Ein Reisebericht - Teil 11
25.09.2015 – Harar (14.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)
Heute
werden wir den ganzen Tag lang Harar zu Fuß erkunden. Die zum
UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Altstadt von Harar, Harar Jugol
genannt, erstreckt sich auf einem Gebiet von zirka 48 Hektar und wird
von einer 3.342 m langen Mauer umfasst, die fast noch
vollständig erhalten ist. Es gibt aber auch ein paar sehr
wichtige Dinge, die außerhalb der alten Mauern liegen. Da
werden bis zum Abend so einige Kilometer zusammenkommen.
Für 7:30 Uhr ist
Frühstück auf dem Diwan in unserem traditionellen
Haus bestellt und eine Stunde später ist unsere Abholung nebst
Abmarsch geplant. Unser schönes und interessantes Umfeld lockt
uns natürlich viel früher aus den Federn.
Schließlich möchten wir auch in aller Ruhe und bei
Tageslicht unser Museum erkunden. Nach der gestrigen
Einführung unseres lokalen Guides Hailu, war dafür
keine Zeit mehr.
Bild
1.231 - 1.237:
Rawda Waber Harari Cultural Guest House
Die Anzahl der Objekte, die es hier zu bestaunen gibt, ist nahezu
unglaublich. Wer sich in der Tradition der historischen Häuser
von Harar nicht auskennt, könnte auf dem ersten Blick
vermuten, wir präsentieren hier einen Souvenir- oder
Haushaltswarenladen. Das ist natürlich nicht der Fall, sondern
tatsächlich der übliche Stil in Harar Jugol. Da sind
Schränke wie wir sie kennen eher selten der Fall. Dei meisten
Haushaltsgegenstände, Hochzeitsausstattungen und andere Dinge
aus den zurückliegenden Generationen, werden hier fein
säuberlich an den Wänden präsentiert.
Dazwischen überall kleine Nischen für besonderes
Geschirr und Gegenstände, die sich schlecht an der Wand
aufhängen lassen. Mehrere Diwane sorgen für
Gemütlichkeit und versprechen ausreichend Platz für
zahlreiche Gäste oder Familienmitglieder. Dennoch
dürfen ein Fernseher im Raum
und die Schüssel der anderen Art auf dem Dach nicht fehlen.
Bei aller Traditionspflege kann natürlich die moderne Zeit
nicht
ganz negiert werden.
Bild
1.238 - 1.242:
Rawda Waber Harari Cultural Guest House Bild
1.240 - 1.242:
Die Speerhalterung
Der Position des Speeres ist besonderes Augenmerk zu schenken. Steht er
mit der Spitze nach oben in seiner Halterung ist Friedenszeit. In
Kriegszeiten steht er andersherum. Das liegt zum Glück schon
sehr lange zurück.
Bild
1.243: Alte
Speichergefäße für Geld, Medizin, Schmuck
und Kaffeebohnen
Mit etwas Glück kann der Interessierte solche
Gefäße in bestimmten Geschäften noch
erwerben. Am Flughafen ist dann aber sicher Endstation damit. ;-)
Bild
1.244:
Rawda Waber Harari Cultural Guest House - Teppiche über der
Tür
Über dem Hauseingang werden in Stoffen eingehüllte
Teppiche gelagert, dies zumindest so lange, wie die Familie noch
Töchter zu verheiraten hat. Die Anzahl der Teppiche gibt die
Anzahl der Töchter an. Liegt kein Teppich mehr über
der Tür, gibt´s für die Männerwelt
nix mehr zu holen. ;-)
Wir könnten an dieser Stelle noch zahllose interessante
Details des Hauses näher beleuchten und kämen
vermutlich erst viel zu spät zu unserem Tagesplan. Also wenn
ihr einmal nach Harar kommen solltet, mietet euch unbedingt in einem
traditionellen Guest House ein und macht um die modernen Hotels einen
Bogen. Wenn nicht, schaut euch auch noch einmal das Video von gestern
an.
Bild
1.245 - 1.249:
Rawda Waber Harari Cultural Guest House - Hof
Mangels Boden und Platz greift man in den Innenhöfen oft auf
Topfgärten zurück. In den Nebengebäuden
befinden sich verschiedene Lagerräume und die
Küche des Hauses. Und nicht zu vergessen ist, dass wir uns in
einem muslimischen Haushalt befinden, wie vielerorts an den
Wänden, an Darstellungen mit der Kaaba und der
großen
Moschee von Mekka, nicht zu übersehen ist.
Aber nun wird es Zeit für unser Frühstück,
was für fast in der bunten Fülle der Inneneinrichtung
übersehen hätten.
Bild
1.250:
Frühstück - Es gibt Kaffee, Tee und Eierplinse mit
Honig und Zucker.
Dann ist es schließlich 8:30 Uhr und wir werden von Hailu
und Henok zu unserer Tageswanderung abgeholt. Zunächst wollen
wir zu dem Reiterstandbild von Ras Makonnen und gehen anfangs denselben
Weg wie gestern Abend durch das Shoa Tor (Asmae Diin Bari).
Außerhalb der Stadtmauern fangen wir ein paar Impressionen
auf dem christlichen und dem muslimischen Markt ein, bevor wir uns nach
Westen wenden, die Kurabe Limay Street überqueren und uns in
Richtung
Recycling- und Schmugglermarkt begeben. Die beiden Märkte
befinden sich in der Nähe der Aw Qurabie Limay Moschee.
Bild 1.251: Shoa Tor (Asmae Diin Bari)
Bild 1.252 - 1.258: Marktbereich am Shoa Tor und
an der Kurabe Limay Street Bild 1.253: Überall ist Weihrauch
in den unterschiedlichsten Qualitäten zu finden
Anders als gestern Abend sind jetzt die meisten Stände
geöffnet und geben interessante Einblicke und Düfte
der verschiedensten Art frei. Immer wieder schön anzusehen
sind die
verschiedenen Gewürze, Getreide, Mehl, Nüsse,
Weihrauch und anderes in unzähligen großen
Säcken. Alle immer schön bis oben hin
gefüllt oder die Säcke bis zum Füllstand
entsprechend aufgerollt.
Bild 1.259 - 1.267: Warten auf Kundschaft
Besonders angenehm ist, dass wir tatsächlich weit und breit
die einzigen Bleichgesichter sind und keine anderen Touris entdecken
können. So könnte es
bleiben. ;-) Das ist der Vorteil oder Nachteil von Harar, je nach
dem, von welcher Seite man die Sache sieht.
Bild 1.268: Der Recycling Markt kommt in
Sicht - Hinter der Häuserzeile befindet sich die Sheikh
Abubeker Street (nach Sultan Abu Bakr oder auch Emir Abu Bakar)
Wir überqueren nun die Kurabe Limay Street und streifen bald
darauf einen kleinen Teil des Recycling Marktes. Wie es der Name schon
vermuten lässt, dreht sich hier alles um die Wiederverwendung
von alten Bauteilen und schon einmal verwendeten Rohstoffen. Das ist
natürlich auch hoch interessant und wird bei dem einen oder
anderen europäischen Besucher ein schlechtes Gewissen
aufkommen lassen. Da wird bei uns immer viel über Umweltschutz
geplappert und dem "kleinen Mann" deswegen das Geld aus der Tasche
gezogen, aber unsere Wegwerfgesellschaft umzubauen, z.B. auch durch
Entwicklung von besonders nachhaltigen und reparaturfreundlichen
Produkten, da trauen sich die Politiker nicht heran.
Bild 1.269 - 1.276: Auf dem Recycling Markt von
Harar Bild 1.269: Herstellung von
Meißeln aus Baustahlresten Bild 1.276: Verwertung von Alttextilien
Irgendwo im Anschluss geht es in den Schmugglermarkt. Dieser Bereich
ist überdacht und von dunklen Gängen
durchzogen. Dort gibt es vor allen Dingen verschiedene Sachen aus dem
Ausland, die man wohl auf inoffiziellen Wegen über
die Grenze gebracht hat. Mit dabei Textilien, Schuhe, Uhren usw.. Heute
sind aber viele Shops verschlossen, was uns nicht zu weiteren
Erkundungen einlädt. Was wir sehen, ist auch
nicht besonders für uns von Interesse.
Bild 1.277 + 1.278: Im Schmugglermarkt
- Die meisten Schmuggler schlafen noch. ;-)
Von
hier sind es dann nur noch wenige Meter bis zur Charleville Avenue,
deren Fahrspuren durch einige Grünanlagen voneinander getrennt
sind. Diese Straße ist die direkte Verbindung zwischen Duke
Gate und dem Reiterstandbild von Ras Makonnen. Dann
müssen wir noch zirka 200 Meter nach Westen und es
eröffnet sich ein
größerer Platz mit dem unübersehbaren
Denkmal.
Die Statue wurde von dem bekannten und leider schon in 2012
verstorbenen amharischen
Künstler Afewerk
Tekle entworfen und in Bronze gegossen.
Bild 1.279: Was
für Früchte mögen das sein?
Bild 1.280 + 1.281:
Dieser Mann mit seiner roten Bougainvillea
auf dem Kopf, wird noch
öfter unsere Wege kreuzen.
Aber schauen wir uns jetzt das Kunstwerk von Afewerk Tekle
näher an. Das Denkmal ist mit zahlreichen und sehr deutlich
herausgearbeiteten Details versehen, die man erst bei näherer
Betrachtung erkenn kann. Dazu gehört natürlich auch
der Lion of Judah mit Standarte in vierfacher
Ausfertigung am Sattel des Pferdes. Umrundet man das Denkmal, hat man
das Gefühl,
der Reiter würde seine Position verändern. Man
wägt die Lanze in immer anderer Richtung. Leider hat die
Schrift am Sockel des Standbildes, die aus einzeln angebrachten
Buchstaben aus Bronze besteht, schon ein wenig gelitten. Irgendwelche
Souvenirjäger oder Denkmalschänder konnten sich wohl
nicht zurückhalten, zahlreiche Buchstaben mitgehen zu lassen.
Anhand der Befestigungslöcher ist erkennbar, dass die Schrift
dereinst bis in die vorletzte Sockelreihe nach unten reichte.
Bild 1.282 - 1.287: Am Reiterstandbild von Ras
Makonnen Bild 1.286 + 1.287: Die Rotfärbung an den
Händen wird absichtlich und mit Henna verursacht
Gehen wir auf der zur Allee ausgebauten Charleville Avenue wieder
zurück in Richtung Duke Gate (auch Harar Gate) und die
Altstadt Jugol. Bevor wir dort ankommen, gibt es aber auch noch
außerhalb des historischen Stadtkerns einige bedeutende
Gebäude.
Bild 1.288: Harari People Regional State
Supreme Court
Oberstes Gericht des Regionalstaates Harar
Unmittelbar an dem Platz ist linker Hand das oberste Gericht der
Lokalregierung von Harar positioniert. Gleich dahinter befindet sich
die Haile Selassie Trinity Church, die wir als nächstes in
Augenschein nehmen werden.
Bild 1.289: Auszug Google-Map
mit Ras Makonnen Standbild, Gericht und Haile Selassie Church. Bild
oder Link für weitere Erkundungen anklicken.
Bild 1.290 - 1.297: Haile Selassie Trinity Church
in Harar Bild 1.294 + 1.295: Wie bei vielen bedeutenden
Kirchen aus der Kaiserzeit, kann man Gedenktafeln an der Fassade
finden, die ein paar Eckdaten zur Geschichte des Bauwerks
verkünden. Bild 1.296: Torbogen zum Eingang an der
Jeberti Street Bild 1.297: Torbogen an der Charleville
Avenue Bild 1.298: Und immer wieder die gleichen
Früchte überall in der Stadt
Der erste Grundstein für diese Kirche, die dereinst Mekane
Selassie hieß, wurde 1911 gelegt. 1912 wurde sie bereits
fertiggestellt und der erste Gottesdienst gehalten. Als die
italienischen Faschisten 1936 Harar besetzten, wurde die Kirche
zerstört. 1948 wurde schließlich der zweite
Grundstein für die heutige Kirche gelegt. Die Fertigstellung
war im Jahr 1950.
Video: Haile Selassie Trinity Church
in Harar
Manche Objekte wollen allerdings nicht fotografiert werden. Als sich
die zweispurige Allee wieder zu einer Straße vereint, stehen
auf beiden Seiten der Avenue zwei weitere nahezu baugleiche
historische Gebäude. Lautstarker
Protest ertönt aus einem Fenster von der linken
Straßenseite, als ich die Kamera ansetze. Man kann es auch
übertreiben.
Bild 1.299 - 1.302:
Ein "protestierendes Bauwerk". ;-) Leider findet man keine
Informationen, um was es sich bei dem Gebäude handelt,
... zumindest nichts was wir lesen können. In der Kaiserzeit
soll es
eine Palastanlage von Haile Selassie gewesen sein.
Gegenüber befindet sich ein nahezu baugleiches
Gebäude, welches von der Regionalregierung genutzt wird.
Fotografieren
ebenfalls verboten. Weitere Hinweise sind jederzeit
willkommen! Wir freuen uns über jede Ergänzung.
Kurz vor dem Duke oder Harar Gate, gleich im Anschluss der zuvor
angeführten Objekte, steht rechter Hand ein weiteres
auffälliges mit Zinnen bekröntes Gebäude.
Wenn unsere Recherche stimmt, könnte es zur Stadtverwaltung
von
Harar gehören. Nach der Nutzung im
Außengelände sieht es eher wie ein Verkehrsbetrieb
aus, was aber gar nicht zum Aussehen des Objektes passt.
Bild 1.303 + 1.304:
Gebäude in der Nähe des Duke Gates. Die besondere
Form der
Zinnen bei vielen historischen Bauwerken in Harar, soll von der Form
eines östlich von Harar liegenden Bergzuges mit dem Namen Kundudo
inspiriert worden sein. Man kann die maßgebliche Stelle gut
erkennen. Heute ist das Wetter leider nicht gut genug, um ein
geeignetes Foto von dem Berg schießen zu können.
Danach geht es weiter durch das Duke Gate, das wir gestern Abend schon
gesehen und erläutert haben, und dann die 1st Street
entlang in Richtung Feres Megala. Nun sind wir im historischen
Stadtkern, in dem es nur so von interessanten Häusern
und Plätzen wimmelt. Ein Besichtigungstag ist dafür
völlig unausreichend. Von daher können wir uns nur
auf einige wenige Örtlichkeiten beschränken.
Bild 1.305: Duke Gate oder Harar Gate.
Weitere Erläuterungen
und Detailaufnahmen im Bericht zum Vortag.
Man kann sich gar nicht alles merken und müsste eigentlich
ständig jede Information mitschreiben, aber da würden
wir ja gar nicht vorankommen. Von daher bitten wir um Nachsicht, wenn
nicht alle hier ins Bild gerückten Örtlichkeiten
ausführlich beschrieben werden.
Bild 1.306 - 1.310: Gebäude an der 1st
Street
zwischen Duke Gate und Feres Megala
Am Feres Megala, dem ehemaligen Pferdemarkt auf dem allerdings
früher nicht nur Pferde verkauft worden
sind, befindet sich neben der christlichen Kirche Medhane
Alem, auch der ehemalige Palast von Menelik II. In der bisherigen
Reiseliteratur ist dazu allerdings nichts zu finden oder der Palast
wird
an anderer Stelle vermerkt. Auch vor Ort sehen wir nichts, was daran
erinnert. Hoffen wir einmal, dass wir das richtige Objekt gefunden
haben. Wie wir erfahren, war das Eingangstor dereinst mit zwei
Löwen bekrönt, die über die Zeit verloren
gegangen sind. Während dem Krieg mit den Italienern soll
es zu starken Beschädigungen gekommen sein. Ob die
Löwen schon zu dieser Zeit oder später entfernt
worden sind, können wir nicht in Erfahrung bringen. Heute ist
das Objekt als Amir Abdullahi City Hall zu finden.
Bild 1.311 - 1.313: Die Medhane Alem Kirche am
Feres Megala und das Monument auf dem zentralen Platz der Altstadt. Was
das Monument darstellt, ist uns leider nicht bekannt, aber
über jedem der vier Bögen ist ein Schild mit
amharischer Schrift erkennbar.
Das Stadtbild von Harar ist neben den schon allerorts bekannten Bajaj
von alten französischen Peugeots geprägt, die
überwiegend als Taxis im Einsatz sind, was an der blauen Farbe
erkennbar ist.
Bild 1.314: Den kennen wir doch schon. :-)
Bild 1.315 + 1.316: Feres Megala - Werbung
für die Hyänen-Show. Wer die eigentlich frei lebenden
Hyänen von Harar einmal kennengelernt hat, bekommt eine
völlig neue Einstellung zu diesen Tieren.
Bild 1.317: Unser Restaurant von gestern
Abend am Feres Megala mit entspannter Sicht auf das Treiben des
Platzes. Ein guter Platz für einen Pause, wer sie
nötig und genügend Zeit hat. Links daneben das Nagayo
Caffe wo wir gestern Abend bei der Herstellung von Fetira zugesehen
haben.
Bild 1.318 - 1.320: Der ehemalige Palast von
Menelik II,
heute Amir Abdullahi City Hall, an der Westseite des Platzes. Leider
ist die Zeit für unser Tagesprogramm etwas knapp, so dass wir
nur ein paar Eindrücke von außen
festhalten können.
Ziel unseres weiteren Stadtrundganges soll das Sherif Harar City Museum
und das Arthur Rimbaud Museum sein. Beide Museen befinden sich in
historisch wertvollen und geschichtsträchtigen
Gebäuden von Harar Jugol und sind nur ein paar Meter
südlich der Medhane Alem zu finden. Man kann das gut
miteinander verbinden, da sie maximal 80 m Luftlinie auseinander
liegen. Der Weg durch die Gassen ist natürlich ein ganzes
Stückchen länger, aber jeder Weg in Harar hat
interessante Einblicke zu bieten.
Bild 1.321 - 1.329: Eindrücke auf dem Weg
vom Feres Megala zum Sherif Harar City Museum
Kurz danach haben wir auch schon das Sherif Harar City Museum erreicht.
Es war dereinst ein indisches Handelshaus und ehemaliges
Wohnhaus der Familie von Ras Makonnen. Tafari Makonnen und
späterer Kaiser Haile Selassie I., hat hier einen
großen Teil seiner Kindheit verbracht. Von daher ist es
eigentlich Pflicht, diesem heute als Museum eingerichteten Objekt einen
Besuch abzustatten. Das Haus wird auch Honeymoon Palace genannt.
Bild 1.330 - 1.334: Das Sherif Harar City Museum Bild 1.330 + 1.331: Der Eigentümer sitzt
links auf der Veranda, ganz in weißen Sachen
Das Objekt war über viele Jahre dem Verfall preisgegeben, bis
es von Abdullahi Ali Sherif gekauft und nach und nach saniert worden
ist. Über viele Jahre hat er zahlreiche Exponate aus der
Geschichte Äthiopiens zusammengetragen und
präsentiert sie hier für ein kleines
Eintrittsgeld von 30 Birr der Öffentlichkeit. Zum Tageskurs
2015 waren das 1,28 EUR.
Bild 1.335 - 1.340: Sherif Harar City Museum Bild 1.335: Retter und Eigentümer
des wertvollen Hauses
- Abdullahi Ali Sherif
Bild 1.339:
Am oberen linken Bildrand sieht man bereits das Arthur Rimbaud Museum
Neben dem Studium der vielen Ausstellungsstücke sollte man
natürlich auch einen Ausblick von der Außengalerie
des Hauses in der zweiten Etage wagen. Teilweise ist es zwar recht eng
und Kinder sollten nicht allein nach draußen gelassen werden,
aber ein Blick über die Dächer von Harar Jugol ist
sehr interessant.
Bild 1.341 + 1.342:
Gebrauchsgegenstände wie Kaffeebecher,
Honigweingläser, Vasen
und anderes, mit Abbildungen von Menelik II. und dem Lion of Judah, in
Metall, Glas und Keramik
Inzwischen reicht das Hauptgebäude für die Sammlungen
von Abdullahi Ali Sherif nicht mehr aus, und er hat den Hof und ein
Nebengebäude für die Ausstellung mit einbezogen. Im
Hof liegen ein paar verrostete Kriegsgeräte aus dem Krieg mit
den Italienern und im Nebengebäude kann man unter anderem eine
Bilderausstellung finden, zu der auch zahlreiche historische Fotos und
gemalte Bilder
von Persönlichkeiten der äthiopischen Geschichte
gehören.
Bild 1.343 - 1.347: Bilderausstellung im
Nebengebäude des Honeymoon Palastes
Mehr Bilder und Informationen gibt´s in einem
geführten Rundgang per Video, den der Eigentümer
extra für reggaestory.de arrangiert hat.
Video: Rundgang durch das Sherif Harar
City Museum von Harar
Eigentlich wollten wir nach dem Rundgang ein schönes Foto von
dem Eigentümer machen, aber da hatte er sich schon zur
Mittagsruhe begeben.
Bild 1.348 + 1.349: Visitenkarte und Eintrittskarte
Gehen wir nun ein paar Schritte weiter durch die Gassen von Harar Jugol
und besuchen das Arthur Rimbaud Museum. Auch dieses Haus war
früher ein indisches Handelshaus. Es wurde zu Ehren des
französischen Dichters Arthur Rimbaud eingerichtet und in den
1990er Jahren umfassend saniert.
Bild 1.350 -1.353: Arthur Rimbaud Museum Bild 1350: Torhaus mit Überweg
an der davor liegenden Gasse
Arthur
Rimbaud war der erste Westeuropäer, der mit
Unterbrechungen viele Jahre lang in Harar,
auch noch vor der Eroberung der Stadt durch Menelik II., gelebt hatte.
Allerdings beschränkten sich seine Tätigkeiten nicht
nur auf die Dichtkunst, sondern auch auf gewinnbringenden Handel mit
Kaffee, Leder, Elfenbein, Gummi und illegalen Waffen, nur um einiges zu
nennen. Er pflegte auch enge Kontakte zum Kaiserhaus und Ras Makonnen.
Während seiner Zeit in Harar hat er sämtliche
Sprachen der Region erlernt, was als
außergewöhnliche Leistung anzusehen ist. Im April
1891 muss er wegen einer Erkrankung nach Marseille
zurückkehren, wo ihm das Bein amputiert werden muss. Er erholt
sich nicht mehr davon und verstirbt am 10.11.1891.
Bild 1.354 - 1.356: Arthur Rimbaud Museum
Über zwei Etagen kann man die einstige Innendekoration dieser
alten indischen Handelshäuser mit vielen Schnitzereinen und
Malereien nachvollziehen. In der oberen Etage sind auf der Sonnenseite
die Fenster mit vielen unterschiedlichen und bunten kleinteiligen
Gläsern ausgestattet. Von der Galerie des Obergeschosses kann
man wiederum schöne Ausblicke über Harar´s
Süden
genießen.
Bild 1.357 + 1.358: Der Ras Makonnen
Palast vom
Rimbaud Museum aus gesehen
Man sollte aber auch einen Blick aus einem Fenster der
Gebäuderückseite werfen, denn von dort ist
über einen Sportplatz hinweg, der einstige Palast von Ras
Makonnen sichtbar, den wir später auch noch besuchen werden.
Bild 1.359: Blick zum Fleischmarkt oder
Gidir Megala (auch Magala) vom Rimbaud Museum
Bild 1.360 + 1.361: Interessante Dachlandschaften
wohin man schaut
Besonders interessant sind die vielen historischen Aufnahmen, die
überall im Museum zu betrachten sind. Wir haben in ganz
Äthiopien versucht einen Bildband aufzutreiben, in dem
derartige
Fotos als Sammlung zu finden sind. Leider ist uns das nicht gelungen.
Bild 1.362 - 1.365: Fotoausstellung im Rimbaud
Museum Bild 1.365: Ein beeindruckendes Foto von
Tafari Makonnen, dem späteren Haile Selassie I., im
Alter von 18 Jahren - Fotograf unbekannt
Bild 1.366: Palast von Ras Makonnen um
1898 - Foto: Dodon de Keroman
Bild 1.367: Altes Eingangstor in der
Außenmauer zum Palastbereich von Ras Makonnen um 1898 - Foto:
Dodon de Keroman
Bild 1.370: Bau der Medhane Alem Church am
Feres Megala um 1888
Foto: Bidault de Glatigné
Im Erdgeschoss befindet sich auch noch eine Büchersammlung
über Harar, Arthur Rimbaud und andere Themen, die
frei zugänglich ist. Darunter auch eine Reihe von
Wörterbüchern, die schon Tafari Makonnen zur
Erlernung von Fremdsprachen genutzt haben soll.
Bild 1.371 + 1.372: Bibliothek im Erdgeschoss des
Rimbaud Museums Bild 1.372: Französische
Wörterbuchreihe, die schon Tafari Makonnen benutzt haben soll
Aber nun genug aus dem Arthur Rimbaud Museum, denn wir haben noch ein
paar
Meter und zahlreiche andere Objekte auf unserem Tagesplan.
Bild 1.373: Detail vom Erdgeschoss
Bild 1.374:
Das Torhaus vom Rimbaud Museum vom Innenhof aus gesehen
(vergleiche Bild 1.350)
Video: Arthur Rimbaud Museum
Also verlassen wir den Hof des Rimbaud Museums wieder durch das
markante Torhaus und bewegen uns durch die Gassen weiter nach
Süden zum Fleischmarkt oder Gidir Megala.
Bild 1.375 - 1.385: Vom Rimbaud Museum zum
Fleischmarkt oder Gidir
Megala
Leider ist heute wegen dem vorgestern stattfindenden Eid al-Adha
Holiday (auch Arefa Holiday >> Erläuterung siehe
im Reisebericht von gestern)
der Bedarf an Fleisch für einige Zeit gedeckt. Es sind nicht
einmal eine Handvoll Fleischverkäufer auf dem Gelände
tätig. So gibt es heute auch keine Schwarzen Milane zu sehen,
die ansonsten auf den Dächern der beiden u-förmigen
Gebäudekomplexe sitzen und auf Fleischreste lauern. Nicht ein
einziger Vogel lässt sich heute blicken.
Bild 1.386 - 1.390: Auf dem heute nahezu
"ausgestorbenen" Gidir Megala / Fleischmarkt
Setzen wir unsere Erkundungstour durch Harar Jugol fort und wenden uns
wieder nach Norden in Richtung der großen Jami Moschee.
Gleich daneben befindet sich das Misrak Arbegnoch Hospital, heute Jugol
Hospital oder Jugal Hospital.
Bild 1.391 - 1.393:
Nebenweg und kleine Moschee oberhalb der Sayakach Street. Von der
Sayakach Street führen ein paar Stufen hinauf (siehe Bild
1.391).
Bild 1.391 - 1.399: Vom Gidir Megala zur Jami
Moschee Bild 1.399: Jugol Hospital und Jami
Moschee an der Amir Uga Street
Schauen wir uns zunächst einmal kurz das alte Misrak Arbegnoch
Hospital an. Heute heißt es Jugol oder Jugal
Hospital. Zur Geschichte des historischen Objektes gibt es leider in
der Literatur kaum Informationen. In seinem Innenhof ist aber eine
Statue von Ras Makonnen aufgestellt, was vermutlich ein "Wink mit dem
Zaunpfahl" sein könnte. Wie wir dann hören, soll er
auch der Gründer des Hospitals sein, die schon im Jahr 1902
erfolgte. Eine kleine
Erinnerungstafel an der Wand des Labors erinnert daran. Leider nur auf
Amharisch.
Es ist vermutlich das letzte Mal, dass wir dieses Standbild sehen
werden.
Bild 1.400 - 1.407: Das Misrak Arbegnoch Hospital
von Harar Jugol mit einer Büste zur Erinnerung an seinen
Gründer Ras Makonnen. (Auf das Denkmal wurde am 12. Februar
2019 ein Anschlag verübt. Es heißt, dass es von
einem Fahrzeug absichtlich umgefahren und zerstört
wurde. In Äthiopien vermutet man allgemein radikale
ethnisch-nationalistische Gruppen hinter diesem Akt. >>
Hier ein Artikel dazu.)
Gleich nebenan in der Jami Moschee wird gerade vom Muezzin zum
Gebet gerufen. Für Nichtmuslime ist es in Äthiopien
leider verboten eine Moschee zu betreten. Wir hätten ja gerne
einen Blick ins Innere riskiert, müssen uns aber mit der
Außenansicht und dem Gesang des Muezzins begnügen.
Bild 1.408:
Auszug Google
Map -
In der Bildmitte befindet sich rechts die Jami Moschee und links
daneben mit den roten Dächern das Misrak Arbegnoch Hospital.
Luftbild
oder Link für weitere Erkundungen anklicken.
Bild 1.409 - 1.412: Jami Moschee Bild 1.410: Blick von der Terrasse
des Empress Taitu Palace >> jetzt Enay Abida Center,
gegenüber des Hospitals (graues Walmdach in Bild 1.408) Bild 1.411 + 1.412: Ein kleiner Junge gibt uns ein
Alibi für ein Foto in den Hof der Moschee ;-)
Die Moschee stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahr 1762 kam noch ein
höheres Minarett hinzu. Die aktuelle Gebäudesubstanz
ist aber heute weitestgehend modernisiert. Neben dieser Grand Jami
Mosque besitzt die Altstadt von Harar über 80 weitere Moscheen
und Gebetsräume. Drei Moscheen sind sogar noch aus dem 10.
Jahrhundert erhalten. Darüber hinaus gibt es noch zahllose
Schreine und Gräber muslimischer Heiliger, die der Stadt den
Namen "Stadt der Heiligen" eingebracht haben.
Ein weiteres geschichtsträchtiges Gebäude befindet
sich schräg gegenüber zur Moschee oder direkt
gegenüber zum Hospital, an der Ecke Uga Amir und
Saykach Street. Besteigt man eine Terrasse im Obergeschoss hat man auch
einen schönen Blick auf die Jami Moschee und auf der anderen
Seite zum Ras Makonnen Palast.
Bild 1.412 - 1.417: Der sanierte Palast von
Kaiserin Taitu >> Heute Handicraft Museum und
Schulungszentrum für verschiedene Handwerkskünste
Einen offiziellen Hinweis, dass dieser Gebäudekomplex dereinst
der Palast der Kaiserin Taytu Betul (oder Taitu), Menelik´s
Frau,
gewesen war, kann man leider nicht entdecken. Aber vielleicht kommt es
ja noch, da der Palast laut Erinnerungstafel erst vor wenigen Monaten
saniert wurde. Ein paar historische Hinweise sollten schon noch folgen.
Leider sind heute auch alle Türen des Objektes verschlossen,
um weitere Einblicke zu bekommen.
Bild 1.418: Der Ras Makonnen Palast von
einer
Dachterrasse des heutigen Handicraft Museums aus gesehen
Unser nächste Ziel ist eine bedeutende katholische Kirche, die
ein Stück nordöstlich hinter der Yami Moschee liegt
(siehe Bild 1.408). Es sind nur 3 Minuten Fußweg bis dahin
zurückzulegen.
Bild 1.419 + 1.420:
Ein Senegalamarant
oder The
red-billed Firefinch
(lateinisch: Lagonosticta
senegala), findet Wasser auf einer
Baustelle. Den müssen wir natürlich auch noch
unbedingt "einfangen".
;-)
Bild 1.421 + 1.422: Von der Jami Moschee zur
Katholischen Kirche St. Mary. Im Bild das
nördliche Minarett der Jami Moschee.
Die St. Mary Catholic Church ist eine französische
Missionskirche aus dem Jahr 1889. Es gibt nur zwei katholische Kirchen
in Harar Jugol. Der hier wirkende französische katholische
Missionar André Jarosseau (Marie-Élie
Jarosseau)
war der zweite Westeuropäer, der
ein Jahr nach Arthur Rimbaud nach Harar kam.
Bild 1.423 - 1.426: Die St. Mary Catholic Church
mit er Erinnerungstafel an André Jarosseau
Unter Ras Makonnen wurde
er "Abba Andreas" genannt. 1896 beauftragte Ras Makonnen den
Pater
André mit der Erziehung seines damals vierjährigen
Sohnes
Tafari, dem späteren Haile Selassie I.. Dadurch lernte Tafari
Makonnen fließend Französisch zu sprechen. Leider
findet man auf den Informationstafeln keinen Hinweis dazu. Abba
Andreas
wurde 1938 von Mussolinis faschistischen Invasionstruppen aus dem Land
vertrieben und verstarb
am 18. Januar 1941 in Toulouse.
Bild 1.427: Detail der mit reichen
Schnitzereien versehenen Holztür zu Bild 1.425 Bild 1.428: Ein weiteres Gebäude
auf dem Gelände der Catholic Church
Verlassen wir nun das Gelände der katholischen Missionskirche
und erkunden ein paar Gassen von Harar Jugol im Bereich
nördlich der Amir Uga Street. In den Gassen des
alten Harar könnte man unendlich viel Zeit
verbringen. Da gibt es unzählige Eindrücke zu
verarbeiten, die einen gewaltig dicken Bildband füllen
könnten. Wir können leider nur ein wenig an der
Oberfläche kratzen, da unsere Zeit in Harar nicht mehr
zulässt.
Bild 1.429: Noch einmal ein Blick
zurück zur Jami Moschee
Bild 1.430 - 1.436: In den Gassen von Harar Jugol Bild 1.432: Din Agobara Moschee -
Die Moschee gehört zu den drei ältesten
Gotteshäusern der Altstadt die noch erhalten sind und in das
10. Jahrhundert datiert werden.
Man kann zwar selten in die Innenhöfe der mit dicken Mauern
umgebenen Wohnstätten einsehen, aber schon die vielen
unterschiedlichen Mauern mit Ornamenten verziert und in den
unterschiedlichsten Farben gestaltet, strahlen eine besondere
Schönheit aus. Auch wenn sich die Sonne heute gewaltig
anstrengt die Hitze in die Höhe zu treiben, werden wir nicht
müde die Gassen zu erkunden. Gehen wir noch ein
Stück, ... wenigstens bis zur nächsten Ecke, ... und
noch ein Stück, .... und immer so weiter. Es ist immer wieder
schön.
Aber irgendwann müssen wir dennoch weiter mit unserem
Tagesplan. Vermutlich müssen wir irgendwann nach Harar
zurückkehren.
Bild 1.437 - 1.442: In den Gassen von Harar Jugol Bild 1.440: Eine kleine Moschee
Schließlich kommen wir wieder auf die Amir Uga Street und
wenden uns nach Osten in Richtung Argo Bari. Durch dieses Tor wollen
wir die Altstadt verlassen und entlang der Südmauer zwei
weitere Stadttore besuchen. Danach werden wir die letzten
Ruhestätten von Ras Makonnen besuchen. Bis dahin sind es aber
noch so einige Meter. Also eins nach dem anderen.
Bild 1.443 - 1.447: Auf der Amir Uga Street bis
zum
Argo Bari Bild 1.446 + 1.447: Das Argo Bari von
außen gesehen
Wer sich mit den Stadttoren von Harar befasst, wird über viele
verschiedene Namen zu den einzelnen Toren stolpern. Das liegt
einerseits an den verschiedenen ethnischen Gruppen die hier leben und
andererseits an Übersetzungen ins Englische und anderen
Sprachen,
wo man versucht hat an dem Klang der Worte orientiert, die Buchstaben
der eigenen Sprache einzusetzen. Das Problem gibt es aber bei
allen anderen Eigennamen des Landes ebenfalls, wie wir
schon berichtet
haben. Deshalb erwähnen wir oft verschiedene Schreibweisen.
Das Argo Bari findet man deshalb auch unter Argoba Gate, Erer Gate,
Argo Beri (Harari), Erer Ber (Amharic), Karrar Erer (Oromo), Bab Al
Rahma (Arabisch). Je nach dem für was man sich
entscheidet,
sind aber auch die Bedeutungen unter Umständen eine andere.
Der Name Argoba (auch Argobba) geht auf eine ethnische
Bevölkerungsgruppe zurück, die früher
besonders durch dieses Osttor in die Stadt gekommen sind. In
Oromo und Amharic bedeutet es "Der Weg nach Erer", auch wenn die
Himmelsrichtung zu diesem Ort eine andere ist. Der arabische
Name bedeutet "Tor des Mitgefühles". Diese Studie werden wir
aber ganz sicher nicht bei jedem Objekt oder Namen
durchführen. ;-)
Einen weiteren Namen haben wir dennoch nicht erwähnt. Das
Stadttor wird in Harar auch als Richard-Burton-Tor bezeichnet. Dies
deshalb, weil der britische Afrikaforscher Richard
Francis Burton, als
arabischer Kaufmann getarnt, als
erster Nichtmuslim 1854 die Stadt durch diesen Eingang betrat. Eine
ähnlich riskante Aktion gelang ihm ein Jahr zuvor als
muslimischer Pilger verkleidet in Medina und Mekka. Das hätte
ihm
das Leben kosten können. Aber wenden wir uns jetzt nach
Süden
und gehen an der
Stadtmauer entlang.
Bild 1.448 - 1.450: Das Aw Ansar Tomb an der Hyena
Feeding Site
Kurz vor der Saalat Road biegt ein kleiner Sandweg nach links ab.
Dahinter steht ein großer Baum, dessen Wurzeln über
die Jahre ein muslimisches Heiligtum umschlungen haben, oder dieses mit
Absicht in den alten Baum hineingebaut wurde. Wir wissen es nicht. Es
ist das Grab von Aw Ansar, welches sich vor Jahren auch noch in
weiß zeigte. Wer Aw Ansar war, wann er gelebt und welche
heiligen Taten getan hat, können wir leider nicht
verkünden. Dieses Grabmal befindet sich auch unmittelbar in
der Nähe einer Futterstelle für die Hyänen.
Man findet es auf der Karte als "Hyena
Feeding Site". Dazu hat man sogar ein kleines Amphitheater
für die Touristen errichtet.
Die aktuelle Auskunft der Einheimischen verspricht für heute
Abend allerdings wieder keine Hyänen-Show. Die Hyänen
seien immer noch zu satt von dem vorgestrigen Eid al-Adha Holiday (auch
Arefa Holiday). Wenn die Hyänen satt sind, besteht kaum eine
Chance, dass sie in die Stadt kommen. Da kann man nichts machen, ...
außer irgendwann wieder nach Harar zurückkommen. ;-)
Bild 1.451 - 1.453: An der südlichen
Stadtmauer von Harar Jugol entlang
Bild 1.454 - 1.456: Am unauffälligen
Sugutat Bari und der Awu
Merkeba Uga Street Bild 1.456: Im Hintergrund kann man den
Turm vom Fleischmarkt (Bild 1.381) und das Rimbaud House erkennen.
Das Sugutat Bari hätten wir fast übersehen, aber an
der unscheinbaren Hütte hängt eindeutig an der
Holztür eine Tafel mit der Aufschrift "Sugud Aat Bari".
Weiterhin als Suktat Beri, Senga Ber (Amharic), Karra Sofi (Oromo) oder
Bab al Salam (Arabisch) bezeichnet. Sein Name ist mit dem vor ihm
befindlichen Ackerland verbunden. Man findet es auch als Peace Gate,
aus dem Arabischen abgeleitet. Der amharische Name deutet auf Rinder
hin, die durch das Tor kamen, und die Oromo verbanden es mit der
Richtung nach Sofi.
Bild 1.457 - 1.459: Und weiter an der Mauer
entlang, ... von alt bis neu
Bild 1.459:
Ein modernes Teilstück der Mauer mit Abdulwasi
Adus Cafe an der Bedri Beri Road
Das Café wäre vielleicht ein guter Punkt
für eine Pause, aber es geht erst einmal weiter im Plan. Da
verlassen wir uns ganz auf die Vorschläge von Henok und Hailu.
Nach
knapp zweihundert Metern wartet erst einmal das nächste
Stadttor auf uns. Auf dem Schild am alten Gemäuer ist "BaDri
Bari" vermerkt, was natürlich wieder nur eine Variante von
vielen ist.
Bild 1.460:
Auszug Google
Map mit dem
Badri Bari in der Bildmitte - Link oder Luftbild
für weitere Erkundungnen anklicken.
Bild 1.461 - 1.464: Das Badri Bari ...
... oder Badro Bari, Bedri Gate, Bedro Beri (Harari), Buda Ber
(Amharic), Karra Budawa (Oromo) oder Bab al Hakin (Arabisch), nur um
wieder einige zu nennen.
Das Tor hat seinen Namen nach einem Kriegstraining erhalten, welches
früher jährlich durchgeführt wurde, um an
den ersten Sieg des Propheten Mohammed in der Schlacht
von Badr zu erinnern. Die Namen der Amharen und Oromo
beziehen sich dagegen auf Schmiedetätigkeiten, die
früher
hier stattfanden. Der arabische Name bezieht sich auf den Berg Hakim,
der sich zirka fünf Kilometer südlich des Tores
befindet.
Während der italienischen Besatzungszeit hat man begonnen das
Tor in seiner ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Die
Arbeiten kamen aber nicht zum Abschluss.
Bild 1.465 - 1.469: Noch ein Stück die
Bedri
Beri Road Bild 1.468: Ein "Wurzelhaus" Bild 1.469: Markttreiben ein paar Meter
südlich der Bedri Beri Road
Wir gehen nur noch zirka fünfzig Meter die Bedri Beri Road an
der Stadtmauer entlang und biegen dann links nach Süden ab.
Ziel ist eine weiter im Süden liegende Anhöhe an der
Aye Kokohay Street, von der man einen schönen Blick
über die Stadt hat.
Bild 1.470: Moschee an der Aye Kokohay Street auf
halber Strecke zur Anhöhe
Bevor wir die Anhöhe erreichen, müssen wir aber doch
erst einmal der Sonne entfliehen und in einer kleinen Kneipe am
Straßenrand eine Erfrischung tanken. Mit neuer Kraft
versehen, geht es weiter den Berg hinauf und an ein paar
Höhlenbehausungen vorbei.
Bild 1.471: Höhlen im Berg an der
Aye Kokohay Street - Darauf befindet sich ein Gräberfeld
Dieser Weg ist zwar ein nicht gerader kurzer Umweg, wenn wir die
nächsten beiden Tagesziele betrachten, aber für die
Aussicht hat es sich wirklich gelohnt ein Stück weiter zu
gehen. Von hier kann man alle markanten Gebäude von Harar
Jugol entdecken, die wir zuvor besucht haben. Westlich der
Straße dehnt sich ein unbewaldeter Hügel mit einem
großen Gräberfeld aus. Wenn man bis hierher nicht
laufen möchte, den Platz aber nicht beschreiben kann, soll man
dem Taxi- oder Bajaj-Fahrer das Ziel "Deker Condominium" nennen.
Einige der nachfolgenden Bilder sind
Großaufnahmen, die man über den ganzen
Bildschirm vergrößern kann, damit man besser die
vielen Details erkennen kann.
Bild 1.472: Ein Teil von Harar Jugol aus
südlicher Richtung gesehen
Bild 1.473:
Links oben die Amir Abdullahi City Hall und rechts oben schaut das
Monument vom Feres Megala heraus - Linke Fortsetzung zu Bild 1.472
Bild 1.474: Die Amir Abdullahi City Hall,
ehemals Palast Menelik II.
Bild 1.475: Die Medhane Alem Church
Bild 1.476: Oben links das Sherif Harar
City Museum, oben mittig der Ras Makonnen Palast und rechts davor das
Arthur Rimbaud Museum
Bild 1.477: Ras Makonnen Palast und Arthur
Rimbaud Museum
Bild 1.478:
Bildmitte Gidir Megala - Fleischmarkt - Hinten rechts die Jami Moschee
Man könnte noch zahllose Details hervorheben und
würde vermutlich kaum ein Ende finden. Trotzdem gibt kein Foto
wieder, was man mit eigenen Augen sehen kann.
Aber gehen wir weiter zu unserem nächsten Besichtigungspunkt.
Ein Stück weiter nordwestlich von hier, nach dem wir von der
Aye Kokohay Street nach rechts in die Sedi Ali Street abgebogen sind,
liegt rechter Hand die St. Mikael (Michael) Church, die nicht
unerwähnt bleiben darf. Diese Kirche ist leider auch
in keiner Reiseliteratur zu finden. Von hier bis zur Kirche sind es
noch einmal zirka 900 Meter. Wer sich nicht auf der Sedi Ali Street in
Nordrichtung bewegen möchte, kann auch nach rechts auf einen
Sandweg abbiegen und so am großen Gräberfeld des
Hügels entlanggehen, oder auch noch einen Abstecher auf den
Friedhof (Mikael Cemetery) wagen. Auch das ist immer wieder
interessant, ... und
für die Aussicht wäre man noch ein Stück
höher. Das Gräberfeld zieht sich bis zur St. Mikael
Church hin, kann aber von der Sedi Ali Street nicht eingesehen werden.
Bild 1.479: Auszug Google
Map - Am
rechten Bildrand ist noch ein Stück des
Gräberfeldes zu sehen. Das Gebäude mit dem
inzwischen blauen Dach ist die St. Michael Church. Mittig der linken
Bildhälfte ist die Tekle Haimanot Church zu sehen, die wir
noch später besuchen werden. Für weitere Erkundungen
bitte das Bild oder den Link anklicken.
Bild 1.480 - 1.483: Die St. Mikael Church / St.
Michael Church.
Auf dem Torbogen ist die Jahreszahl 1879 nach äthiopischer
Zeitrechnung zu finden. Nach dem Gregorianischen Kalender wäre
das dann das Jahr 1886 oder 1887, je nach dem welcher Monat zum Ansatz
kommt. Somit wurde die Kirche, unmittelbar nach der Eroberung von Harar
durch Menelik II., errichtet.
Anders als andere historische Kirchen dieser Bauweise mit dem
Allerheiligsten in der Mitte, kam hier schon nicht mehr der
traditionelle Rundbau, sondern ein quadratischer Grundriss zum Einsatz.
Als Ras Makonnen am 21. März 1906 an Typhus, auf einer Reise
von Harar nach Addis Ababa in Kulubi verstarb, wurde er danach auf dem
Außengelände dieser Kirche bestattet. Als das
Grabmal später einstürzte, wurde er in die
naheliegende Tekle Haimanot Church umgebettet. Der große
Sarkophag ist im Innenraum der Kirche zu besichtigen. Wann genau die
Umbettung erfolgte, können wir nicht in Erfahrung bringen.
Bild 1.484 - 1.489: St. Mikael Church Bild 1.486 + 1.487: Die historischen Daten zur
Kirche für die Übersetzer ;-) Bild 1.488: Bauten an der westlichen
Grundstücksmauer Bild 1.489: Eingangsbereich (Innenansicht
zu Bild 1.480)
Video: St. Mikael Church
Folgen wir nun der Umbettung von Ras Makonnen und gehen noch ein
Stück weiter bergauf und zuletzt eine Treppe, bis zur Tekle
Haimanot Church (auch Tekle Haymanot Bēte Kristīyan). Somit sind wir
heute an unserem am weitesten entfernten Punkt unserer Wanderung
angelangt.
Bild 1.490 - 1.497: Vor der Tekle Haimanot Church
Hier können wir uns natürlich nicht auf eine
Außenbesichtigung beschränken und fragen die
anwesenden Kirchendiener, ob sie die Kirche für uns
öffnen können. Das lässt sich mit 200 Birr
je Person in die Wege leiten. Für äthiopische
Verhältnisse ist das recht hoch. Zum Tageskurs in 2015
wären das immerhin 8,53 EUR/Person. Das gilt
natürlich nur für uns Touris und nicht für
unsere äthiopischen Begleiter Hailu und Henok.
Bild 1.498 + 1.499: Also gehen 2x 200
Birr an die Kirchendiener und wir kommen unbeschadet an den
Löwen vorbei. ;-)
Bild 1.500 - 1.505: In der Tekle Haymanot Church
mit dem Sarkophag von Ras Makonnen
Es empfängt uns eine dunkle Atmosphäre und der
typische
Geruch von Weihrauch. Die Kirche ist noch recht vernebelt von der
letzten Veranstaltung. Der Sarkophag von Ras Makonnen ist nicht zu
übersehen. Er steht direkt unter der Kirchenkuppel
und ist
aus weißem Marmor gefertigt. Darüber liegt ein
grünes
Tuch und darauf noch einmal ein roter Läufer, auf dem einige
Kunstblumensträuße platziert sind. Direkt hinter
dem
Sarkophag befindet sich ein mit einem Vorhang abgetrennter, nicht
für die Öffentlichkeit zugänglicher Bereich.
Darin
wiederum hängt ein großes Bild von Maria mit dem
Jesuskind. Etwas ungewöhnlich oder selten für
äthiopische Kirchen ist, dass hier über dem
Allerheiligsten der am Kreuz sterbende Christus und nicht die Heilige
Dreifaltigkeit dargestellt ist. Links und rechts des Allerheiligsten
ist der einbeinige Heilige Tekle Haimanot dargestellt.
Die Kirche besitzt noch eine nur von außen
zugängliche Gruft. Der Eingang befindet sich an der Westseite.
Bild 1.506 - 1.510: In der Gruft der Tekle
Haymanot Church
Bild 1.510:
Ras Makonnen
Wie es sich für eine Gruft gehört, sind darin
natürlich Bestattungsplätze zu finden, die sich hier
als namenlose Fächer in der Wand zeigen. Zur Unterscheidung
sind lediglich Ziffern angebracht. Neben einigen Bildern, darunter
natürlich auch Tekle Haymanot, gibt es ein paar Artefakte aus
der Kaiserzeit. Das sind eine steinerne Krone und der Lion of Judah mit
Standarte. Darüber hinaus noch eine Büste von Ras
Makonnen aus Bronze auf einem hohen schlanken Sockel.
Bild 1.511: Rückseite
(Süden) der Tekle Haymanot Church
Bild 1.512: Umfassungsmauer mit
Nebengelassen und Aufenthaltsbereichen
Bild 1.513 + 1.514: Glockenturm mit darunter
liegender Grabstätte
Video: Tekle Haymanot Church
Nach dieser Besichtigung geht es wieder zurück nach Harar
Jugol. Unsere Füße können wir aber jetzt
schonen, denn nun wird wieder unser Fahrer Tagan reaktiviert, der uns
in der
Nähe der Kirche abholt und bis zum ehemaligen Palast von Ras
Makonnen bringt, der sich in der Nähe des Feres Megala
(Pferdemarkt) befindet. Diesen Palast haben wir heute schon mehrfach
aus der Ferne
gesehen und wollen ihn jetzt näher betrachten.
Bild 1.515: Der Ras Makonnen Palast ist
heutzutage von keiner Seite vollständig auf´s Bild
zu bekommen.
Bild 1.516: Eine Tafel vor dem ehemaligen
Palast verkündet die 12 Grundsätze der Ethik
Bild 1.517: Es gibt aber auch noch eine
historische Steinplatte mit den geschichtlichen Daten zum Palast. Die
metallenen historischen Beschläge sind leider schon gestohlen
wurden. Übersetzungen sind jederzeit willkommen. ;-)
Wie wir aber auch ohne Übersetzung von den historischen
Aufnahmen des Arthur Rimbaud Museums wissen, stammt der Palast
mindestens aus dem Jahr 1898. Zu dieser Zeit war er so gut wie
fertiggestellt oder gar schon in Nutzung.
Im Erdgeschoss des ehemaligen Palastes ist heute eine
öffentliche Bibliothek untergebracht, die die beste der Stadt
sein soll. Man darf auch in die oberste Etage gehen und von dort
über die Stadt schauen.
Bild 1.518 - 1.520: Die Bibliothek im Ras Makonnen
Palast
Bild 1.521 + 1.522: Verabschiedung von Hailu
Gashaw am Ras Makonnen Palast
Unser City Guide von Harar wird nun "entlassen". Hoffen wir, dass er
uns bei einem nächsten Mal noch weitere Schätze der
Stadt vorstellen kann.
Hier noch einmal die Kontakte falls jemand seine Dienste in
Anspruch nehmen möchte:
Hailu Gashaw - Telefon: +251913072931 - E-Mail: hailu_harar@yahoo.com
Video: Ras Makonnen Palast -
Zusammenschnitt verschiedener Perspektiven des Tages
Wir sind mit unserem Rundgang aber noch nicht zu Ende.
Nächstes
Ziel ist die Medhane Alem Church am Feres Megala, die wir bisher nur
vom Pferdemarkt und aus der Ferne gesehen haben. Während Henok
den Abba der Kirche sucht, um die Genehmigung für unsere
Aufnahmen einzuholen, machen wir schon einmal ein paar
Schnappschüsse.
Bild 1.523:
Auszug Google
Map. In der
Mitte der Feres Megala, mit blauem Dach die
Medhane Alem, rechts daneben der Palast von Ras Makonnen und ganz links
als großes Quadrat, der ehemalige Palast von Menelik II.
Für nähere Erkundungen den Link oder das Luftbild
anklicken.
Bild 1.524 - 1.528: Die Medhane Alem Church am
Feres Megala
Bild 1.526:
Der heilige Abune Gabre Menfes Kidus (auch Abune Gebre Menfes Kidus,
Memphis Kiddus oder Gabra
Manfas Qeddus), der aus Alexandria in Ägypten
stammt. Er wird in der Regel mit Leoparden und Löwen zu seinen
Füßen dargestellt, die wir hier nicht sehen
können. Aber auch mit dem Vogel in der Nähe seines
Kopfes, der der Teufel sein soll und ihm das Augenlicht nehmen
will. Der fünfte Tage jeden Monats im
äthiopischen Kalender ist diesem Heiligen gewidmet. Er hat in
Äthiopien das Kloster
Zuqualla, am Fuß des gleichnamigen erloschenen
Vulkans, gegründet. Mehr zu seiner Legende findet ihr unter
dem angegebenen Link. Dieser Heilige ist uns auch in anderen
Reiseberichten dieser Seite schon mehrfach begegnet (z.B. in
Axum, Lalibela, Adadi Mariam, ...).
Ursprünglich stand an dieser Stelle eine Moschee, die dereinst
von ägyptischen Besatzern in der Zeit irgendwo zwischen 1875
bis 1885 erbaut wurde. Diese wurde aber von den Hararis abgelehnt und
nicht benutzt. So ließ Ras Makonnen nach der Eroberung der
Stadt an dieser Stelle um 1888 die Medhane Alem Church errichten (siehe
Bild 1.370).
Als Henok zurückkehrt, bekommen wir die Order unsere
Aufnahmen nicht fortzusetzen und werden von einem Kirchendiener gebeten
das Gelände zu verlassen. Dann bleibt es eben bei den
Aufnahmen die wir schon haben. ;-)
Video: Die Medhane Alem Church am
Feres Megala in Harar
Damit beenden wir unsere Stadterkundung und suchen wieder das
außerhalb der Altstadt gelegene Ras Hotel für unser
Abendessen auf.
Bild 1.529 + 1.530: Im Ras Hotel treffen wir doch
tatsächlich einen Harari Rastafari, dem es etwas
besser
als anderen geht. Zumindest sagt er von sich, dass er
tatsächlich einer
sei.
Im Anschluss geht es gut gesättigt wieder in Richtung Altstadt
und am Ras Makonnen Reiterstandbild vorbei. Dort müssen wir
noch einmal kurz anhalten, denn es findet gerade eine Fotosession mit
zahlreichen Kindern statt. Alle drängeln sich um die Fotos und
bekommen kleine Zettel mit Nummern vom Fotografen. Wir mischen uns
darunter und beobachten das
Treiben. Jetzt haben sie noch zwei Fotografen mehr. Bestellungen
bekommen wir aber keine. ;-)
Bild 1.531 - 1.537: Fotosession am Ras Makonnen
Reiterstandbild
Als wir schließlich wieder in Richtung unserer Unterkunft
fahren, ist die Sonne immer noch nicht untergegangen. Also ist noch
etwas Zeit für mich, vorher abzuspringen und noch
ein wenig die
Atmosphäre am Feres Megala zu genießen.
Dort treffe
ich tatsächlich einen Führer der behauptet,
es
würde heute doch noch eine Hyänenfütterung
stattfinden. Allerdings würde das erst nach Sonnenuntergang
erfolgen. Also warte ich und werde später vor die Stadtmauer
geführt. Dort warten schon einige wenige andere Touristen und
Einheimische auf das was kommen wird. Als es finster ist, wird vom
Hyänenmann und seinen Gehilfen nach den Hyänen
gerufen. Schaurige Rufe hallen immer wieder minutenlang durch die
Finsternis. Am Ende des "Liedes" kommt aber nur eine Hyäne
angetrottet, mit der nichts anzufangen ist. Sie schnüffelt
nur ein wenig herum und verschwindet wieder bevor mir ein ordentliches
Foto gelingt und der Hyänenmann mit der Fütterung
beginnen
kann. Also doch nix mit
Hyänenshow. Die sind tatsächlich immer noch viel zu
satt.
Einige Besucher werfen dennoch etwas Geld in den
Korb des Mannes, ... viele aber nicht. Immerhin gab es ja auch keine
Show.
Bild 1.538: Sammelpunkt am Feres Megala Bild 1.539: Der Hyänenmann mit
Fleischkorb
Also geht es durch die finsteren
Gassen von Harar Jugol wieder zurück zur Unterkunft.
20:30 Uhr klopfe ich ans Tor und hole
mir meine "Abreibung" für´s Zuspätkommen
ab. ;-)
Aber die Chance doch noch eine Hyänenshow zu sehen, war eben
zu verlockend.
Wir sehen uns morgen wieder, wenn wir uns auf den Rückweg nach
Addis Ababa begeben. Unterwegs werden wir dem
weltgrößten
Katmarkt einen Besuch abstatten.
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Text + Videos: Peter Joachim