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DUBMATIX
05.11.2013 - Chemiefabrik Dresden

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Es ist immer eine hochinteressante
Lektüre, wenn der Newsletter von Jesse King, alias Dubmatix
bei mir eintrifft.
Sehr selten gibt es in der Branche einen derart ansprechenden
Newsletter, vollgepackt mit allen aktuellen Infos zu den
Neuveröffentlichungen, Fotos aus seinem Arbeitsalltag, Infos
zu seinen Touren und jede Menge Links bis hin zu Download Geschenken
seiner Dub-Kunstwerke.
Schon seit Jahren stehen wir in Kontakt, und ich habe stets auf einen
Gig in erreichbarer Nähe gehofft.
Als sein Poster zur ausgedehnten Herbsttour 2013 eintrifft, ergibt sich
fast vor unserer Haustür endlich die passende Gelegenheit. |
Nach
seinen Auftritten in Krefeld und Berlin, kam Jesse King am 05.11.2013
in die Chemiefabrik nach
Dresden. Organisiert hat den Gig Jorge Rivas von BBE - Bonafide
Booking & Events.
Die Chemiefabrik liegt etwas abseits vom bekannten Szene Viertel der
Dresdener Neustadt und ist verkehrstechnisch hervorragend von der
Autobahn her zu erreichen. Der Club ist nicht unbedingt für
Reggae Events bekannt, dafür aber beliebt für Gigs
von Punk, Metal, Techno bis hin zur Elektro-Szene im kleineren Rahmen.
Alles Veranstaltungen außerhalb des Mainstreams so zu sagen.
Besonders punktet der Club auch bei den durstigen Besuchern mit seinen
günstigen Getränkepreisen, was nicht
unerwähnt bleiben darf.

Gehen wir etwas näher auf Jesse King, alias Dubmatix, ein.
Seit früher Kindheit war Jesse von Musik umgeben. Kontakte mit
den örtlichen Musikern auf der Straße und in den
Studios, gab es zwangsläufig durch die Arbeit seines Vaters
Bill King. William
Morgan „Bill“ King ist in
seiner eigenen über 5 Jahrzehnte umspannenden Karriere, als
Jazz Musiker, Komponist und Produzent bekannt geworden. Als
musikalischer Direktor arbeitete er auch für weltbekannte
Künstler wie Janis Joplin, Martha Reeves, den Pointer Sisters
und viele andere. Jesse konnte in dieser Phase bereits
frühzeitig den Umgang mit den Studiogerätschaften
üben und lernte Bass, Schlagzeug, Keyboard und Gitarre zu
spielen.
In den frühen 70ern spielte Jesse als Keyboarder in einer
örtlichen Reggae Band an der Seite von Everton "Pablo" Paul.
Für seine spätere Arbeit prägte ihn
besonders diese Band und das Treffen mit Everton "Pablo" Paul, der von
Jamaika nach Kanada (Toronto) immigrierte. In den 60er und 70er Jahren
immigrierten viele namhafte Musiker von Jamaika nach Kanada, so auch
Johnny Osbourne, Jackie Mittoo und andere. Everton "Pablo" Paul war
auch ein Mitglied von „The Fabulous Cougars“, feat.
Jay Douglas, Wayne McGhie, Jackie Mittoo, die von Karl Mullings
gemanagt worden. Später arbeitete Dubmatix auch mit Mullings
Tochter Tanya auf ihrem 2007er Album „Music
Is My
Life“ zusammen.
So richtig bekannt wurde Dubmatix bei den Reggae Fans in Kanada und
Europa jedoch bereits 2004, als er unter diesem Namen sein
Solo-Musikprojekt „Champion
Sound Clash“
veröffentlichte. 2006 folgte „Atomic
Subsonic“ und 2008 das inzwischen
äußerst
schwer zu bekommende „Renegade
Rocker“. Darauf
geben sich hochrangige Artists wie Linval Thompson, Alton Ellis,
Ranking Joe, Michael Rose, Sugar Minott und andere ein Stelldichein.

Willie
Williams bei Aufnahmen für "Renegade Rocker" im Studio von
Dubmatix
(Foto:
Jesse King)
Spätestens seit dieser Veröffentlichung ist Dubmatix
zu den besten Dubkünstlern weltweit aufgestiegen. Mit dem
2010er „System
Shakedown“ und dem
diesjährigen „Rebel
Massive“ verfestigt
sich diese Position eindrucksvoll und überzeugend.

Jesse King, alias Dubmatix, erhielt inzwischen eine Reihe von Preisen
für seine Arbeit:
2010 – JUNO Award Winner for Best Reggae Recording
2009 – JUNO Award Nomination for Best Reggae Recording
2009 – Producer of the Year – Reggae Achievement
Awards Canada
2008 – Exclaim Magazine Best Reggae Album of the Year
2008 – Number 1 Reggae Album of the Year Chart Magazine

Jesse Kings
Studio "Dub Factor" (Foto: Jesse King)
Statten wir nun der Dresdener Chemiefabrik und Dubmatix einen Besuch
ab.
Der Club befindet sich in einem flachen Gebäude auf einem
geschlossenen Gelände mit großzügigem Hof.
Als markanter Wegweiser kann die weithin sichtbare Petrikirche
herhalten (sofern es hell ist), an der man gut parken und die letzten
paar Meter zu Fuß gehen kann. Punkt 21:00 Uhr zum
Glockenschlag der Kirche und Einlassbeginn der Location, verriegeln wir
unseren fahrbaren Untersatz und betreten das Clubgelände.
Jorge nimmt uns in Empfang und erläutert zur belustigten Mine
des Clubbesitzers die örtlichen Gegebenheiten. Was
gibt´s da zu lachen, ist doch gut so? Immerhin ist das unser
erster Auftritt hier.

Jesse ist auch schon hier und befindet sich im angeregten
Gespräch an einem vollbesetzten Tisch, der mit
unzähligen Stickern und Graffiti bestückten Kneipe.
Selbst die Decke wird schon langsam von den ersten Aufklebern in
Beschlag genommen. An der Bar und an einem Tischfußballtisch
ist auch schon einiges an Bewegung zu verzeichnen. Links neben der Bar
geht es in den kleinen Saal, der schätzungsweise gut bis zu
200 Leute fassen kann. Von der Bühne hallen schon die ersten
Dub Hits, die in dem kleinen Saal für eine
außerordentliche Akustik sorgen.

Bevor Dubmatix mit seinem Programm an der Reihe ist, haben wir noch
etwas Zeit, die wir gut nutzen können, um uns endlich einmal
persönlich kennenzulernen.

Jesse King,
alias Dubmatix, mit dem Interview im riddim Mag Nummer 70
(6/2013)



Dann ist es endlich so weit und die
bis jetzt agierenden Selector Barrio Katz und Toaster Dreadeye
übergeben im fliegenden Wechsel ihr Pult an Dubmatix.


Im Folgenden wird ein Auszug der besten Stücke des Abends
eingefügt. Es ist eine nicht ganz einfache Auswahl, da sich
fast die ganze Zeit ein Hit an den anderen reiht.
Live
Video:
Dubmatix – Struggle feat. Dennis Alcapone (von
System Shakedown) - Video
3/18
Live
Video:
Dubmatix –
Show Down feat. Tenor Fly (von Rebel Massive) – Video 6/18
Immer wieder gibt eine Nebelmaschine ihren Sound dazu und
schießt zischend den Qualm an mir vorbei. Langsam
wälzt sich der Nebel durch die Dunkelheit, kommt von der
gegenüberliegenden Wand wieder zurück und
fällt von der Decke auf die Bühne herab. Das hat den
Nachteil, dass so auch langsam der Vorhang vor meiner Kamera
fällt. Das schafft die Technik auf Dauer nicht mehr und die
ersten beunruhigenden Streifenwanderungen ziehen sich über das
Bild.
Live
Video:
Dubmatix –
Tornado feat. Ranking Joe (von Renegade Rocker) – Video 7/18
Live
Video:
Dubmatix –
Rough Likkle Sound feat. Brother Culture (von System Shakedown)
– Video 8/18

Live
Video:
Dubmatix –
Liberation feat. Longfingah (von Rebel Massive) – Video 11/18
Live
Video:
Dubmatix –
Happy feat. Tippa Irie (von System Shakedown) – Video 12/18
Zwischendurch fragt Jesse die Massive welche Musikrichtung
gewünscht wird. Die Mehrheit der Stimmen fällt
eindeutig und lautstark auf Roots.

Live
Video:
Dubmatix –
Easy Down feat. Michael Rose (von Renegade Rocker) – Video
13/18
Live
Video:
Dubmatix –
Seeds Of Love & Life feat. Luciano (von Rebel Massive)
– Video 15/18
Der meines Erachtens nach beste Hit vom aktuellen Album
„Rebel Massive“(kann man getrost schon jetzt
behaupten), ist das Stück „It´s A
Clash“ feat. Horace Andy. Der Videomitschnitt kann das
natürlich noch nicht richtig vermitteln, dafür
müsst ihr euch das Album schon selber zulegen.

Live
Video:
Dubmatix –
It´s A Clash feat. Horace Andy (von Rebel Massive)
– Video 16/18
Live
Video:
Dubmatix –
Give A Helping Hand feat. Mighty Diamonds (von System Shakedown)
– Video 17/18
Inzwischen geht die Show schon über zwei Stunden und Dubmatix
schraubt immer noch an seinen Knöpfen. Zwei
abschließende Nummern soll es aber trotzdem noch geben.
Zuerst „Is This Love“ für die Roots
Fraktion, die das Stück mit Truthahnrufen und Gesang
begrüßt. Dann soll Nummer 2 folgen – na
ja, zu der kommt es aber nicht mehr. Die Technik sagt Jesse, dass sie
lange genug gearbeitet hat und streikt kurzerhand. Schon
während „Is This Love“ kündigt
sich das Ende mit einigen Aussetzern an, und dem Fehler lässt
sich einfach nicht auf die Schliche kommen.
Live
Video:
Dubmatix –
Is This Love feat. Bob Marley – Video 18/18
Nun ist Jorge für den Fortgang der Dub Fete verantwortlich und
stöpselt im fliegenden Wechsel seine Strippen an. Jorge wird
jetzt zu "DD_Dubster" und
übernimmt mit ausgeruhter Technik die Saalbeschallung,
während Jesse sein Equipment aus dem Kabelsalat des Tisches
aussortiert.




Bild
1 - 5:
Jesse King alias Dubmatix & Jorge Rivas alias DD_Dubster
Jesse bleibt aber weiterhin dem Gastraum der Chemiefabrik erhalten,
unterhält sich mit den Fans und genießt noch ein
wenig die deutsche Brauereikunst. Ein Stand mit seinen aktuellen Alben
befindet sich ebenfalls im Raum, an dem es auch für die Fans
des Vinyls ein paar Highlights zu erwerben gibt. Mir fehlt noch die CD
von „Renegade Rocker“, aber damit kann Jesse leider
nicht dienen. „Ich habe davon selbst nur noch drei Originale
zuhause.“, zuckt Jesse bedauernd mit den Schultern.
Inzwischen ist es schon 1:30 Uhr geworden und Zeit für uns,
die
Segel zu streichen.
Zum Abschluss hier noch die Links zu den übrigen
Videoausschnitten des Abends, die nicht als Player im Text eingebunden
sind.
Video
1
Video
2
Video
4
Video
5
Video
9
Video
10
Video
14
Copyright:
www.reggaestory.de
Text + Videokamera: Peter Joachim
Fotos: Marion + Peter Joachim
Mein besonderer Dank geht an Jorge Rivas von BBE - Bonafide Booking
& Events und natürlich an Jesse King alias Dubmatix. |
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