Wir können es immer noch nicht ganz
fassen, dass sich Yellow Umbrella tatsächlich von seiner
Fangemeinde verabschiedet hat. Und das ausgerechnet mit einer Release
Party zu ihren zwei neuen Alben "Yellow" und "Black". So viel
wundervoller neuer Stoff auf einem Streich, dazu neue
hoffnungsvolle
Kombinationen mit Brandy San Marino, die nun auch ohne den gelben
Schirm im Dresdner Regen steht. Das soll jetzt alles nicht mehr
weitergehen? So
viele ausgelassene verschwitzte Partys mit einer an ihre Grenzen
stoßenden Ausdauer der YU-Fans, kein Perestroiska, kein
Salomo
mit dem wunderschönen Vorspiel von Bernard, kein ... und und und
...? Ich weiß gar nicht wo ich anfangen und wo ich
aufhören soll.
Am 6.
Januar vergangenen Jahres ließ die Band die Bombe auf ihrer
Website platzen und verkündete: "Wir sind extrem dankbar
für 30 großartige Jahre voller Musik und
Lebensfreude, die wir miteinander und mit Euch hatten. Es war uns ein
Fest! Aber in der letzten Zeit haben wir gemerkt: Es geht so nicht
weiter. Wir brauchen einfach eine Auszeit. Wir werden daher nach den
beiden Konzerten im Januar 2024 eine kreative Pause von unbestimmter
längerer Dauer einlegen. Der 26.01.2024 wird also auf jeden
Fall ein unvergesslicher, sehr emotionaler, ziemlich einzigartiger und
äußerst tanzbarer Abend werden. Freut Euch auf neue
Musik, illustre Gäste und weitere Eskalationen von und mit
Eurer Zweitlieblingsband! ;-)"
Diese Verkündung hatte sich zwar im Laufe der Wochen immer
wieder mal ein wenig in der Formulierung geändert, aber im
Endeffekt ist das Ergebnis das Gleiche geblieben. Wir müssen
auf
unbestimmte Zeit ohne YU auskommen. Immerhin macht die Formulierung
"Auszeit" noch ein wenig Hoffnung, dass es irgendwann doch noch ein
Wiedersehen gibt.
Für uns ist es da natürlich Pflicht, eines
der
beiden Abschlusskonzerte zu erwischen. Viele Fans mussten
leider sprichwörtlich "in die Röhre schauen" bzw. mit
ein paar
Ausschnitten auf YouTube auskommen, um sich von der Band noch einmal zu
verabschieden. Der Beatpol war nach dem Bekanntwerden des Abschieds von
YU schon zu Weihnachten ausverkauft. Wer das rechtzeitig mitbekommen
hat, konnte noch für den Folgetag nach Leipzig ins Werk 2
ausweichen. Aber auch dort waren am Ende alle Karten ausverkauft.
Wir haben uns zum Abschied den Dresdener Beatpol ausgesucht. Eine
geschichtsträchtige Location, die schon im Jahr 1896 als
Ballsaal und Gasthaus in Altbriesnitz (Ortsteil von Dresden) errichtet
wurde. Der Saal war damals auf 400 Gäste ausgerichtet.
Postkarte
der Location aus dem Jahr 1917
Ab 1918 wurde das Objekt zu "Lichtspiele Gasthof Briesnitz" mit 300
Leuten Kapazität umfunktioniert. Nach Umbauarbeiten
ab 1931, erfand sich das Objekt im Jahr 1933 als "Kino Film-Eck" neu.
Nach vielen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, begann schon
1945 wieder der Lichtspielbetrieb. Dieser dauert bis in die
frühen 1980er Jahre an, bevor das Objekt nach hier
vorliegender Information in den Dornröschenschlaf fiel.
Nach der politischen Wende wurde das Gebäude 1991 als Starclub
durch die
Starclub GmbH (Ein Joint Venture zweier kommerzieller Veranstalter von
jen- und diesseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze.) wieder in
Betrieb genommen. Aber schon 1993 wurde die Starclub GmbH wegen
Insolvenz vom Starclub e.V. übernommen und ein
regelmäßiges Monatsprogramm mit insgesamt zirka 100
Shows
pro Jahr folgten. Aber wie sagt man so schön: "Es kann nicht der
Frömmste in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn
nicht gefällt".
Der "böse Nachbar" hieß in diesem Falle
Universal
Music, der sich vom Starclub Dresden bedroht fühlte und 2007
tatsächlich die Namensrechte für sich
einforderte.
Schade um das sinnlos verbrannte Geld. Das war die Geburtsstunde des
"Beatpol" und des Beatpol Dresden e.V.. Der Fülle an Konzerten
brachte das aber keinen Abbruch. Das freut uns. Weiter so!
Der Starclub von Dresden war übrigens nicht das einzige Opfer
in
Deutschland, welches seinen Namen aufgrund der Aktivitäten von
Universal Music ändern musste. Darunter zählen die
ehemaligen
Starclubs von Nürnberg, Mainz und andere. Vielleicht sollte
man
sich auch einmal irgendein Wort sichern lassen. ;-)
Aber genug der Vorworte. Kommen wir nun zu ein paar Eindrücken
der leider vorerst letzten Yello Umbrella Show von Dresden.
Wir treffen uns vor der Show im schönsten und
großzügigsten Backstage, den die Band in ihrer
langjährigen Konzertlaufbahn nutzen durfte. So zumindest nach
der Aussage von Posaunist Thomas Hellmich, der uns an der Tür
in Empfang nimmt. Wir wollen noch vor der Show ein Abschiedsfoto von
der Band aufnehmen, da ein derartiges Unterfangen nach der Show bei YU erfahrungsgemäß meistens schief
geht.
Von links:
Bernard Lanis (Sax), Jens Strohschnieder (Vocals, Keyboard),
Gero Dumrath (Drums, Backing vocals), Thomas Hellmich (Trombone) mit
den beiden neuen Alben in den Händen, ... "The Black Album"
ist getarnt ;-),
Jürgen Kalkschies (Bass), Flo Naegeli (Guitar) und Germi
Rieß (Trumpet, Backing Vocals)
Neu in der Truppe ist Flo Naegeli, der die Nachfolge von Fritz Bayer
angetreten hat. Da hat sich das Gitarristen-Problem endlich
geklärt, und nun gibt es leider nur noch zwei Shows. "Ich
denke, es geht um Yellow Umbrella und nicht um mich!?",
stellt Flo etwas überrascht fest, als wir als erstes nach
seiner Person fragen. Ja so ist das nun einmal, wenn ein neuer Musiker
in die Band kommt. Alle anderen kennen wir ja schon seit Jahren.
Aber suchen wir uns nun ein geeignetes Plätzchen im Ballsaal,
der wie alle anderen Bereiche der Location auch, mit
unzähligen Konzertpostern ausgekleidet ist. Das erste Poster
ist im Jahr 1992 an die Wand gekommen erzählt uns Clubchef
Carsten Becker, der von Anfang an dabei war. Wie viele es inzwischen
geworden sind und wo das erste eigentlich hängt, kann er
gerade beim besten Willen nicht sagen.
Im schon fast ausgefüllten Ballsaal ist derweil ein geiler
Sound aus der Konserve zu hören. Das könnte fast Mad
Professor seine Finger drin gehabt haben, denke ich mir und frage am
Mischpult nach, als der Song ausgeklungen ist. Da läuft eine
Playlist von Spotify per Zufallsmodus.
Aber über "Zurück" kommen wir noch an die Info. Ich
fasse es nicht, ... der Song heißt "Granny" und ist von
Yellow Umbrella. Mir fällt es wie Schuppen von den Augen.
Schon im Jahr 2005, als wir unser erstes Interview mit YU gemacht
hatten, hat uns dieses Stück besonders gut gefallen und im Interview
eine Rolle gespielt. Bei der Fülle an guter Musik verliert man
eben manche Stücke hin und wieder aus den Augen.
Aber nun geht es endlich los und die Band wird jubelnd vom Publikum
begrüßt.
Live Video:
Yellow Umbrella - 1/3
Songs: The Day That You'll Come Back
- The Melody (We Come In Peace)
- Run Run Run
- Tetruschka
- Keep That Love
- Jeff, We Want Your Money
- Walk Away
- Why Why Why
- Ma Belle
Am Bühnenhintergrund ist ein schlichtes "YU" befestigt, was
ich für den heutigen Anlass für sehr
zurückhaltend empfinde. Nicht einmal ein gelber Regenschirm
ist irgendwo zu sehen. Die Band macht eben wenig Aufhebens um ihren
Abschied. Das war bei ihren großen Jubiläumspartys
noch ganz anders. Da hat man viel Liebe in die Bühnendeko
gesteckt und zudem für einige Gastsänger gesorgt.
Auch diese fehlen heute. Als ich im Vorfeld mit der Band
darüber geplaudert hatte, kam ich mir schon ein wenig veralbert
vor. Aber es ist tatsächlich so. Die Band hat demokratisch
entschieden die Abschiedsshows allein zu meistern. Darüber
hinaus standen auch noch einige organisatorische Probleme im Wege.
Die Stimmung im Saal könnte nicht besser sein. Immer wieder
ist
unbeschreiblicher Jubel zu vernehmen. Darüber hinaus ist
beeindruckend wie die Texte lautstark mitgesungen werden, selbst
bei Songs, die noch gar nicht lange veröffentlicht sind. Ich
versuche
große Teile der Show einzufangen, die heute wohl die
längste Setlist aller zurückliegenden YU Konzerte
hat. Besonders abgefeiert wird Bernard Lanis, der seit 19 Jahren der
Band angehört und mit seinem stets anders klingenden Vorspiel
zu "Salomo" den Saal zum Kochen bringt. Da muss man ganz einfach immer
wieder die Record-Taste bemühen. Zum Glück verpasse
ich keinen einzigen Ton, da mir die Band freundlicher Weise
schon vor der Show die Setlist zur Verfügung gestellt hat.
Nach dem Song gibt es für Bernard einen nicht enden wollenden
Beifall. Bernard ist sichtlich gerührt.
Live Video:
Yellow Umbrella - 2/3
Songs: Matt and Clive
- The Answer
- Salomo
- Hooligans Of Love
- Perestroiska
Ja, "Perestroiska" auch so ein Knaller. Von wegen "letztes Lied". ;-) Die
Ankündigung von Jens wird natürlich von
Gelächter
aus dem Publikum begleitet. Im Saal tropft derweil symbolisch
betrachtet, der
Schweiß von der Decke. Ich bin schon völlig durch,
obwohl
ich eigentlich nicht viel mache. Zumindest im Vergleich zu den Musikern
auf der Bühne, die ganz eisern ihre schwarzen Jacketts bis zum
Ende der Show nicht ablegen.
Wie erwartet, gibt es nach dem nicht endenden Beifall das Zeichen
mit einer Sirene für den ersten Zugabenblock. Wir haben es ja
schon Schwarz auf
Weiß in der Tasche. Eine Band wie Yellow Umbrella kann sich
eben sicher
sein wie ihre Fans mitmachen. Zum Anfang hatte ja Jens noch gesagt:
"Mal sehen wer länger durchhält, ihr oder wir!?" Das
war schon etwas mutig, denn das Publikum kaputtzuspielen wird wohl
nicht gelingen. :-)
Mit "Greencard", "Yu Never Cared For Me" und "Josephine" sind wir nun
schon bei Song 31-33 gelandet! Das reicht natürlich noch
nicht. Das Publikum hält schon noch eine Weile durch. Also
geht es nach weiteren Beifallsstürmen in die zweite Zugabe.
Nach Song 36 geht es dann aber nicht mehr weiter.
Gönnen wir YU ihren Feierabend. Es steht zwar noch eine
weitere Option am Ende der Setlist, aber sagen wir ganz einfach mal:
Das Publikum hat gewonnen!
Live Video:
Yellow Umbrella - 3/3
Songs: Greencard
- Josephine
- King Dubby
- Your Love Is My Love
- Lay Down
Eine mitreißende Show ist zu Ende gegangen und ein
über sich hinauswachsendes Publikum hat die Band bis zum Ende
volle Ausdauer gefeiert. Ob das nicht der Band künftig fehlen
wird? Nun ja, eine Show haben sie ja morgen noch in Leipzig, aber dann
ist es endgültig.
Der entspannte Ausklang nach der Show, wird jetzt leider mit
eindringender kalter Luft etwas ungemütlich. Die
durchgeschwitzten Sachen kühlen schneller ab als sie trocknen
können. Das ist nicht gerade ungefährlich. Der
Ansturm auf die Garderobe beginnt, die eigentlich nur ein kostenloses
Sachenlager ist. Da muss man schon genau wissen, wo man sein Fell
abgelegt hat. Vorausgesetzt, es wurde bei der Sucherei nicht
umgestapelt. ;-)
Die Garderobe
Mit den Musikern von Yellow Umbrella gibt es natürlich am Merchandise noch wie gewohnt die Möglichkeit ins
Gespräch zu kommen. Die letzte Chance Souvenirs und Platten
mit den Autogrammen der Band zu erwerben, Fotos zu machen usw. usf.,
wird fleißig genutzt.
Jetzt müssen wir uns aber langsam um unsere nasskalten Sachen
kümmern und den zugigen Ballsaal verlassen. In den nasskalten Klamotten wird es
uns nämlich empfindlich kalt. Das ein Sachenwechsel
nötig werden würde, daran haben wir
natürlich nicht gedacht. Eine dicke Jacke drüber
hilft aber auch schon, ... zumindest ganz langsam.
Noch schnell ein paar Bilder von den interessanten Postern aufnehmen
und dann geht es ab ins Auto mit auf Hochtouren laufender Heizung. Wir
wären ja gerne noch auf ein Schwätzchen geblieben,
aber das müssen wir auf später verschieben.
Ja und "später" ist nun nach geraumer Zeit erreicht und wir
hängen noch ein kleines Interview dran.
Interview
reggaestory.de:
Wie fühlt man sich denn nun nach solch einem grandiosen Abend
und wie fandet ihr das Publikum? Gero:
Danke Dresden, danke Leipzig, das waren zwei tolle Abende im Januar.
Wenn es doch immer und überall so wäre ... Thomas:
Man fühlt sich natürlich erstmal sehr gut. Es gibt
fast kein schöneres Gefühl, als das Gefühl
auf einer Bühne zu stehen und Musik für ein
enthusiastisches Publikum zu machen. Danach, wenn alle weg sind,
fällt man meist erstmal in ein Loch. Aber das ist eine andere
Story .... Und ja, das Publikum war unglaublich. Unglaublich
textsicher, unglaublich tanzwütig, unglaublich sympathisch,
unglaublich laut und unglaublich gutaussehend. Jens:
Es war wirklich ein besonderer Abend für uns und auch eines
der längsten Konzerte seit langer Zeit. Wir konnten uns im
Vorfeld nicht entscheiden, was für Songs wir weglassen wollen
und dann haben wir einfach alle gespielt. reggaestory.de:
Und warum kann es eigentlich nicht so weiter gehen, wie ihr das bei der
Bekanntmachung eures Abschieds formuliert hattet? Thomas:
Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Und
es war bis dahin immer sehr schön. Ich hatte immer das
Gefühl, dass die Band gut ist, dass die Verbindung zwischen
Band und Publikum gut ist, dass die Energie stimmt, dass es knallt und
dass wir musikalisch etwas zu sagen haben. Bevor das verschwindet oder
bevor hieran Abstriche hör- oder sichtbar werden - und wir
hätten demnächst durch den Weggang mehrerer wichtiger
Bandmitglieder massive Energieverluste erlitten - haben wir uns
entschieden, lieber jetzt mit zwei tollen Konzerten in unseren
Heimatstädten und mit zwei tollen Alben abzutreten und allen
in guter Erinnerung zu bleiben. Jens:
Ich denke, wir haben Alle unterschiedliche Meinungen dazu. Aber es
fühlt sich gut an, mal eine Pause von unbestimmter Dauer zu
machen, um zu gucken, was das mit uns macht. reggaestory.de:
Egal wie, es ist unendlich schade. Wir werden euch vermissen. Besonders
weil es hier im Dresdner Raum nicht so viele Alternativen gibt. Wen
seht ihr da nachwachsen? Thomas:
Da fällt mir leider beim besten Willen niemand ein. Wir haben
keinen Kontakt zu jungen neuen Reggae- oder Skabands aus dem Dresdner
Raum. Ist auch nicht schlimm. Die werden sich zu gegebener Zeit schon
von selbst zeigen. reggaestory.de:
Wenn nicht, kommt ihr einfach irgendwann zurück. ;-) Thomas:
Das wird wohl eher nicht passieren. ;-) reggaestory.de:
Bis dahin oder auch nicht, schauen wir doch einmal, was
ihr nach YU so anstellt
oder vorhabt.
Ohne Rang und Namen fangen wir mal bei dir an. Was macht Thomas im
zweiten Leben ohne YU? Thomas:
Ohne Musik kann und will ich nicht leben. Ich werde auf jeden Fall also
weiter Posaune spielen. Ich fürchte allerdings, ich werde
erstmal meinen Söhnen etwas auf die Ketten gehen und
versuchen, mit ihnen Musik zu machen. Jürgen und ich werden
übrigens den YU-Webshop
noch so 1 bis 2 Jahre aufrecht und
online halten, zum Abverkauf der ganzen Tonträger. Wir
arbeiten derzeit auch am Release der beiden neuen Alben auf Vinyl. reggaestory.de:
Was macht ein Gero im Tagebau des Ziegelwerks EDER von Freital? Du hast
mich da tatsächlich völlig unerwartet
während
einer Weiterbildung von der Leinwand herab in einer Powerpoint
Präsentation, sehr dynamisch und zielstrebig angesehen. Gero:
Ich "arbeite" seit 2019 immer wieder mal für Film und
Fernsehen als Komparse und Kleindarsteller, zuletzt auch an der
Semperoper Dresden. Damit kann ich, neben der Musik, mein
großes Interesse an den darstellenden Künsten ein
Stück weit ausleben. Für den EDER-Film bin ich
über eine Agentur gecastet worden und habe mit Freuden mal
wieder einen Vormittag im Dreck buddeln dürfen, haha. reggaestory.de:
Wie viele Bullis hat denn Jürgen schon in der Bulliklink von
Sacka repariert oder ausgebaut? Ach so, ... und wird es dort noch
einmal irgendein Reggae Konzert wie in 2011 geben, als noch die
Ladeflächen von Bullis als Konzertbühne dienten? Jürgen:
... Ungefähr so viele, wie ich tiefe Töne
für Yellow gespielt habe. Ein Remake vom "Campers HIFI Festival"
wird es auf jeden Fall nochmal geben und Du wirst der Erste sein, der
davon erfährt. reggaestory.de:
Wo werden wir die Trompete von Germi demnächst hören
können und was machst du sonst noch neben der Musik? Du bist
ja immerhin schon seit 2015 mit im Boot, aber dennoch einer der
jüngsten Bandmitglieder. Da wirst du ja kaum die Trompete
schon an den Nagel hängen? Germi:
Ne,
ich werde
sicher nicht die Trompete an den Nagel hängen, da ich
hauptberuflich Trompete spiele und Trompete unterrichte.
Ich spiele weiterhin in meinen anderen Bands Banda Comunale
und in der JAZZLOUNGE Dresden. Des Weiteren spiele ich auch seit einem
dreiviertel
Jahr am Staatsschauspiel Dresden in dem Stück
„Diener zweier
Herren“. Dort war ich in den letzten Jahren immer wieder mal
engagiert. Besucht mich gerne auf meiner Website
für weitere Infos. reggaestory:
Was macht der Jens im Leipziger Zoo? Ich habe dich vor einiger Zeit
ganz kurz in der Sendung "Elefant, Tiger & Co" gesehen. Da hat
man von "unserem Jens" gesprochen aber nichts weiter dazu
erklärt? Jens:
Ich bin in meinem anderen Leben Filmemacher und 2003 haben wir mit
"Elefant, Tiger und Co" angefangen. Ich mache das bis heute! reggaestory.de:
Und was machst du sonst noch für Projekte? Jens:
Sonst eher politische Themen oder Musikfilme. Im vergangenen Jahr habe
ich einen Film über die Ukraine gemacht. Er heißt
„Weinen werden wir später“ und einen Film
für ARTE über die Sängerin PINK. reggaestory.de:
Und was wird mit Boooo? Jens:
… Ich denke alles hat seine Zeit. Meine Kinder sind nun aus
dem BOOOO-Alter raus. Ich habe vier Bücher geschrieben und wir
haben die Musik dazu gemacht. Es war toll, aber jetzt reizt mich was
Neues. reggaestory.de
an Bernard: Bist du eigentlich jemals so gefeiert worden
wie nach "Salomo" im Beatpol zu Dresden? Bernard:
Das Publikum war super großartig bei unserem letzten Konzert
im Dresdener Ostpol. Seit meinem Debüt bei Yellow Umbrella,
wurde ich vom Dresdner Publikum immer herzlich empfangen. Ich glaube,
dass zwischen uns eine ganz besondere Beziehung entstanden ist ... . Es
ist wahr, dass diese Version von Salomo wirklich
außergewöhnlich war, mit meiner
größten Anerkennung und dem
größten Beifall, den ich je entgegennehmen konnte
... . Ich gebe zu, dass es ein sehr bewegender und sehr emotionaler
Moment war, als das Publikum begeistert zuhörte, ein Moment,
der sicherlich unvergesslich bleiben wird. Ich werde mich immer daran
erinnern. Nochmals vielen Dank für all den Jubel und eure mehr
als außergewöhnliche Anerkennung! Es ist herzerwärmend! reggaestory.de: Was
macht Bernard nun ohne die Shows von YU allein in Paris? Bernard:
Ehrlich gesagt denke ich viel über Yellow Umbrella und
Deutschland nach und nicht nur das, ... nach diesem wundervollen
19-jährigen Abenteuer mit dieser mehr als
außergewöhnlichen Gruppe, spüre ich auf
jeden Fall einen großen Mangel in meinem Alltag!
Zum Glück habe ich nebenbei noch andere Projekte wie The
Woodsenders (Reggae, Ska, Jazz) und ein sehr junges Trio Voyage des Sens. Ich habe auch die Chance mit dem kanadischen
Produzenten Bob
Riddim zu arbeiten, der auch mit vielen jamaikanischen
Künstlern zusammenarbeitet, … eine sehr
schöne Zusammenarbeit.
Ansonsten bin ich auch Direktor einer Musikschule in Montmirail, wo ich
Saxophon unterrichte, eine Blaskapelle und ein Nachwuchsorchester
leite. Außerdem gebe ich Saxophonunterricht an einer anderen
Schule in Soissons.
Abschließend hoffe ich natürlich auf die baldige
Rückkehr von Yellow Umbrella auf die Bühne, ... aber
in der Zwischenzeit werde ich hoffentlich die
Gelegenheit haben, bei anderen Projekten mitzuwirken und neue
musikalische und menschliche Begegnungen zu erleben.
reggaestory.de:
Also garantiert nicht zu wenig zu tun. reggaestory.de
an Flo: Du hast ja nun endlich das Gitarristenproblem
bei YU gelöst und jetzt ist es schon wieder vorbei. Die vielen
Songs die einzuüben waren, und nun kannst du das Potential gar
nicht mehr nutzen. Wie gehst du mit dieser Situation um? Flo:
Es
ist erstmal
schade, dass es vorbei ist aber ich habe in der Zeit viel gelernt und es
war toll mit so fantastischen Musikern zusammen zu spielen.
Dafür
bin ich dankbar. reggaestory.de:
Ich schätze dich im ähnlichen Alter
wie Germi ein. Da bin ich eigentlich überzeugt, dass
wir
auch dich an anderer Stelle noch auf der Bühne sehen werden.
Was hast du für Pläne? Flo:
Ich
glaube ich
bin nochmal 10 Jahre jünger als Germi aber danke für
das
Kompliment. Mein musikalisches Baby ist mein eigenes Projekt. Unter
meinem Namen „Flo Naegeli“ mache ich Indie Soul
Musik.
Wir hatten erst letztens einen Gig in Amsterdam wo auch Candy Dulfer im
Publikum war. Das war verrückt. Gerade sind wir dabei unsere
EP
„It’s Getting Better“ zu
veröffentlichen. 2
Singles sind schon draußen und die Ganze EP kommt dann am
21.06.24. reggaestory.de:
Vielen Dank für eure Zeit und fürs
Mitmachen und natürlich für viele Jahre mit
wundervollen Konzerten!
Wenn ihr noch irgendetwas zu euren zurückgelassenen und
traurigen Fans sagen
wollt, wäre jetzt noch einmal die Gelegenheit dazu. Gero:
Es kommen auch wieder bessere Zeiten ... Thomas:
Danke für alles! Wir werden euch vermissen. Und danke an dich,
Peter, für dein jahrzehntelanges Interesse! Das
fühlte sich gut an. Jens:
… Eigentlich bleibt nur Danke zu sagen für die
schönen Jahre und vielleicht sehen wir uns ja wieder! reggaestory.de:
Vielen Dank noch einmal und euch allen viel Erfolg bei
dem was ihr noch vorhabt!
Soweit ein paar Eindrücke aus dem Beatpol von Dresden.
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!
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Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim