Ein Fotoalbum - Teil 6
28.11.2013 – Von Mekele nach Adigrat (19.03.2006 nach dem äthiopischen Kalender)
Wir
verlassen Mekele nach einem kurzen Halt am Märtyrer-
Denkmal und begeben uns weiter in Richtung Norden in der
Provinz Tigray. Das heutige Endziel wird die Agoro Lodge sein.
Sie befindet sich im Ganta Afeshum District und liegt 5 km vor Adigrat.
Bis dahin sind nur ungefähr 100 Kilometer zu
überwinden, reicht aber trotzdem den Tag
völlig auszufüllen.
Bevor das
Frühstück im Axum Hotel angerichtet wird, sind noch
paar Minuten Zeit einen Blick vor das Hotel zu riskieren. Nicht weit
entfernt wird ein neues Gebäude errichtet. Der Bauleiter hat
Zeit
für eine kurze Baustellenbegehung. Schauen wir uns doch einmal
die
Gerüstbaukunst von Äthiopien an.
Bild
397 + 398:
Baustelle in Mekele - Gerüstbau mit Eukalyptus-Holz
Bild
399: Der
neue Teil vom Axum Hotel in Mekele
Am anderen Ende der Stadt befindet sich das Märtyrer-Denkmal
Hawelti. Das Gelände ist eingezäunt und beherbergt
das Hawelti Memorial sowie ein Museum zum Bürgerkrieg und des
Aufstandes gegen das Mengistu-Regime. Das weithin sichtbare Denkmal ist
51 m hoch und damit das höhste Monument des Landes.
Bild
400 - 402:
Hawelti Memorial
Am Eingangstor befindet sich ein Wachgebäude mit
dem Ticketbüro. Das anwesende Militär kann recht
ungemütlich werden, wenn man nur durch das Tor fotografiert
und kein Ticket für´s Museum kauft. Also besser
einen anderen Platz für das Foto suchen, wenn kein
Museumsbesuch geplant ist.
Nach diesem kurzen Halt verlassen wir bereits die Kaiserstadt
von Johannes
IV
und bekommen dessen sehenswerten Palast
(Atse Yohannes IV Palace) leider nicht zu Gesicht.
Es heißt, Restaurierungsarbeiten
würden dies verhindern, andererseits ist dieser Punkt
bei anderen Gruppen ausdrücklich Programmbestandteil.
Sicherheitshalber
wäre also eine örtliche Überprüfung
der richtige Weg, und der Palast sollte zu einer Stadtrundfahrt
unbedingt dazugehören. Wenigstens die Außenansicht.
Aber trösten wir uns mit den
Landschaftsbildern auf dem weiteren Weg in Richtung Wukro und Adigrat.
Bild
403 + 404:
Blick auf die Ebene von Mekele vom Bergrücken in Richtung
Adigrat
Bild
405: Zirka
10 Minuten später eine Hängebrücke - aber
nicht für unseren Bus
Bild
406 + 407:
Landschaft zwischen Mekele und Wukro
In der Nähe von Wukro geht es wieder auf eine Sandpiste nach
Nordwesten. Ziel ist die zirka 15 km entfernte Felsenkirche
Abreha (oder Abraha) wa Atsbeha (oder Azbeha) am Dorfrand von Abraha
Atsbeha. Diese unterschiedlichen Schreibweisen sind damit noch
längst nicht erschöpft, wie bei so vielen
Bezeichnungen in Äthiopien.
Bild 408
- 410:
Auf der Sandpiste zwischen Wukro und Abraha
Atsbeha
Die halbmonolithische Kirche liegt auf einer kleinen Anhöhe
hinter dem Ort. Sie ist nach den beiden heiligen axumitischen
Königen Abreha und Atsbeha benannt, denen die
Christianisierung
von Äthiopien zugeschrieben wird. In einem Raum der Kirche
soll sich das Grab der heiligen Könige befinden. Das
Kirchengelände ist auch unter dem Namen "Kloster der
Könige" bekannt.
Bild
411 - 413:
Abreha Atsbeha
Die Kirche ist von einer großen Menschenmenge umlagert.
Lautes
Stimmengewirr und Wehklagen schallt vom Hügel herunter. Der
Zugang zur Kirche ist völlig verstopft. Wir suchen uns einen
Weg über den Felsen, um an den Leuten vorbei zu kommen. Es ist
eine Trauergemeinde, die sich hier zu einer Bestattung zusammengefunden
hat. Männer und Frauen halten sich dabei überwiegend
in unterschiedlichen Bereichen auf. Während die
Männer größtenteils ruhig im Schatten
sitzen, haben die Frauen das Amt der Klageweiber
übernommen.
Bild
414 - 422:
Bestattungszeremonie an der Abreha Atsbeha
Nachdem der in Tüchern eingeschlagene Verstorbene den
Kirchhof erreicht hat, ziehen die Klageweiber wieder ab. Beim
eigentlichen Bestattungsakt auf dem Kirchhof sieht man nur noch
Männer. Die Felsenkirche selbst ist von der Zeremonie nicht
betroffen und einer Besichtigung steht zum Glück nichts im
Wege.
Bild 423
- 428:
Überwältigende Malereien in der Abreha Atsbeha Bild 426:
Die Dreifaltigkeit
- hier dargestellt durch drei identische Personen
Bild
429 + 430:Der
heilige Samuel von Waldebba Bild 431:
Die Enthauptung von Johannes dem Täufer Bild 432:
Der heilige Theodore Bild 433:
Der heilige Georg als Drachentöter
Bild
434: Bild 435:
Fenster in der Abreha Atsbeha Bild 436:
Kirchentrommeln
Draußen ist es inzwischen ruhig geworden. Nichts erinnert
mehr an die Stelle der Bestattung, außer ein paar Steine und
ein Stück Wellblech. Ein Gräberkult wie in
Deutschland wird hier nicht betrieben.
Bild
437: Abreha Atsbeha
Bild
438:
Nebentür an der linken Kirchenseite Bild 440:
Gebäudekomplex neben der Kirche am Hauptzugang Bild 441:
Fenster der Felsenkirche an der rechten Seite (Süden)
Vom Kirchenhof aus hat man auch eine sehr schöne Aussicht
über das Land.
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442 - 444:
Ausblicke vom Kirchenhof der Abreha Atsbeha
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445 + 446:
Echsen mit blauen Gliedmaßen flitzen über die
Außenwände der Felsenkirche
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447:
Kirchenhofmauer mit eingesetzten Steinplatten als Sitzplätze
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448 + 449:
Kirchenbesucher und Priester Bild 450 +
451: Torhaus und dessen Kreuz
Bild
452: An die
Abreha Atsbeha anschließendes Tal in Nordostrichtung
Bild
453 - 458:
Die Trauergäste gehen jetzt zum Leichenschmaus
Wer soll
das bezahlen? Die Hinterbliebenen bekommen dafür einen
Zuschuss aus einer extra dafür eingerichteten Kasse. Zu
Lebzeiten zahlt dort jeder ein, und im Todesfall wird daraus die
Bestattung nebst Leichenschmaus finanziert. Auch während der
Zeremonie wird sichtbar
Buch geführt (Bild 455).
Bild
459: Abreha
Atsbeha
Video: Abreha Atsbeha
Ein letzter Blick auf das "Kloster der Könige", und es geht
wieder zurück auf der Sandpiste in Richtung Wukro.
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460 + 461:
Riesige Feigenbäume (Ficus Sycomorus / Maulbeer-Feige)
stehen hier überall in der Ebene auf dem Weg nach Wukro
Unterwegs schauen wir uns die Arbeit der Bauern auf einem Dreschplatz
an. Hier werden die Tiere so lange über das Stroh getrieben,
bis auch das letzte Körnchen aus den Ähren getreten
ist.
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462 + 463:Getreide-Dreschplatz
Bild 464 - 467: Die
Bauern erklären ihre Arbeit und reißen ein paar
Witze dabei, die wohl so "schlimm" sind, dass unser Begleiter sie
einfach nicht übersetzen möchte
Bild
468:
Schild am Straßenrand über ein Entwicklungsprojekt
der Catholic Church - Wukro St. Mary´s College
Und weiter geht es nach Wukro, wo unser Mittagessen bestellt ist.
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469 + 470: Fisseha
Hotel Wukro Bild 470:
Wer solche Plakate im Gastraum aufhängt, wird wissen warum!!
Es
geht weiter zur nächsten halbmonolithischen Kirche in
unmittelbarer Nähe. Sie heißt Wukro
Cherkos und befindet sich am nördlichen Ende von Wukro, ein
paar hundert Meter östlich der Straße nach Adigrat.
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471:
Torbogen über dem ersten Eingangstor zum Gelände der
Wukro Cherkos. Hier war wohl jemand ein Stück zu
groß für das Tor!?
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472 - 475:
Kinder im ersten Vorhof des Kirchengeländes und Ausblick auf
einen Fluss
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476 + 477:
Das letzte Tor bevor man auf den Hof von Wukro Cherkos gelangt
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478 + 479:
Wukro Cherkos
In der Kirche wird gerade eine Messe abgehalten. Der Eintritt ist aber
trotzdem möglich.
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480 - 483:
Frauen beim Gebet und ein Priester der Kirche
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484 + 485:
Wukro Cherkos und ihre Dachbekrönung. Ein Straußenei
ist schon verloren gegangen. Was bedeuten Straußeneier an
christlichen Bauwerken oder Gegenständen? Hier
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486 - 487:
Felsritzungen und äußeres Eingangstor zum
Gelände der Wukro Cherkos
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488 - 491:
Kinder in Wukro
Video: Wukro Cherkos Church
Die Fahrt geht wieder weiter in Richtung Adigrat. Ein Stück
hinter Wukro passiert man Negash oder Nagash. Der Ort beherbergte einst
die
älteste und somit erste Moschee Äthiopiens und ist
der wichtigste
heilige Platz der Hochlandmuslime. Die Moschee wurde während
der
muslimisch-christlichen Kriege im 16. Jahrhundert zerstört. An
jener Stelle wurde die neue
Amedin-Mesgid-Moschee errichtet. Hinter der Moschee befindet sich das
Grab des muslimischen Heiligen Ahmed Negash, der auch ein
Gefolgsmann Mohammeds gewesen sein soll. Man findet hierzu jedoch
unterschiedliche Namen in verschiedenen Quellen und letztendlich
streitet man sich sogar, wer dort wirklich begraben liegt.
Bild
492: Die
Amedin-Mesgid-Moschee von Negash
Weiter geht es in Richtung Norden durch beeindruckende Landschaften.
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493 - 495:
Zwischen Negash und Adigrat - Verschiedene Kirchen auf den Felsen ...
Bild 496: ... oder direkt neben der
Straße hinter Euphorbien versteckt
Es gibt einfach keine Pause für die Kamera und immer wieder
neue Motive.
Bild 497 + 498:
Landschaften bei Adigrat - Überall sehen die Strohhaufen
anders aus
Kurz bevor wir die Agoro Lodge erreichen, gibt es einen letzten
Busstopp an einem Canyon.
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499 - 501:
Der Canyon südlich von Adigrat
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502 - 504:
Unterschiedliche Felsstrukturen im Canyon
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505 - 507:
Am Canyon Bild 506:
Typische Wanderhaltung eines Äthiopiers mit dem Stock
über den Schultern und aufgelegten Händen Bild 507:
Selbst ein ausgetrocknetes Wasserbett kann interessant aussehen
Gegen
16:00 Uhr erreichen wir bereits die Agoro Lodge, die sich zirka 5 km
vor Adigrat befindet. So ist nach Bezug der Zimmer noch ein ganzes
Stück Zeit, das Umfeld der Lodge zu erkunden.
Informationen zur Agoro Lodge findet man über das
Logo in der linken Randspalte.
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508:
Bungalows der Agoro Lodge
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509 + 510:
Blick in Nordrichtung nach Adigrat mit einer Kirche
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511: Blick
von der Lodge nach Osten
Machen wir aber jetzt einen kleinen Spaziergang westlich der Lodge.
Dabei gilt es zuerst einen Kakteenwald zu durchqueren.
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512 - 515:
Viel Stachelei und Glanzstare an der Agoro Lodge
Bild 516: Die Sonne nähert sich
langsam dem Bergrücken und gibt ein Schauspiel hinter den
Wolken
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517 - 522:
Auf Wanderschaft westlich der Agoro Lodge
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523 + 524:
Wasserrückhaltesystem in einer Senke westlich der Agoro Lodge
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525: Blick
zur Agoro Lodge - Langsam verschwinden die letzten Sonnenstrahlen
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526:
Bauernhaus mit lernendem Kind westlich der Agoro Lodge
Bild 527 - 529:
Schon wieder neue interessante Gesteinsformationen
Pünktlich mit der beginnenden Dunkelheit ist die Agoro Lodge
wieder erreicht.
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Bild 485 + 506: Uschi Pöllath
Text: Peter Joachim