Ein Reisebericht - Teil 9
23.09.2015 – Awash Nationalpark (12.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)
Wir
befinden uns im Genet Hotel von Awash
und müssen heute mal
nicht ausziehen. Der nahe liegende Awash Nationalpark soll uns
ein volles Tagesprogramm bieten. Dabei werden wir mehrfach die
Grenze von Oromia und Afar überschreiten, da sich der
Nationalpark in beide Landesteile erstreckt. Erstes Ziel sind die
Filwoha Hot Springs und danach geht´s zu den Fällen
des Awash.
Obwohl wir den ganzen Tag Zeit
haben und keinen Ortswechsel im Plan haben, heißt es
wieder zeitig frühstücken. Im Awash Nationalpark kann
es recht heiß werden und der Weg zu den heißen
Quellen ist eine Piste über Stock und Stein. Da ist es besser
unseren gewohnten Rhythmus beizubehalten.
Obwohl unser Hotel einen recht komfortablen Eindruck macht, ist der
Speiseraum in einem gesonderten Gebäude über dem Hof.
Gestern Abend war es dort recht heiß und stickig drin. Je
nach Wetterlage gibt es aber auch noch draußen ausreichend
Sitzgelegenheiten und ein paar Kellnerinnen, die sich um die
Gäste kümmern.
Bild
998: Awash
- Genet Hotel
Um 7:30 Uhr ist Abfahrt angesagt und es geht erst einmal
zurück nach Westen in Richtung Matahara auf der Straße mit der Nummer
1. Wir müssen uns zuerst am Eingang
des Nationalparks einfinden, der sich nach zirka 16 km auf der linken
oder südlichen Seite der Straße befindet. Neben dem
einsamen Eingangsgebäude in der kargen Landschaft, stehen noch
ein paar wenige Häuschen, die offenbar von
Nationalparkangestellten genutzt werden. Zumindest kommt der uns zur
Seite gestellte Soldat aus einem dieser Gebäude.
Bild
999 - 1.002:
Am Eingang des Awash Nationalparks
Recht interessant sind auch die Preistafeln für die Besucher
des Parks, die recht unterschiedlich betrachtet werden. Hier ein paar
Auszüge.
Bild
1.003 - 1.005:
Preistafel am Eingang des Awash Nationalparks
Trotz der Unterschiede sind es natürlich immer noch harmlose
Preise. Ein paar Kleinigkeiten für Souvenirjäger sind
hier
auch noch zu haben. Das Angebot ist aber so karg wie die Landschaft.
Vielleicht sind wir aber nur zu früh.
Bild
1.006 + 1.007:
Der "Souvenirshop" am Eingang
Recht früh scheint es auch noch für unseren
Begleitschutz zu
sein. Gut gelaunt sieht anders aus. Der Mann mit der Narbe im Gesicht
und einer MPi auf dem Rücken, verliert keine Worte und
nimmt
auf dem Beifahrersitz Platz. Sieht aus wie ein in Schlachten erprobter
Kämpfer. Wer beschützt uns eigentlich vor dem
Beschützer? ;-)
Wovor er uns schützen soll, kommt nicht so recht zum Ausdruck.
Vor
wilden Tieren oder vor unfreundlichen Einheimischen? Vermutlich vor
beiden, denn immerhin sind wir im Gebiet der Afar, die als
unfreundlichste Bevölkerungsgruppe des Landes gilt.
Der über 756 km² große Nationalpark wurde
schon zu Zeiten von Kaiser Haile Selassie im Jahr 1966
gegründet. Dereinst das Jagdgebiet von Haile Selassie,
fällt der heutige Park jeweils zirka zur Hälfte
seiner Fläche auf die Landesteile Oromia und Afar. Die
Zuständigkeit zweier Regionalregierungen für ein
Nationalpark brachte in Vergangenheit erhebliche Probleme mit sich.
Erst nach dem alle Nationalparks der Ethiopian Wildlife Conservation
Authority (EWCA)
unterstellt worden, kamen Verbesserungen in Sachen Naturschutz und
Infrastruktur in Sicht.
Wir überqueren nun die Hauptstraße in Richtung
Norden und
die gerade im Bau befindliche neue Straße, die ein
Stück
entfernt parallel der jetzigen Straße verläuft. Die
alte
Straße ist den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen
und
außerdem immer wieder Überflutungen durch den Lake
Basaka
ausgesetzt.
Jetzt trennen uns noch zirka 28 km Schotterpiste von den
Filwoha Hot
Springs bzw. dem in der Nähe befindlichen Filwoha Campsite.
Bis zu
den Quellen sind dann noch einmal ein paar Kilometer zu wandern.
Bild
1.008: Da
hat sich doch tatsächlich ein Hindernis auf den Weg
gelegt
Nach zirka 15 Minuten Fahrzeit gibt´s den ersten
Arbeitseinsatz. Es liegt eine Sperre aus verschiedenem
Gestrüpp und Baumstämmen auf unserer Piste. Wer macht
denn so etwas? "Kinder!", grinst Henok und zuckt mit den Schultern.
Naja, wer´s glaubt. Vielleicht wollte ja jemand der Grenzlage
zwischen Oromia und Afar, die tatsächlich hier irgendwo sein
muss, etwas Nachdruck verleihen. ;-) Von unserem Begleitschutz ist
natürlich wieder kein Mucks zu hören. Mit gespanntem
Gesichtsausdruck prüft er die Gegend und beginnt wortlos die
Barrikade zu beseitigen. Aber vielleicht ist es ja besser, wenn man
nicht alles weiß.
Halten wir lieber nach den tierischen Bewohnern am Wegesrand Ausschau.
Viele Vögel gibt es hier, die aber meistens schneller sind als
wir mit der Kamera. Zum Glück sind wir wenigstens schneller
als die Schildkröten. ;-)
Nach zirka einer Stunde Wegstrecke ändert sich die Landschaft
ein wenig. Hin und wieder gibt es ein paar offene Stellen im Dickicht
mit Palmen, Gras und Wasserstellen. Es wird deutlich grüner.
Perlhühner eilen aufgeregt
und spektakelnd in riesigen Scharen durch das Unterholz. Auch einige
Gruppen Paviane suchen schleunigst das Weite, sobald unser Fahrzeug in
Sicht kommt.
Schließlich treffen wir am Filwoha
Campsite ein. Camper sind jedoch nicht zu entdecken.
Ein paar Rundhütten scheinen aber auch zur Verfügung
zu stehen. Wir scheinen die ersten Besucher zu sein, die sich
heute hierher verirrt haben. Eine große Ebene breitet sich
vor uns aus, die teilweise aus Sand, Geröllfeldern und mit
Wassertümpeln
durchsetztem Grasland besteht. Auf einer Seite wird die Ebene von einer
felsigen Abbruchkante begrenzt.
Bild
1.017 - 1.024:
Landschaft am Filwoha Campsite
Die felsige Abbruchkante wirkt teilweise als hätte jemand eine
Mauer aufgeschichtet. Die Sand- und Grasflächen werden in
Abhängigkeit der Witterung und Jahreszeit teilweise
von Wasser überflutet. Heute finden wir aber noch zwischen den
sumpfigen Stellen unseren Weg und wandern nun zu den Hot Springs.
Einige Sumpf- und Wasservögel sind aber das Zeichen
dafür, dass noch genügend Wasser vorhanden ist und
wir aufpassen müssen wohin wir unsere Füße
setzen. An verschiedenen Stellen soll es auch Treibsand geben, was man
sich gar nicht so recht vorstellen kann.
Neben den Sumpf- und Wasservögeln gibt es aber auch noch in
den Bäumen allerhand ihrer Verwandten zu entdecken. Zu guter
Letzt treffen wir auch noch auf Löwenspuren, die ausgerechnet
in
dieselbe Richtung führen wie unsere Wanderroute. Unser
Beschützer mustert wieder angestrengt die Waldkanten, die mit
zahlreichen Doumpalmen
und Schilf eine absolut blickdichte Wand ausbilden. Also immer
schön die MPi voran. ;-)
Die Spur im feuchten Sand scheint schon etwas ausgetrocknet zu sein und
damit vor einiger Zeit hinterlassen worden sein. Aber wer will schon
bei dieser Hitze sicher sein, wie schnell oder wie langsam die
Ränder einer Fährte austrocknen.
Schließlich treffen wir auf den ersten heißen
Bachlauf und überall im Gelände auf mineralische
Ablagerungen des Quellwassers, die interessante Krusten auf dem Sand-
und Felsboden hinterlassen haben.
Bild 1.040 - 1.042: Ablaufbach bei den Filwoha Hot
Springs Bild
1.041 + 1.042:
Mineralische Ablagerungen des Quellwassers
Versteckt im dichten Schilf, unter Schatten spendenden Doumpalmen,
treffen wir schließlich auf eine der Filwoha Hot Springs.
Eine glasklare ruhige Wasserfläche liegt vor uns und scheint
zur Erfrischung einzuladen. In der Mitte steigen
beständig kleine Blasen vom Grund auf und das Wasser scheint
in diesem Bereich zu simmern. Das Bild des Grundes flimmert wie eine
Fata Morgana. Wer hier baden möchte muss mit mindesten
45°C rechnen und sollte sich genau überlegen wo und
wie er in das Wasser geht. Zu allem Übel soll es auch noch
Krokodile geben. Diese würden aber nur in den
kühleren Bereichen lauern, werden wir beruhigt. Das
heißt wohl ganz klar, man sollte besser im heißen
Wasser baden. ;-)
Bild
1.043 - 1.047:
Filwoha Hot Springs
Es kostet einiges an Überwindung, um in das Wasser zu steigen.
Wichtig ist es einen festen Stand zu haben und sich keinesfalls ins
tiefe Wasser gleiten zu lassen. Niemand weiß wie er die
Brühe verträgt und sollte schnell den
Rückzug antreten können. Die Hitze treibt recht
schnell Farbe ins Gesicht. Die Angabe von 45°C scheint mir
recht untertrieben. Wer´s genau wissen will, muss also sein
Badethermometer mitnehmen, sofern die Skala dafür ausreicht.
;-)
Der Vorteil an der "Aufwärmung" im Wasser, ist die
nachfolgende Erfrischung an der warmen Luft, die eigentlich
auch schon schweißtreibend genug war. Das mutet recht
eigenartig an, aber so ist es wirklich.
Bild
1.048 + 1.049:
Bei den Filwoha Hot Springs im Doumpalmwald
Erfrischt verlassen wir den mit Gras und Schilf durchsetzten
Doumpalmwald und begeben uns auf den Rückweg. Von hier sind es
zirka zwei Kilometer bis zum Standort unseres Autos und dem Filwoha
Campsite.
Bild
1.050 - 1.052:
Auf dem Weg von den Filwoha Hot Springs zum Filwoha Campsite
Und dann noch einmal Löwenspuren. Verdammt, schon wieder
verpasst! ;-) Wir könnten schwören, dass diese erst
nicht vorhanden waren. Immerhin geht unser Guide denselben Weg wieder
zurück, den wir gekommen sind. Man sieht noch deutlich das
umgetretene Gras, oder war das etwa der Löwe? Unser Wachmann
mustert jedenfalls wieder lang und eingehend jeden Busch und jede
Versteckmöglichkeit im Gelände.
Bild
1.053 - 1.055:
Wo wird der Löwe nur sein?
Die Katze bleibt aber leider unsichtbar. Gesehen hätten wir
sie schon recht gerne, ... zumindest so lange sie keinen Appetit auf
uns hat. Dafür treffen wir aber noch auf ein paar
Warzenschweine, mit denen aber auch nicht gerade zu spaßen
ist.
Bild
1.057 - 1.059:
Warzenschweine in der Nähe des Filwoha Campsite
So treffen wir ohne besondere Vorkommnisse wieder an unserem Auto am
Filwoha Campsite ein. Auch dort hat der Löwe vorbeigeschaut
und niemand hat ihn gesehen. Das Personal hat nur hinterher seine
Spuren im Sand entdeckt. Tagan ist zur Rückfahrt bereit. Auf
die Frage warum er nicht mitgekommen sei, antwortet er grinsend: "Ich
war baden. Gleich da drüben.", und zeigt zur
naheliegenden Felswand von wo ein leises Rauschen zu uns dringt. Haha,
aber so schön heiß wie bei uns war es dort sicher
nicht.
Fahren wir nun zurück nach Awash und legen im Genet Hotel
unsere Mittagspause ein.
Bild
1.060 + 1.061:
Und noch einmal Perhühner
Das
Hotel ist wohl die beste Möglichkeit ein ordentliches Essen zu
bekommen, obwohl wir das eigentlich gar nicht brauchen. Ein Picknick in
der Natur hätte es für uns auch getan. Aber immerhin,
wer der Mittagshitze im Awash Nationalpark ein wenig entfliehen möchte und
eine Mittagspause einlegen will, hat durchaus die
Möglichkeit ins Hotel zurückzufahren. Solche
Zwangspausen sind überhaupt nicht unser Ding, aber Tagan hat
wohl auch ein Problem mit dem Auto in einer Werkstatt
abzuklären.
Gegen 14:30 können wir schließlich mit unserem
Nachmittagsprogramm beginnen und fahren zurück zum Awash
Nationalpark. Unser Ziel sind jetzt die Fälle des Awash.
Dabei müssen wir erneut bis zum Eingangstor des Awash
Nationalparks fahren, wo wir heute Morgen schon einmal waren. Von dort
geht es allerdings dieses Mal nur zirka 12 km nach Süden bis zur
Awash
Falls Lodge (Google
Map). Auf dieser Seite der Hauptstraße Nr. 1 sind
die Sandpisten aber weitestgehend eben und die Vegetation in der
Landschaft ist noch dürftiger als nördlich der
Straße. Die Wasserfälle liegen genau neben dieser
Lodge.
Bild
1.065:
Eingangstor der Awash Falls Lodge
Suchen wir ein schattiges Plätzchen für unser Auto
und erkunden die Wasserfälle. Angenehm frischer Nebel,
bestehend aus den winzigsten Teilchen des Awash, dringt nach oben und
sorgt für Abkühlung. Also hier wäre der
eindeutig bessere Platz für eine Mittagspause und zeitsparender
dazu.
Bild
1.066 - 1.072:
Die Awash Fälle von oben
Hier kann man es aushalten. Ein wenig Vorsicht ist aber bei
eventuellen Kletterausflügen geboten. Um die
Verwertung der Abgestürzten muss man sich jedoch keine Sorgen
machen, denn die Krokodile lauern am Fuße der Fälle
und lassen sich das Fressen nur noch in den Rachen plumpsen. ;-)
Bild
1.073 - 1.076:
Awash Falls Bild
1.073:
Einfach nur in das tobende Wasser starren Bild
1.074:
Diese Treppe auf der anderen Seite besser nicht mehr benutzen ;-) Bild
1.075: Wer
gut hinsieht kann die Krokodile am Fuß des Falles entdecken. Bild
1.076: Die Nilkrokodile beißen nicht nur im
Nil
Suchen wir uns einmal eine andere Perspektive und steigen auf halber
Höhe in die Fälle ein. Während der Regenzeit
wäre daran nicht zu denken, aber dafür gäbe
es andere spektakuläre Bilder.
Bild
1.077 - 1.079:
Awash Falls
Hier geht es nicht weiter, es lohnt sich aber für diesen
Ausblick hier hinunter zu steigen. Eine weitere
Abstiegsmöglichkeit gibt es direkt am Fuß der
Fälle, unmittelbar hinter den Bäumen am Parkplatz vor
der Lodge. Und keine Angst vor den Krokodilen, die schauen in die
andere Richtung. ;-)
Steigen wir wieder nach oben und setzen unsere Erkundungstour im Awash
Nationalpark fort.
Bild
1.087:
Blick zur Awash Falls Lodge
Und hier noch ein kleiner Rundgang mit bewegten Bildern und einem
kleinen Vorgriff.
Video: Awash Falls & Awash
Valley
vom Kereyou Lodge Viewpoint (ab Bild 1.105)
Als nächstes werden wir uns nach Westen am Ufer des
Awash entlang begeben. Dort befinden sich die
Zeltplätze Gotu Camp Sites und Awash River Campsite (Google
Map). Die Vegetation ist
etwas grüner als weiter entfernt vom Fluss und sorgt
für eine höhere Artenvielfalt. Dazu
gehören heute zum Glück keine Camper, aber
außer ein paar Vögel und Affen können wir
niemand weiter entdecken. Schöne Plätze sind es
allemal, die aber schon bedeutend bessere Zeiten erlebt haben
müssen. Es gibt ein paar Feuerstellen, einige
reparaturbedürftige verwitterte Bänke und Tische und
sonst
nichts. Wer hier zelten möchte, sollte nicht mit den falschen
Vorstellungen anreisen. Es ist Wildnis!
Um der Sache etwas Nachdruck zu verleihen, wird gleich von einem
"Kollegen" das Auto angegriffen und am Scheibenwischer herummontiert.
Dann will er sogar hinein, und wir schaffen es gerade noch die Fenster
zu schließen. Besser ist es, denn was die einmal in die
Finger kriegen und in den Busch schleppen, ist mit hoher
Wahrscheinlichkeit verloren.
Bild
1.092 + 1.093:
Der Piratenaffe und ein Bienenfresser
Verlassen wir die Flussaue wieder und begeben uns auf die Suche nach
dem Wappentier des Awash Nationalparks. Bisher haben wir es leider noch
nirgends zu Gesicht bekommen. Die Oryxantilopen
oder speziell die Beisa
Oryx, leben mit Ausnahme alter Männchen in Herden
von bis zu 40 Tieren. So schnell sollten wir sie also nicht
übersehen. Doch so sehr wir uns auch bemühen und
welche Pisten wir auch abfahren, die Oryx bleiben verborgen.
Bild
1.094:
Awash Nationalpark südlich der Straße Nr. 1
Dafür gibt´s ein paar andere Tiere wie Wildkatzen,
Trappen, Dik-diks und natürlich immer wieder Pantherschildkröten zu sehen. Dazwischen ab und zu ein paar
Kamelhirten, die aber auch nicht wissen wo sich die Oryx gerade
herumtreiben.
An vielen Stellen breiten sich auf dem Sand goldgelbe
Blütenteppiche aus, die in der Abendsonne besonders
prächtig leuchten. Die Pflanzen bilden lange holzige Triebe
aus, die locker auf dem Untergrund liegen.
Bild
1.098 - 1.101:
Gelbes Blütenmeer im Awash Nationalpark
Die Schatten werden langsam immer länger, und die Oryx tun uns
nicht den Gefallen auf der Showbühne zu erscheinen. Viel Zeit
bleibt uns heute nicht mehr das Wappentier aufzuspüren. Aber
egal, wir werden wegen den Oryx natürlich nicht alle Pisten
abfahren und uns unnötig unter Druck setzen.
Bild 1.102 - 1.104: Pantherschildkröte und Salt´s Dik-dik
Wir besuchen flussabwärts, also in Ostrichtung, noch einen
schönen Aussichtspunkt, von dem man weit in die vom Awash
ausgegrabene Schlucht blicken kann. Eigentlich befand sich hier einmal
die Kereyou Lodge (Google-Map),
die aber momentan nicht in Betrieb ist. Bei einigen Bungalows kann man
kaum unterscheiden, ob sie noch nicht fertig oder schon wieder Ruine
sind. Zahlreiche Wohnwagen stehen im Gelände, die auch
für Unterkünfte vorgesehen sind. Ein paar Bauleute
werkeln im Gelände herum und holen das nötige
Anmachwasser aus einem fast ausgetrockneten Pool mit grüner
Brühe, der ein Stück entfernt an der Felskante liegt.
Auf uns wirkt das ganze Projekt wie vergebliche Mühe.
Eigentlich ist hier gar nichts, ausgenommen von dem schönen
Blick ins Tal. Dazu gibt es aber noch ein Restaurant an der Felskante,
das sogar in Betrieb ist. Wir haben allerdings das
Gefühl die einzigen Gäste des Tages zu sein. Die
Bedienung scheint recht froh zu sein etwas Unterhaltung zu bekommen. So
genießen wir bei
einem kühlen äthiopischen Bier die Aussicht
und vergessen die Oryx.
Bild 1.105 - 1.110:
Ausblicke von der Kereyou Lodge in das Tal des Awash
Inzwischen
beginnt im Canyon unter uns schon der Sonnenuntergang, und die
Dunkelheit beginnt sich in der Tiefe immer weiter auszubreiten. Hier
oben
wird es noch ein wenig länger dauern, aber wir begeben uns
trotzdem wieder so langsam auf den Rückweg.
Die letzten Kilometer im Awash Nationalpark bis zur
Hauptstraße halten aber leider auch keine
Oryxantilopen für uns bereit. Auch der Hase am Wegesrand
weiß leider wieder einmal von nichts. Also fotografieren wir
wenigstens noch die Kamele, um nicht zu vergessen, dass diese auch hier
unterwegs waren. Natürlich sind das keine wilden Kamele.
Irgendwo gibt es immer einen Hirten, der meistens nie lange auf sich
warten lässt, sobald man anhält und das Auto
verlässt.
Bild 1.111: Mein Name ist Hase
Bild 1.112:
Kamele im Awash Nationalpark
Also
geht es ohne Oryxsichtung zurück nach Awash zum Genet Hotel
und unserem Abendessen.
Morgen früh werden wir noch einmal unser Glück
versuchen und zum Nationalpark zurückkehren. Henok ist nicht
zufrieden mit sich und möchte unbedingt an die Oryxantilope
einen Haken machen. Im Awash Nationalpark gewesen zu sein und keine
Oryx gesehen zu haben, geht für ihn gar nicht. Dafür
will er sogar eher aufstehen und losfahren als ursprünglich
gedacht. Eigentlich müssen wir ja morgen nach Harar und somit
weiter nach Osten in die entgegengesetzte Richtung fahren. Uns
soll´s recht sein. Kein Problem.
Bild 1.113: Amharische Bedienung im Genet
Hotel von Awash - Alle Kellnerinnen haben hier solche langen Haare -
Echt oder unecht? ;-)
Wir sehen uns morgen früh in aller Frische an dieser Stelle
wieder.
Gute Nacht!
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim