dass er auch jeden Anwesenden
persönlich erwischt und
sich von ihm verabschieden und ein paar persönliche Worte mit
auf den Weg geben
kann.
Weitere Informationen zu
Groundation findet man unter www.myspace.com/groundation
und www.Groundation.com.


Inzwischen ist mit UB 40
die letzte Show des Festivals auf
der Red Stage im vollen Gange.
Keine Chance mehr eine
ordentliche Position zu erreichen,
wenn man nicht dreist sein will.
Der Pressegraben ist auch
schon gesperrt, da die dafür
vorgesehenen ersten drei Stücke längst
vorüber sind. Das ist der Nachteil, dass
sich Fototermine und Pressekonferenzen nicht so perfekt planen lassen,
um jegliche
Überschneidungen zu vermeiden.
UB 40 gibt es bereits
seit 1978 und wurde von den Brüdern
Robin und Alistair „Ali“ Ian Campbell
gegründet. Mit ihren Reggae-Kreationen
fanden sie auch Einzug in die Popkultur und sind so oft der erste
Einstieg für
Fans in das Reggae-Universum. Von 1980 bis heute hat die Band
bereits über 20 Alben herausgebracht.
Das
bisher letzte Album ist von 2008 und heißt
„Twentyfourseven“. Seit vorigem Jahr
gab es einige Rangeleien in der Band, die auf finanzielle
Unstimmigkeiten
zurückgeführt werden. Als Ergebnis hat der gewohnte
Sänger Ali Campbell und
Keyboarder Michael Virtue die Band verlassen. Als neuer Sänger
ist nun Duncan
Campbell, ein Bruder von Robin und Alistair, am Start. Trotz Allem wird
die
Band gehörig von der Massive gefeiert, obwohl die Erinnerungen
an die alten
Klassiker ohne Ali Campbell, für mich nicht so den richtigen
Wert haben.
UB 40 spielt bis in das
Abschlussfeuerwerk hinein und sorgt
für einen sanften Ausklang des Festivals.
Mehr Infos zu UB 40 unter www.myspace.com/ub40.
Nach der Show gibt es wie
immer noch den ultimativen
„Redemption Song“ von Andrew Murphy, bevor sich die
Massive langsam und zögerlich
zerstreut.




Im nächsten Jahr
gibt es dann das 25-jährige Jubiläum des
Festivals. Wir dürfen gespannt sein, was man sich dazu
einfallen lässt. Wie
wäre es denn einmal mit einer großen Black Uhuru
Show, wo neben Michael Rose
auch Junior Reid, Don Carlos und Andrew Bees nacheinander auftreten und
jeweils
ihre eigenen Hits präsentieren würden? Sly und Robbie
natürlich eingeschlossen.
Das wäre eine grandiose Show. Michael Rose ist zumindest
gegenüber solchen
Ideen aufgeschlossen. Wie die anderen Artists darüber denken,
ist mir
allerdings nicht bekannt.
Montag
– 06.07.2009
Die gewohnten Nachwehen
des Festivals sind im vollen Gange.
Alles wird zurückgelassen, was nicht unbedingt notwendig oder
beschädigt ist.
Wer hier wohnt, könnte sich mit Campingausrüstungen
eindecken ohne Ende. Auch
die Leergutsammler haben wieder Hochkonjunktur und sind teils schwerer
beladen
als die abreisenden Camper. Da werden Bierkistentürme aus
allen Regionen
zusammengetragen. Wie man sich damit herzu nur abschleppen konnte? Es
gibt auch
ungleich leichtere Varianten Bier zu konsumieren. Der Shuttle-Service
zum
entfernten Parkplatz ist rege im Einsatz. In Richtung Parkplatz
vermissen wir allerdings
den Sicherheitsdienst. Immer wieder gibt es unvernünftige
Autofahrer die die
Zufahrten blockieren und entgegen der vorgegebenen Fahrtrichtung den
Gepäcktransporten entgegenkommen. Letztendlich ist sogar der
Shuttle-Bus noch
vor Erreichen des Parkplatzes blockiert, da wegen Falschparkern die
Straße
teilweise zugestellt ist. Diese Egoisten sollte man ganz einfach
abschleppen
lassen.


Wir sehen uns hoffentlich
im nächsten Jahr wieder und
verpasst bis dahin nicht die Mitschnitte vom Rockpalast!
Sendetermin: 16. auf
17.08.2009 (Sonntag zu Montag) auf dem
WDR in der Zeit von 0:45 – 02:45 Uhr.
Copyright:
Text und
Fotos by Reggaestory
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