ETHIOPIA - THE SOUTH
Ein Reisebericht - Teil 4 03.06.2019 – Dorze People - Wanderung
zum Dorsso
Wasserfall - Market - Tej-Bar (26.09.2011 nach dem äthiopischen Kalender)
Wie
gestern angekündigt, hat heute unser Driver
Alex frei, und wir werden unsere Füße
bemühen uns ins nähere Umfeld zu tragen. Für
die Wanderung sind mindestens vier Stunden veranschlagt, wenn wir nicht
allzu lange zwischendurch pausieren. Aber wir wissen schon jetzt, dass
wir mit Marktbesuch und Tej-Genuss damit nicht auskommen werden.
Es regnet die ganze Nacht
hindurch. An und für sich lieben wir ja dieses schöne
Geräusch in den Blättern und auf dem Dach unserer
Hütte, aber je näher der Morgen kommt wächst
auch die Unruhe. Immerhin müssten wir unseren Tagesplan
über den Haufen werfen, wenn es nicht besser wird.
Bild 237 - 240: Ausblicke von der Dorze Lodge
kurz vor Sonnenaufgang
Als es draußen langsam etwas heller wird, beginnt die
große Kinovorführung über die Landschaft um
den Abaja- und Chamosee. Der Regen hat fast aufgehört und die
Sonne befindet sich noch versteckt hinter den Bergen. Alle paar Minuten
verändert sich das Naturspektakel und immer wieder
wälzen sich neue Wolkenkissen über die
Bergrücken, geben neue Aussichten frei oder verdecken diese
wieder. Darüber hinaus verändert sich
ständig das Licht, da die noch nicht in Erscheinung getretene
Sonne natürlich immer höher steigt. Dadurch entstehen
immer neue Eindrücke von der Landschaft.
Bild 241 - 246: Ausblicke von der Dorze Lodge
kurz vor Sonnenaufgang
Die Tierwelt ist natürlich auch schon wach und untermalt die
Szenerie mit den unterschiedlichsten Stimmen und Gesängen.
Darunter alte Bekannte wie Affen, Erzraben und Tauben, aber
überwiegend bekommen wir eine vielstimmige und völlig
neue Geräuschkulisse geboten.
Bild 247 - 250: Innenansichten unseres
Bungalows Bild 249 + 250: Besuch im Morgengrauen - Eine giftige "Shererite", wie
sie die Einheimischen nennen. Das erfahren wir aber erst am Abend.
Derweil haben wir in der Hütte ungebetenen Besuch, der zwar
selbst keine Geräusche von sich gibt, aber diese bei anderen
hervorrufen kann. ;-) Eigentlich haben wir ja Ungezieferspray dabei,
aber dieses stattliche Exemplar tut mir leid und man muss ja nicht
gleich alles umbringen. Einfangen will ich sie aber auch nicht. Das ist
selbst mir zu viel. Also lassen wir sie neben dem Schalter sitzen, ...
wir haben ja noch genug andere. Hoffen wir einmal, dass das Sprichwort
"Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen" uns heute nicht verfolgen
wird. Immerhin haben wir sie ja am Leben gelassen.
Während wir uns beim Frühstück über
die etwas emotionslosen Jungs der Lodge ärgern, wird das
Wetter immer besser. Zumindest gibt es keinen Regen mehr.
Dafür müssen wir jedem Teil des
Frühstücks nahezu hinterherlaufen und versuchen aus
fünf verschiedenen langen Marmeladengläsern die Reste
vom Boden abzukratzen. Ohne geeignete Löffel macht das
besonders viel Freude. Aber wenigstens ist der Kaffee gut, als dieser
endlich fast nach dem Frühstück eintrifft. Irgendwie
sehen die Jungs allesamt aus, als hätten sie in der Nacht viel
zu viel "Jo Jo Jo Jo Jo Jo - Joooooo" gesagt (siehe Vortag).
Gegen 8:30 Uhr sind wir schließlich abmarschbereit, ...
heißt leider ohne Rainer. Er hat doch tatsächlich
vergessen die richtigen Schuhe einzupacken. Ja mit
"Sonntags-vor-der-Tür-steh-Schuhe" kann man zumindest heute
hier nichts ausrichten und für barfuss ist das Wetter zu
ungemütlich. Immerhin befinden wir uns auch auf einer
Höhe von 2.732 Metern. So wird zumindest die Höhe
des naheliegenden Ortes Cencia (Chencha) angegeben. Also
beschließt Rainer, einen Tag lang die Aussicht von der Lodge
zu genießen.
Bild 251 - 256: Wanderung von der Dorze Lodge
zum Dorsso Wasserfall
Von der Lodge ausgehend wandern wir nach Norden. Neben Mastu begleitet
uns noch ein Junge der Lodge, der gelangweilt ein paar
Wasserflaschen im Plastebeutel nebenher trägt. Die werden wir
wohl
nicht brauchen.
Immerhin haben wir stets noch selbst jeder eine Flasche dabei. Aber man
kann sie ja unterwegs noch verschenken.
Wir wandern zunächst über eine Stunde lang im dichten
Nebel über schlammige und steinige Pfade durch Wälder
und lockeres Siedlungsgebiet. Wir können leider nur erahnen,
welch idyllische Landschaft sich hinter dem Nebel verbirgt und
können kein einziges Foto schießen. Rainer hat sich
völlig richtig entschieden. Bis zu dieser Stelle
hätte er seine Schuhe schon zweimal entsorgen
können. Irgendwie werden unsere Schuhe auch immer
größer und schwerer. Der Schlamm ist sehr
hartnäckig und will uns einfach nicht loslassen. Man muss ihn
regelrecht alle paar hundert Meter von den Schuhen abschälen.
Aber immerhin hält das Imprägnierspray was es
verspricht und die Füße bleiben trocken.
Der Marsch ist ermüdend und wir sind richtig
glücklich, als endlich hin und wieder die ersten
Lücken im Nebel etwas von der Landschaft freigeben.
Bild 257 - 262: Wanderung zum Dorsso Wasserfall
Bild 260 - 262:
Die Baumstammbrücken sind mit Matten aus
Enseteblättern abgedeckt. Das ist fast wie Lotterie spielen,
denn diese sind nicht immer unbedingt tragfähig. ;-)
Eigentlich sollte es bei dieser Wanderung heißen: "Der Weg
ist das Ziel.", aber es brechen immer wieder neue Nebelschwaden
über uns herein, die die Schönheiten der Umgebung
verstecken. Aber wenigstens regnet es nicht. Hin und wieder
begegnen uns
Einheimische im Nebel, die sich offenbar über uns lustig
machen. Zumindest gibt es in unserer Nähe stets
Gelächter der Frauen zu hören, was in der Ferne noch
nicht zu vernehmen war. Ja, wir würden auch lieber bei
besserem Wetter unterwegs sein, aber morgen sind wir eben schon wieder
wo
anders eingeplant.
Bild 263: Traditionelle Häuser
der Dorze bei Cencia (Chencha)
Bild 264: Die Holo
Angle Mikaheal Church,
so zumindest der Wortlaut nach der Karte. ;-) Vermutlich
ist Holy Angel Mikael Church gemeint. Link
anklicken und Wanderroute nachverfolgen.
Bild 265: Eine heilige
Quelle zirka
20 Minuten später. Link anklicken und Route nachverfolgen.
Zirka eine halbe Stunde später weiter in nördlicher
Richtung, erreichen wir die Hauptstraße, die als Sandpiste
vom Ortskern Cencias aus nordöstlicher Richtung kommt. Wir
treffen auf eine große wild gestikulierende
Menschenansammlung von über 100 Personen, die einen Polizisten
umringt. Wie wir erfahren hat man gerade einen Taschendieb gefasst und
deshalb die Polizei hinzugerufen. Offenbar sind derartige Delikte auf
dem Lande noch sehr hoch angebunden und sorgen für gewaltige
Aufregung. In der Stadt würde wohl außer dem
Betroffenen und ein paar Zeugen, die Sache niemand weiter
interessieren. Bei dem Spektakel könnte man fast glauben, der
Dieb hat alle Anwesenden bestohlen.
Wir gehen lieber weiter, folgen nun der Hauptstraße
gen Westen und verlassen diese wieder kurz bevor sie sich
nach Süden wendet. Wir wandern weiter nach Westen in Richtung
des Dorsso Wasserfalles auf kaum sichtbaren Pfaden, durch ein
landwirtschaftlich genutztes Gebiet mit sattgrünen Weiden und
rotbraunen Feldern.
Bild 266 - 272: Auf der anderen Seite der
Sandstraße geht es weiter nach Westen
Wir haben noch zirka 20 Minuten Fußweg bis zum
Wasserfall vor uns. Ein paar Jugendliche sind uns nun
wortwörtlich auf den Fersen. Das mag ich gar nicht gern, wenn
ich nicht weiß, was hinter meinem Rücken passiert.
Also
spielen wir mehrfach das Spiel des "Vorbeilassens". Kaum sind sie
vorbei, setzen sie sich ins Gras und warten wiederum auf uns. Es nervt.
Aber dann rennen sie plötzlich einen Hügel hinauf und
sind verschwunden, ... glauben wir zumindest. Hat uns etwa das
Gefühl bezüglich der Jungs getäuscht?
Unsere ortskundige Begleitung von der Lodge zeigt in vielen Dingen der
Wanderung leider kein Engagement. Oft müssen wir uns selber
den geeigneten Weg suchen, wenn wir nicht gerade durch Wasser und
Schlamm wie er waten wollen. Dann wartet er stets gelangweilt auf der
anderen Seite und kaut gelangweilt auf einem Grashalm herum. Mastu
nimmt's mit Humor und schüttelt nur mit dem Kopf.
Bild 273 + 274: Am Dorsso Wasserfall angekommen
Am Wasserfall angekommen, bläst uns ein kräftiger und
kalter Wind mit vielen Wassertröpfchen entgegen. Der 31 m hohe
Wasserfall liegt auf einer Höhe von 2.660 m über dem
Meer. Badewetter ist auch nicht gerade, obwohl wir von der Wanderung
etwas aufgeheizt sind. Dann kracht es immer wieder in der Schlucht.
Steine poltern die Felswand hinunter und klatschen in das Wasser. Jetzt
wissen wir, warum die jugendliche Bande den Berg hinauf gerannt ist.
Unser Gefühl hat uns also nicht getäuscht was diese
Truppe betraf. Unser ortskundiger Begleiter schaut wiederum nur
müde auf das Geschehen und zeigt keinerlei Reaktion. Jetzt
kann er zwar nicht unbedingt was dagegen tun, aber wenigstens eine
Ansage in der hiesigen Sprache wäre schon nötig. Den
Mann hätten wir uns echt sparen können. Wir ziehen
uns also lieber zurück, bevor uns noch eines dieser
Wurfgeschosse verletzt.
Bild 275: Essbare Beeren im Buschwerk am
Wasserfall Bild 276: Ethiopian Cobra lily / Arisaema
flavum / Äthiopische Cobralilie
Bild 277 - 284: Wieder auf dem
Rückweg wie wir gekommen sind
Bis zur Hauptstraße von Cencia nach Arba Minch, gehen wir
denselben Weg zurück. Der letzte Nebel hat sich endlich
verzogen und hin und wieder lässt sich sogar die Sonne
blicken. Für den weiteren Rückweg bleiben wir nun auf
der Hauptstraße. Dennoch haben wir bis zur Dorze
Lodge noch knapp 10 Kilometer vor uns. Der eingangs
geschilderte Zeitplan ist aus dieser Sicht überhaupt nicht
mehr zu halten. So sehr getrödelt haben wir nun auch wieder
nicht. Auch wenn das schönere Wetter wieder etwas Auftrieb
gibt, sollten wir vielleicht jetzt für etwas Entlastung
sorgen. Mastu hat offenbar gerade selbst daran gedacht und
schlägt vor, für den weiteren Weg ein Bajaj zu ordern.
Bild 285 - 290:
Auf der Hauptstraße von Cencia (Chencha) in Richtung Dorze
Lodge
Auf der endlosen Sandpiste ein Bajaj zu bekommen ist natürlich
nicht so einfach wie in den Städten. Mastu muss eines per
Handy bestellen. Bis dieses langsam aus der Ferne uns entgegengezuckelt
kommt, vergeht noch einige Zeit währenddessen wir nun die
nebelfreie Landschaft genießen können.
Schließlich öffnet sich der Vorhang unseres Taxis
und wir können uns auf der Rückbank einsortieren. Wir
sind nun zwar deutlich schneller als zu Fuß, werden aber
dafür kräftig durchgeschüttelt. Aber allemal
besser, als noch einmal 10 Kilometer laufen.
Wir fahren aber noch nicht bis zur Dorze Lodge, denn zirka 2 Kilometer
vor dem Ziel wird gerade ein großer Dorfmarkt abgehalten. Das
dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Märkte sind immer hoch interessant und man sollte so viele wie
möglich mitnehmen. Jeder Markt ist anders.
Bild 291: Auszug Google
Map -
Marktplatz südlich von Cencia (Bildmitte) - Einfach Bild
oder Link anklicken und weiter die Lage erkunden.
Bild 292: Dorfmarkt ein paar Kilometer
südlich von Cencia (Chencha)
Bevor wir uns dem Markttreiben widmen geht es
erst einmal in die
Tej-Bar am Rande des Platzes. Tej
(gesprochen Tedsch) ist ein traditionelles äthiopisches
alkoholisches Getränk. Da die Hauptzutat Honig ist und das
Gebräu nach der Gärung einen Alkoholgehalt zwischen
6-11 Prozent besitzt, wird es als Honigwein oder Met angesehen. Nach
der Legende geht der Genuss des Getränks bis auf das Treffen
der Königin von Saba und König Salomon
zurück. Makeda hatte dereinst dieses königliche
Getränk in ihrem Reisegepäck und dieses ausgiebig
mit König Salomon genossen und danach haben sie ihren Sohn
Menelik
gezeugt. Dieser wurde wie bekannt der erste König der
salomonischen Dynastie Äthiopien. Zudem galten die aus
Bienenhonig gewonnenen alkoholischen Getränke dereinst als
heilig.
Bild 293: In der Tej-Bar
Bild 294: Tej-Bar südlich von
Cencia
Dem einfachen Volk war
Herstellung und Genuss
nicht erlaubt,
deshalb war auch in Äthiopien bis ins 19. Jahrhundert hinein
der Genuss des Tejs nur dem Adel vorbehalten.
Die Form der typischen Trinkgefässe hat sich aus dieser Zeit
bis heute erhalten
(Vergleiche Bild 2.004 in
"Ethiopia Again" - Teil 15
oder Bild 1.342 in Teil 11). Das hindert aktuell allerdings niemand
daran, sich das Getränk auch in andere
Gefäße abfüllen zu lassen.
Nachdem wir auch ein paar "Vasen" dieses köstlichen
Getränks geleert und alle zusammen zwei große Teller
Injera mit Hammelragout verdrückt haben, unternehmen wir einen
ausgiebigen Marktbummel. Leider verabschiedet sich das schöne
Wetter bevor ich meinen Videodreh beendet habe und die Wolken
hüllen die Szenerie wieder in dichten Nebel ein und zwar so
stark, dass schöne Fotos so gut wie nicht mehr
möglich sind.
Bild 295 - 301: Der Raucherclub :-)
Getreu dem Motto "Nach dem Essen soll man rauchen ...", tritt Mastu
spontan einem örtlichen Raucherclub bei und nimmt einen tiefen
Zug aus der äußerst langstieligen Pfeife. Was alte
Frauen und Männer vertragen, sollte er auch schaffen, ...
denkt er wohl. Aber da täuscht er sich. Erwartungsvoll schaut
die Runde auf Mastu und ist äußerst erheitert, als
Mastu die Luft wegbleibt. Wir wollen das gar nicht erst austesten. Ich
mache ja sonst gerne jeden "Mist" mit, aber diese nach Kuhfladen
riechenden schwarzen Kugeln sind mir nicht geheuer. Was genau in dieser
schwarzen Droge alles enthalten ist, wissen wir nicht.
Bild 302 + 303: Vielleicht Ensete-Teig (?) und
Kartoffeln
Video: Tej-Bar und Markttreiben
Am Rande des Marktes befinden sich auch Kickertische, eine weitere Bar
und ein
Soundsystem aus dessen Boxen sogar äthiopischer Reggae zu
vernehmen ist. Mit dabei Eyob Mekonnen, an den wir an dieser Stelle
erinnern möchten.
Eyob
wurde am 12.10.1975 in Jijiga in der Somali Region im Osten
Äthiopiens geboren. Sein Vater Yalem Mekonnen war
während des
Ogadenkrieges Offizier der äthiopischen Armee, was Eyob
besonders
dazu inspirierte in seinen Liedern friedliche Botschaften zu
verbreiten. Schon in jungen Jahren zog
er nach Addis
und besuchte dort die Schule. Er schloss sich der Reggae-Band Zion an,
die zu einer festen Größe in den Clubs von Addis
Ababa
wurde. In ihrer Musik verbanden sie Elemente moderner amharischer Musik
mit denen der Oromo und des Reggae.
2010 veröffentlich er sein erstes Soloalbum "Man Ende Kal".
Nach
2012 begann er auch im Ausland zu touren, was ihn nach Kanada, den
Niederlanden und auch nach Deutschland führte. Leider erlitt
Eyob
am 13.08.2013 einen Schlaganfall und fiel ins Koma. Man sammelte
Spenden für seine Behandlung und überführte
ihn am 17.
August in ein Krankenhaus von Nairobi, wo er allerdings schon am 18.
August aufgrund von Komplikationen starb. Sein postumes Album "Erotatalehu"
(Bild oben) präsentiert mit 14 Songs eine deutliche Steigerung
zu
seinem Debutalbum. Wir werden leider nie erfahren, wie es weiter
gegangen wäre. R.I.P. Eyob Mekonnen!
Eyob
Mekonnen - Semahuachew (Erotalehu)
Eyob
Mekonnen - Wede Enate Bet (Erotalehu)
Da die Sicht auf dem Markt immer schlechter wird,
beschließen
wir noch
einmal die Tej-Bar aufzusuchen und dort etwas abzuwarten. Vielleicht
haben wir Glück und die Wolken verziehen sich noch einmal.
Die
aus mehreren Räumen bestehende Location ist immer noch gut
gefüllt und der Tej fließt in Strömen. Das
schmeckt aber auch wirklich gut und kostet fast nichts (5 Birr). Das
stellen
jetzt auch zahlreiche Frauen fest, die durchaus auch ohne
männliche
Begleitung hier einkehren.
Wie in vielen traditionellen äthiopischen
Gaststätten üblich, hat man auch einen eigenen
Fleischer eingebunden, wo man sich selbst das Fleisch aussuchen und
zuschneiden lassen kann. So weiß jeder was auf
seinen
Teller kommt. Bild 304: In der Tej-Bar
Bild 305: Fleischer in der Tej-Bar
Bild 306 - 308: Es schmeckt wieder in der
Tej-Bar
Leider erfüllt sich unsere Hoffnung nicht und die Sicht wird
nach längerem Warten und Tej-Genuss nicht besser.
Darüber hinaus kann durchaus auch noch Regen kommen, den wir
überhaupt nicht gebrauchen können. Wir haben auch
noch ein paar Kilometer bis zur Lodge vor uns. Also brechen wir lieber
auf
und nehmen eine Abkürzung neben der Hauptstraße
durch den Wald. Diese beginnt direkt am südlichen Ende des
Marktgeländes und erspart uns zahlreiche Meter und viel Zeit.
Im Gepäck haben wir noch ein paar mit Tej abgefüllte
Wasserflaschen, damit unser zurückgebliebener Rainer auch
noch einmal probieren kann.
Bild 309 - 314: Wieder "Kino" in der Dorze
Lodge
Wir haben Glück. Die anfänglich vereinzelten
Regentropfen werden immer seltener, und als wir nach zirka 30 Minuten
gegen 15:30 Uhr in der Lodge eintreffen,
kommt tatsächlich noch einmal die Sonne heraus. So
können wir den Tag noch einmal bei
schöner Aussicht ausklingen lassen. Die Jungs
der Lodge haben sich derweil angeboten unsere verschlammten Schuhe und
Hosen gegen eine Gebühr einer Reinigung zu unterziehen. Mal
sehen wie das funktioniert.
Bild 315 + 316: Blicke zum Retsaurantbereich
der Dorze Lodge
Bild 317: Die Schuh- und
Hosenwaschanlage
Bild 318 + 319: Dorze-Keramik und
Armbänder
Bild 320 + 321: Dorze Lodge - Blick von der
Restaurantterrasse auf unsere Bungalows. Das kleinere ist der
Einpersonenhaushalt. ;-)
Die Wäscherei der Jungs hat nicht so richtig funktioniert.
Aber egal, der Wille zählt. Das Profil der Sohlen ist noch
völlig mit Schlamm aufgefüllt. Warum sollte man die
auch säubern, sind ja schließlich keine Hausschuhe.
;-) Auch der Schlamm an den Hosenbeinen war wohl mit der
Katzenwäsche nicht zu vertreiben. Er ist zwar deutlich blasser
geworden, nimmt aber dafür deutlich mehr Fläche ein.
Also betreiben wir bei schöner Aussicht noch ein wenig
Nachsorge, bevor wir alles zum trocknen auslegen.
Bild 322 - 325: Langsam werden die Schatten
der Berge immer länger und die Sonne verschwindet hinter
unserem Rücken.
Die Zeit für's Abendessen rückt heran und damit die
Hoffnung,
dass wir heute nach dem nasskalten Tag ein ordentliches Kaminfeuer
bekommen. Wir haben dabei aber nicht den außerordentlichen
Fleiß unserer Jungs berücksichtigt. Der Kamin des
Restaurants, begrüßt uns genau wie gestern
Abend, mit einer schwarzen leeren Öffnung. Ich versuche ein
entsprechendes Feuer zu bestellen. Ich
würde es ja auch selber machen, aber neben dem Kamin oder in
dessen Nähe befindet sich einfach kein Holz in Bereitschaft.
Nur die Jungs der Lodge sitzen gelangweilt herum und gähnen um
die Wette. Die Antwort ist äußerst
verblüffend. Wenn es
geregnet hat, könne man kein Holz sammeln gehen.
Schließlich ist ja nun alles nass geworden. Wie bitte?! Ist
hier
irgendwo die versteckte Kamera? Von regensicherer Bevorratung haben die
wohl noch nix gehört. Ich glaube unsere Jungs brauchen
dringend
einen eigenen Haushalt oder einmal einen richtigen Winter, damit sie
lernen können wie man wirtschaftet. Der Job in der Lodge ist
ihnen
vermutlich nicht förderlich. Also sitzen wir wieder im
halbfinsteren Restaurant und müssen uns warme Gedanken machen.
Aber Alex hat noch eine Geheimwaffe im Auto, die er zum Abendessen
mitbringt. Er hat doch tatsächlich beim Dorfbesuch der Dorze
eine
Flasche Schnaps organisiert, die wir nun mit dem heißen Tee
der
Lodge etwas verdünnen können. Wenn das nicht hilft!
Und ein
paar Flaschen Tej haben wir ja auch noch. ;-)
Eine Frage haben wir dennoch an die Jungs und zeigen ihnen das Bild von
unserem achtbeinigen Haustier, welches erstaunlicher Weise nach unserer
Rückkehr immer noch am selben Platze saß. Jetzt
kommt
Diskussion und Bewegung in die Truppe. Sie sind sich einig. Es ist eine
giftige Shererite, wie sie sie nennen. Dieser illegale Bungalowbewohner
muss unbedingt rausgeschmissen werden. Beim Rausschmiss ist es offenbar
nicht geblieben, denn als wir heimkehren ist ein dunkler matschiger
Fleck an der Wand, wo vorher die Spinne saß. Das tut mir aber
jetzt leid. Ich hätte vielleicht doch versuchen sollen sie
einzufangen.
Wir sehen uns morgen an dieser Stelle wieder, wenn wir über
Arba
Minch nach Konso reisen und dort dessen gleichnamiges Volk in ihrem
unter dem Schutz der UNESCO stehenden Dorf besuchen. Darüber
hinaus werden wir eine Sandsteinformation erkunden, die von den
Einheimischen auch als "New York" bezeichnet wird.
Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text und Videos: Peter Joachim