Imprint Contact
Flagge Region OromiaGoba Wabe Shebelle HotelWildlife Conservation NetworkEthiopian Wolf Project
ETHIOPIA AGAIN

Ein Reisebericht - Teil 7
21.09.2015 – Goba - Bale Mountain National Park - Tulu Dimtu - Tuluke - Goba
(10.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia Again Heute werden wir von Goba aus in Richtung Südosten über die Straße 90a in den Bale Mountains National Park einfahren. Die Grenze des Schutzgebietes beginnt nur ein paar hundert Meter hinter dem Ort. Bis zum Tulu oder auch Tullu Dimtu, dem höchsten Punkt des Tages, sind es nur zirka 39 km. Bis dorthin werden wir ein Höhenunterschied von zirka 2.700 bis auf 4.377 Meter hinter uns bringen.
Warme Kleidung ist deshalb gefragt. Dort oben kann es schon manchmal Frost geben. Der Negativrekord liegt immerhin bisher bei ungemütlichen -15°C. Nach all unseren Recherchen der letzten Tage auf allen möglichen Wetterplattformen, erwarten uns heute dort oben aber nur Temperaturen um die 10°C. Das ist auch noch frisch genug.
Große Teile der Nacht hat der Regen auf´s Dach getrommelt, und als wir gegen 8:00 Uhr die Fahrt antreten, ist ringsum nur "graue Suppe". Das sind keine guten Aussichten. Aber da die Wolken recht tief zu hängen scheinen, hoffen wir weiter oben auf Besserung.
Kurz hinter Goba befindet sich ein Schlagbaum mit einem Kontrollpunkt. Ohne Genehmigung oder Ticket würde es hier nicht weiter gehen. Anfangs fahren wir noch durch dichten Wald. Je höher wir kommen umso niedriger wird aber die Vegetation. Zuerst verlassen uns die Bäume und ein undurchdringliches Gestrüpp aus Baumheiden und den verschiedensten Sträuchern säumt die weitere Auffahrt. Schon hier lohnt es sich die Augen offen zu halten, da immer wieder die unterschiedlichsten Vögel auf Wanderschaft am Straßenrand sind. Leider gelingen uns nur ein paar Wackelbilder, bevor diese hühnerartigen Vögel schnell im Dickicht verschwinden.
Als sich auch diese Vegetationszone verabschiedet, schimmert endlich das erste Blau durch die Wolkendecke und riesige Lobelien kommen ins Blickfeld. Leider ist gerade keine Blütezeit aber die vertrockneten Blütenkolben sind trotzdem sehr beeindruckend.

Ethiopia - Bale Mountains - Giant Lobelia

Ethiopia - Oromia - Bale Mountains

Bild 754 +755: Auf dem Weg zum Sanetti Plateau in den Bale Mountains
Bild 754: Giant Lobelia (Lobelia rhynchopetalum), auch Äthiopischer Schopfrosettenbaum

Diese Lobelienart gibt es nur in den afroalpinen Regionen Äthiopiens wie den Bale und den Semien Mountains und kann nicht selten eine Höhe um die 6 Meter erreichen.
Nach der 3.900er Höhenlinie beginnt schließlich die große Hochebene, die als Sanetti Plateau bekannt ist. Links des Weges steht eine Funkstation und gegenüber befindet sich ein kleines Gewässer auf dem sich alte Bekannte tummeln, die wir schon gestern im Gaysay Grassland gesehen haben.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Blauflügelgans

Bild 756 - 759: Gewässer am Beginn des Sanetti Plateaus
Bild 759: Blauflügelgans (Blue-winged goose)

In der scheinbar kargen aber überwältigenden Landschaft gibt es allerhand interessante Pflanzen zu entdecken. 1.321 verschiedene Arten könnten wir finden, wenn wir die Zeit und das nötige Wissen hätten. 123 davon gibt es nur in Äthiopien und 23 allein in den Bale Mountains.

Ethiopia - Bale Mountains - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Plant

Bild 760 + 761: Pflanzen auf dem Sanett Plateau - Später noch mehr

Weiter geht´s durch eine atemberaubende Landschaft. Dies auch noch im wahrsten Sinne des Wortes. Wer die Höhe nicht gewöhnt und auch nicht der Fitteste ist, sollte hier keine große Sprünge machen. Wenn man mal ein paar hundert Meter etwas herumkraxelt und sich ein wenig schneller bewegt, merkt man schon ganz deutlich die dünne Luft.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 762 - 767: Wenige Minuten später 

In dieser Landschaft muss man ganz einfach immer wieder anhalten und sich zu Fuß auf einen Entdeckungsspaziergang begeben. Während wir die Schönheit im Großen Ganzen und im Detail genießen, durchforscht Henok schon mit konzentrierten Blicken das Gelände nach der wertvollsten Kostbarkeit des Nationalparks. Noch ist er nirgends zu entdecken, der extrem seltene Äthiopische Wolf.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 768 - 770: Wenige Minuten später der nächste Halt. Die Pflanzen gemäß Bild 760 bilden überall riesige Polster aus und sehen aus der Ferne Steinbrocken ähnlich.
Bild 768 + 769: Eine Senke mit zahlreichen Gewässeransammlungen

Auch hier ist vom äthiopischen Wolf noch keine Spur zu entdecken. Henok sprintet immer wieder durch die Landschaft um neue Aussichtspunkte zu erschließen, aber noch ist der Wolf nicht bereit in unser Sichtfeld zu treten.
Langsam rückt der Tulu Dimtu auf der rechten Seite ins Blickfeld. Später folgt eine holprige Piste, die von unserer Sandstraße in Richtung Norden abgeht. Dort werden wir abbiegen, um den höchsten Punkt der Bale Mountains zu erobern.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tulu Dimtu

Bild 771: Im Hintergrund der Bildmitte der Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 772 - 773: Große Felsbrocken liegen verstreut in der Ebene
Bild 773: Rote Flechten auf dem Gestein

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 774: Kurz vor dem Abzweig zur Nordpiste in Richtung Tulu Dimtu

Unsere glatte Sandstraße, wie oben noch erkennbar, wechselt nun in eine mit Steinen durchsetzte Piste. Hinzu kommen starke Fahrspuren, die uns oft in beträchtliche Schieflage bringen. So lange die Steigung erträglich ist, geht´s ja noch einigermaßen. Noch schnell ein paar Bilder, und dann ist erst einmal Schluss mit der Knipserei.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 775 - 777: Der vorerst harmlose Beginn der Piste zum Tulu Dimtu

Die Eroberung des Tulu Dimtu erfolgt also bis zur Spitze mit unserem Auto. Jetzt beginnt für Tagan die Schwerstarbeit, die ihm trotz der Gebirgskälte den Schweiß auf die Stirn treibt. Immer öfter beschleichen uns Zweifel ob das tatsächlich machbar ist. Tagan zieht jetzt durch ohne weitere Pause. Es kracht und poltert, die Räder drehen immer wieder durch und wir müssen uns angespannt irgendwo festhalten, um uns keine Beulen zu holen. Interessante Aussichten müssen wir ziehen lassen. Tagan schüttelt nur mit dem Kopf, und seine Augen sagen alles. Wie wir zum Glück erst viel später erfahren, hat unser Auto auch noch ein Batterieproblem. Unter dem Gesichtspunkt verbietet sich natürlich jeglicher Stopp in dieser Fahrtrichtung. Wenn die Kiste aus- und nicht mehr angeht, hätten wir nämlich so richtig die Arschkarte gezogen.

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Bild 778 - 781: Geschafft - Auf dem Tulu Dimtu
Bild 781: Tagan "The Great" - ... unsere Lebensversicherung ;-)

Unserem Fahrkünstler gebührt das erste Bild mit der Gipfelmarkierung. Es ist tatsächlich möglich geworden mit dem Auto hierher zu kommen. Kalt und stürmisch ist es hier oben. Man kann sich kaum auf den Beinen halten. Bei dem trüben Wetter ist die Aussicht sicher auch nicht so spektakulär wie an klaren Tagen, obwohl die schnell über die Landschaft ziehenden dunklen Schatten der Wolken immer wieder beeindruckendes Kino sind.

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Bild 782 + 783: Unser Guide Henok und wir

Mit der Rangordnung der höchsten Berge ist man sich in Äthiopien aber offenbar nicht so ganz einig. Mit 4.377 Metern Höhe ist der Platz 2 keineswegs erreicht, denn allein in den Semien Mountains, im Norden von Äthiopien, gibt es mit dem Ras Dashen (4.450), dem Ancua (4.462) und dem Kidis Yared (4.453), drei Gipfel die diese Marke knacken. Zu dem Ergebnis kann man zumindest kommen, wenn man verschiedenes Kartenmaterial studiert. Da gibt es zwar auch noch Abweichungen untereinander, aber trotzdem überragen diese drei Gipfel in jeder Version den Tulu Dimtu. Also sollte man sich vielleicht auf Platz 4 verständigen und dem Steinmetz eine neue Tafel in Auftrag geben. ;-)

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Ethiopia - Bale Mountains - Tulu Dimtu

Bild 784 - 786: Noch ein paar Ausblicke vom Tulu Dimtu

Auf der Bergkuppe steht noch ein unansehnlicher Funkmast, wie das solche Masten eben leider immer an sich haben. Das Heulen und Zerren des Windes an der Stahlkonstruktion verstärkt noch unser Kältegfühl. Am besten wir suchen wieder gemütlichere Gefielde auf. Jetzt kann sich Tagan ganz entspannt hinter´s Lenkrad setzen und das Auto abwärts rollen lassen. Als ein Stück tiefer die ersten Pflanzen wieder auftauchen, wird es gleich viel angenehmer. Auch der Wind ist nicht mehr zu spüren.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 787 + 788: Auf dem Rückweg vom Tulu Dimtu

Jetzt können wir auch ein paar Stopps einbauen und durch die Landschaft wandern. Tagan muss keine Angst mehr haben, den Berg womöglich rückwärts nach unten zu verlassen.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Bild 789 - 793: Verschiedene Pflanzen im Geröll - Ein unendlicher Steingarten!

Dann plötzlich die wichtige Entdeckung des Tages. Henok hat doch tatsächlich mit seinen Adleraugen den ersten Wolf in der Ferne ausgemacht. Ehe wir so richtig nachvollziehen können, welcher Punkt in der Landschaft der richtige ist, hat er schon wieder so einige Meter zwischen uns gebracht.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 794: Wo ist der Äthiopische Wolf?

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Ethiopian Wolf

Bild 795: Und tatsächlich, da ist er.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 796 + 797: Wo ist er nur hin??

Kurz darauf hat ihn die unendliche Landschaft wieder verschluckt. Wir können ihn nirgends mehr entdecken. Er kann sich nur irgendwo zwischen den riesigen Steinen versteckt haben, die weit verstreut auf dem Plateau herumliegen.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Flechte

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Flechten

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Orangene Flechten

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Moose

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Moose

Bild 798 - 806: Verschiedene Pflanzen, Moose und Flechten überall

Der Wolf bleibt verschwunden, aber noch ist ja der Tag nicht zu Ende. Fahren wir weiter die "Tulu Dimtu Piste" hinunter, bis wir wieder auf die Sandstraße kommen, die in südwestliche Richtung nach Rira führt. Wir werden in diese Richtung noch ein Stück weiter bis ans Ende des Sanetti Plateaus fahren.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 807 - 810: Zwischen "Tulu Dimtu Piste" und Tuluke Viewpoint

Südwestlichster Punkt auf dem Sanetti Plateau auf der Straße in Richtung Rira ist der Tuluke Viewpoint. Dort geht es wieder über Serpentinen abwärts und die Vegetation wechselt zu Baumheide und anderen höheren Pflanzenarten. Bis zu diesem Aussichtspunkt werden wir noch vordringen, bevor wir wieder in Richtung Goba zurück fahren.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 811 + 812: Kurz vor dem Tuluke Viewpoint an der Kante des Sanetti Plateaus

In den tiefer gelegenen Tälern am Rande des Sanetti Plateaus stauen sich die Wolken und verändern ständig ihr Aussehen. Eigentlich dachten wir, dass wir gleich im allgemeinen Nebel verschwinden, doch das beeindruckende Wolkentheater bleibt zum Glück und unglaublicher Weise an der Kante des Plateaus stehen.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Bild 813: Am Tuluke Viewpoint (3.810 m) am Ende des Sanetti Plateaus

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Bild 814 - 822: Wolkenspiele am Tuluke Viewpoint

Hier ist es wieder ungemütlicher als direkt auf dem Plateau. Starke Winde blasen über die Kante aber die Wolken kommen trotzdem nicht darüber hinweg. Es scheint, als würden sie sich in einer bestimmten Höhe immer wieder auflösen. Auch wenn die Ferne den Blicken weitestgehend verborgen bleibt, ist es trotz oder gerade wegen der Wolken ein spannendes Szenario.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint - Plant Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint - Lichen

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint - Lichen

Bild 823 - 828: Pflanzen und Flechten am Tukule Viewpoint
Bild 825 + 826: Baumheide

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Tuluke Viewpoint

Bild 829: ... noch ein letzter Blick zurück und weiter geht´s

Nun geht es wieder zurück auf dem Weg den wir gekommen sind. Wir werden aber noch ein paar seitliche Abstecher probieren, um vielleicht auch noch den einen oder anderen Wolf vor die Linse zu bekommen. Zeit haben wir genügend, denn der halbe Tag liegt eigentlich noch vor uns.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Bild 830 - 832: ... zirka 30 Minuten später auf dem Rückweg

Immer wieder leuchten verschiedene Pflanzen zwischen den Steinen hervor, die uns stets zu einem Stopp veranlassen. War dort gerade ein Wolf? Nein, leider wieder nur ein rötlicher Stein im Gelände, der sich nicht von der Stelle rührt.
Dafür gibt es aber ständig andere interessante Gewächse zu bewundern.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Distel Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Distel

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Distel

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Distel Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Distel

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 833 - 838: Die Distelregion

Bei diesen Disteln könnte man manchmal denken, man hat einen Kaktus vor sich. Erst wenn man sich die Pflanzen aus der Nähe genau ansieht, offenbart sich ein Distelgewächs.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Lobelia

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Lobelia Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Lobelia

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Bild 839 - 846: Weitere Pflanzen
Bild 844 + 845: Verwitterter Samenstand und Stiel einer Lobelie

Auch wenn die Landschaft recht karg auf den Betrachter wirkt, gibt es ständig etwas neues zu entdecken. Also einfach das Auto verlassen und ab und zu ein Stück in die Natur eintauchen. Wer das nicht tut wird die Vielfältigkeit dieser Region kaum entdecken.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Plant

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 847 - 851: Wandern ist viel schöner als fahren ;-)

Bald haben wir den größten Teil der Straße in Richtung Goba auf dem Sanetti Plateau hinter uns gebracht und biegen in eine Geröllpiste nach links ab. Es geht ein wenig bergauf durch unübersichtliches Gelände, und das ist offenbar unser Glück. Als unser Auto gerade über eine Kuppe kraxelt und sich der Blick in eine dahinter liegende Senke eröffnet, stehen plötzlich beiderseits des Weges einige Wölfe. Jeder sieht einen Wolf und jeder an einer anderen Stelle. Man weiß gar nicht so recht, wo man zuerst hinsehen soll. Besonders ängstlich sind die Tiere nicht, versuchen aber zielstrebig und ohne besondere Eile den Abstand zwischen sich und uns zu vergrößern.

Ethiopia - Bale Mountains - The Ethiopian Wolf

Ethiopia - Bale Mountains - The Ethiopian Wolf

Ethiopia - Bale Mountains - The Ethiopian Wolf Ethiopia - Bale Mountains - The Ethiopian Wolf

Ethiopia - Bale Mountains - The Ethiopian Wolf

Ethiopia - Bale Mountains - The Ethiopian Wolf

Bild 852 - 857: Der Äthiopische Wolf / The Ethiopian Wolf (Canis simensis)

Das auch als Äthiopischer Schakal oder Abessinischer Fuchs bekannt gewordene Tier, ist der seltenste Wildhund den es gibt. Lange war sich die Fachwelt nicht einig, ob es nun ein Wolf ist oder nicht. Der nur in diesen Höhenlagen von Äthiopien und Ostsudan lebende Wolf ernährt sich zu 96% von Mäusen, Maulwurf- und Grasratten. Wer genau hinsieht, kann hier vielerorts den total von Ratten durchlöcherten Boden sehen. Verhält man sich eine Zeit lang ruhig, sieht man sie nicht selten aus ihrem Bau schauen. Ab und zu fällt dem Wolf auch einmal ein Hase zum Opfer. Das sind dann aber auch schon die größten und selteneren Beutetiere. Wegen dieser Nahrungsgrundlage ist der Wolf auch keine Gefahr für die Großtiere der Hirten. Aber umgekehrt sieht es leider trotzdem anders aus. Die größte Bedrohung für die Wölfe sind die von Hirtenhunden eingeschleppten Krankheiten wie Staupe und Tollwut, die sie bis an den Rand der Ausrottung gebracht haben. Inzwischen gibt es mehrere Schutzprogramme, die sich für das Überleben des Wolfes engagieren. Leider war bisher die Immunisierung der Wölfe gegen die Tollwut mittels Schluckimpfung über ausgelegte Köder in Äthiopien nicht zugelassen, was zu schier unüberwindlichen Problemen beim Schutz der Tiere führt. Momentan wird der Bestand der Art auf nur noch 500 Tiere geschätzt.
Wer mehr zum Äthiopischen Wolf sehen möchte, dem seien die fantastischen Aufnahmen von Will Burrard-Lucas auf seiner Website empfohlen.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Rabbit Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Grass Rat

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau - Augur buzzard

Bild 858 - 860: Auf Hasen und Grasratten sind aber nicht nur die Wölfe scharf.
Bild 860: Junger Augurbussard / Augur buzzard

Besser konnten wir es nun wirklich nicht treffen, wenn man auf Zufallssichtungen angewiesen ist und sich nicht erst lange mit einheimischen Führern zu Fuß auf die Pirsch begibt. Wir hatten wirklich großes Glück. Erst vor ein paar Minuten haben wir ein anderes Auto getroffen, dessen Insassen den ganzen Tag noch keine einzige Wolfssichtung hatten. Zufrieden kehren wir zur Hauptstraße zurück und fahren weiter in Richtung Goba.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 861: Wir nähern uns langsam wieder dem nordöstlichen Ende des Plateaus

Unser letzter Stopp ist an den kleinen Seen und der Funkstation am nordöstlichen Ende des Sanetti Plateaus. Von hier hat man auch eine schöne Aussicht auf den weiteren Verlauf der Sandstraße in Richtung Goba.

Ethiopia - Bale Mountains - Sanetti Plateau

Bild 862: Gewässer gegenüber der Funkstation

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Ethiopia - Bale Mountains

Bild 863 - 870: Ausblicke vom Fuß der Funkstation in nord- und nordwestliche Richtung

Die Rückfahrt nach Goba geht dann leider viel schneller als gedacht. Viel zu schnell! Als wir am Hotel eintreffen ist es erst 14:30 Uhr. Leider hat der Regen hier auch noch nicht ganz aufgegeben. Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären wir noch ein paar Stündchen länger in den Bergen geblieben. Bei dem schlechten Wetter im Ort herumzuwandern haben wir auch keine Lust, zumal es keine Anregungen für mögliche Ziele gibt und das nähere Hotelumfeld für ein Entdeckungsspaziergang wenig vielversprechend aussieht.

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Bild 871 - 874: Goba Wabe Shebelle Hotel (vergleiche Bild 745 in Teil 6)
Bild 871: Das zentrale Empfangsgebäude
Bild 873: Pavillons für Außenempfänge im Park zwischen Straße und Hotelgebäude
Bild 874: Der südliche Innenhof 

Also bleibt leider nur noch übrig uns in aller Ruhe auf´s Abendbrot und den nächsten Tag vorzubereiten, sowie etwas Reiselektüre zu lesen. Schade, aber was will man machen.
Morgen haben wir mit 447 km eine lange Strecke vor uns, die zirka 7 Stunden Fahrzeit kosten wird. Also hat Tagan wieder viel zu tun, was wohl auch ein Grund für die heutige frühe Heimkehr war. Wir fahren dabei wieder nach Norden zur Straße 90 zurück und begeben uns dann nach Westen in Richtung Shashemene, auf denselben Weg den wir gestern gekommen sind. Erst kurz hinter Dodola biegen wir nach Norden in Richtung Assela ab. Dann fahren wir auf der Straße 9 weiter bis Adama, wo wir auf die Straße 1 nach Nordosten in Richtung Awash abbiegen. Wenn alles gut klappt, werden wir hoffentlich noch vor dem Sonnenuntergang in Awash eintreffen.
Unterwegs werden wir ganz sicher wieder einige Eindrücke zu sammeln haben.

Also dann bis morgen früh an dieser Stelle!

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim

Zurück

Äthiopische Flagge 2013