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ETHIOPIA AGAIN

Ein Reisebericht - Teil 8
22.09.2015 – Goba - Gaysay Grassland - Assela - Adama - Awash
(11.01.2008 nach dem äthiopischen Kalender)

Ethiopia Again Unsere heutige Wegstrecke ist 447 km lang und wird uns in drei verschiedene Verwaltungsregionen Äthiopiens bringen. Die längste Route liegt dabei in Oromia. Amhara werden wir am späten Nachmittag nur kurz anschneiden und letztendlich in Afar ankommen. Besondere Tagesordnungspunkte gibt es dabei nicht, der Weg ist das Ziel bzw. bis zum Abend den Awash Nationalpark und unser Hotel in Awash zu erreichen.
Doch zuerst heißt es in aller Ruhe frühstücken, auschecken und am bunt beklebten Rezeptionstresen einen Reggaestory-Aufkleber hinterlassen. Viel Platz ist nicht mehr. ;-)

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Ethiopia - Goba - Wabe Shebelle Hotel

Bild 875 - 879: Rezeptions- und Gastronomiebereich im Goba Wabe Shebelle Hotel

Im Vergleich zur Hochzeit von vorgestern Abend, ist es nun recht einsam und wir haben freie Platzwahl. Dazu zählt auch der gemütliche Barbereich, den wir natürlich gern in Anspruch nehmen. Auch hier beschallt wieder ein Fernseher den Raum, wie das in vielen äthiopischen Hotels und Restaurants so üblich ist.
Gegen 7:30 Uhr ist schließlich unsere Abfahrt angesagt. Zirka 7 Stunden reine Fahrzeit stehen uns bevor, die es mit ein paar interessanten Stopps aufzulockern gilt.
Es sollte uns natürlich wundern, wenn es auf einer solch langen Strecke nichts zu sehen geben sollte. Ein Teil des Weges kennen wir zwar schon, da er sich mit unserer Herfahrt von vorgestern deckt, aber kurz hinter Dodola werden wir die Richtung Shashemene verlassen und nach Norden in Richtung Adama abbiegen.

Unsere erste Pause legen wir im Gaysay Grassland ein und unternehmen einen kurzen Morgenspaziergang. Im Teil 6 unserer Reise gibt es zwischen Bild 683 und 710 noch weitere Eindrücke.

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland

Bild 880 - 883: Gaysay Grassland

Es ist recht schwierig ein Durchkommen zu finden, wenn man sich abseits ausgetretener Pfade oder Wege durchschlagen möchte. Darüber hinaus gibt es auch versteckte Sumpflöcher, kleine Bäche oder ein paar Flussläufe. Also schön auf den Wegen bleiben oder eine Pferdetour machen, sonst bekommt man ganz schnell die Grenzen aufgezeigt.

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland

Bild 884: Wen haben wir denn da?

Auf einer kleinen Anhöhe steht im Gegenlicht reglos wie ein Denkmal eine Antilope und bevor wir uns richtig versehen, überraschen wir noch eine Anzahl von Mountain Nyalas.

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Mountain Nyala

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Mountain Nyala

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Mountain Nyala Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Mountain Nyala

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Mountain Nyala

Bild 885 - 889: Mountain Nyalas im Gaysay Grassland

Auch davon gibt es im Teil 6 noch mehr, ... aber wenn sie uns schon einmal so günstig über den Weg laufen, müssen die natürlich wieder auf´s Bild.

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Plant

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Plant

Bild 890 + 891: Interessante Pflanzen im Gaysay Grassland

Ethiopia - Oromia - Gaysay Grassland - Graureiher
Aber beenden wir unseren kurzen Morgenspaziergang im Gaysay Grassland, denn unser Weg endet sowieso gerade an einem schmalen Fluss den wir trockenen Fußes leider nicht überwinden können.

Fahrern wir weiter nach Westen aus dem Gaysay Grassland hinaus und folgen unser alt bekannten Strecke in Richtung Shashemene. Trotzdem sieht vieles wieder ganz anders als auf der Herfahrt aus. Anderes Wetter, andere Tageszeit und eine veränderte Perspektive sorgen dafür, dass man wieder viele neue Eindrücke gewinnt. Uns wird es jedenfalls keine Minute langweilig, was bei dieser schönen Landschaft auch kaum möglich sein dürfte, selbst wenn man mehr als zweimal hier lang fahren sollte.

Bild 892: Graureiher (Grey heron)

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Bild 893 - 902: Zwischen Gaysay Grassland und Dodola

Und weiter geht es nach Westen in Richtung Dodola mit immer wechselnden Landschaften.

Ethiopia - Oromia

Bild 903: Zirka 15 Minuten später

Ethiopia - Oromia

Bild 904: Weitere 40 Minuten später

Wenige Minuten später sind wir kurz vor Dodola und staunen nicht schlecht, dass die große Wäsche an dem kleinen Flüsschen schon wieder oder immer noch im Gange ist. Da war wohl unsere Annahme den Sonntag als Waschtag zu deklarieren nicht ganz korrekt. Wie es nun aussieht, ist hier wohl öfter Waschtag.

Ethiopia - Oromia - Dodola

Bild 905: Große Wäsche am Ortseingang von Dodola

Zirka zwei Kilometer hinter Dodola biegen wir schließlich mit der Straßennummer 90 nach Norden ab und verlassen die Route nach Shashemene, die als Straße mit der Nummer 81 nach Westen weiter geht. Für den weiteren Tagesverlauf haben wir ab jetzt sozusagen "Neuland" vor uns.

Ethiopia - Oromia - Near Dodola

Ethiopia - Oromia - Near Dodola

Ethiopia - Oromia - Near Dodola

Bild 906 - 908: Landwirtschaft und Viehzucht zwischen Dodola und Asasa

Vom "Waschplatz" Dodola bis nach Asasa fährt man nur zirka 20 Minuten. Hier wird gerade eine neue Kirche errichtet. Das müssen wir uns einmal aus der Nähe ansehen. Baustellen in Äthiopien sind immer recht spannend und besonders für Baufachleute und Gerüstbauer sicher ganz interessante Besichtigungsobjekte.

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Ethiopia - Oromia - Asasa - Church

Bild 909 - 919: Kirchenbaustelle in Asasa - Kidane Mehret Church (The Covenant of Mercy)

Also vergesst alle Gerüstbau- und Arbeitsschutzvorschriften wie wir sie heute in Deutschland kennen ;-). Das war ein kleiner Rückblick in die Vergangenheit der Baukunst, die aber in Äthiopien noch heute praktiziert wird. Da kann man echt vor Ehrfurcht den Hut ziehen, wenn man sieht wie die Bauleute ganz ohne Technik derartige Gebäude errichten.

Fahren wir weiter nach Norden in Richtung Bekoji.

Ethiopia - Oromia

Ethiopia - Oromia

Bild 920 + 921: Landschaften zwischen Asasa und Bekoji

Eine knappe Stunde nach Besichtigung der Kirchenbaustelle von Asasa, durchfahren wir Bekoji. Der Ort liegt auf 2.810 m Höhe und hat über 17.700 Einwohner. Dort fällt uns eine riesige Menschenansammlung auf. Das müssen wir uns natürlich genauer ansehen.

Ethiopia - Oromia - Bekoji

Zur Google Map >> Bild anklicken.

Ethiopia - Oromia - Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji

Bild 922 - 926: Markttag in Bekoji

Bald darauf sind wir mittendrin im Gewimmel und garantiert die einzigen "Außerirdischen" hier. Das ist genau nach unserem Geschmack. Es ist Markttag, und alles was die Region zu bieten hat, wurde hier zusammengetragen und wird versucht an den Mann oder die Frau zu bringen.

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 927 - 932: Markt in Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 933 + 934: Markt in Bekoji - Kerosin

Wer schon einmal in Addis Ababa auf dem Mercato war, dem wird es hier bedeutend besser gefallen. Die Menschen sind völlig anders. Alle sind freundlich, lachen sobald sie uns entdecken und machen sogar Witze, "knipsen" mit den Fingern oder formen ein Fernrohr mit den Händen, um unsereins ein wenig zu necken. Wir sind den Leuten völlig egal und können eigentlich tun und lassen was wir möchten. In Addis Ababa ist das leider nicht mehr so schön. Viele Händler oder Marktbesucher wollen gar nicht aufgenommen werden oder decken sogar oft ihre Ware zu, wenn man nicht sofort mit einem Scheinchen winkt. "Money money" ruft uns hier niemand zu. Alles ist ganz entspannt und man kann sich richtig wohl fühlen. 

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 935: Immer wieder zu Späßen aufgelegt, die Marktfrauen von Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 936 + 937: Der Rauch des Olivenholzes wird zur Geschmacksverbesserung bei der Herstellung eines lokalen Bieres oder zur Fliegenvertreibung im Haus verwendet.

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 938 - 942: Markt in Bekoji

Neben den Produkten aus dem Nahrungs- und Genussmittelbereich gibt es natürlich auch alles andere was für den Haushalt so nötig ist. Selbst leere Flaschen sind im Angebot oder Reisigbündel für das bevorstehende Meskelfest. Neben dem großen Festival in Addis Abeba, über das wir noch berichten werden, wird es natürlich unzählige kleinere Feuer vor vielen Häusern außerhalb der Hauptstadt geben. Vielerorts wird bereits begonnen die kleinen Holzpyramiden im Hof oder am Straßenrand aufzustellen.

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Wer hat wohl den besten Schnaps gebraut?
Aber bitte nicht mit dem dunklen Kerosin verwechseln! ;-)


Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 943 - 952: Market in Bekoji
Bild 952: Reisigbündel für das Meskelfest

Wir würden ja zu gerne jeden Winkel des Marktes und jedes angebotene Produkt genauer erkunden, aber wir haben noch eine lange Fahrstrecke vor uns, die wir noch vor Sonnenuntergang abschließen möchten. Also beenden wir langsam unseren Rundgang auf dem Markt von Bekoji und gehen zurück zum Auto.

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market Ethiopia - Oromia - Bekoji - Market

Bild 953 - 958: Pferde und Wagen bleiben außerhalb - Auf dem Rückweg zur Hauptstraße
Bild 957: Der Pferde- und Maultierparkplatz ;-)

Wer noch nicht genug vom Markttreiben hat, kann auch gerne noch einmal in bewegten Bildern einen Teil des Geländes erkunden.



Live Video: Market in Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji
Wir verlassen Bekoji und fahren weiter in Richtung Assela. Wir befinden uns in einer Gegend von Äthiopien die viele hervorragende äthiopische Läufer hervorgebracht hat. Besonders Bekoji ist die Heimatstadt bekannter Athleten wie Derartu Tulu, Fatuma Roba, Tiki Gelana, Mestawet Tufa, die Bekele Brüder Kenenisa und Tariku oder die drei Dibaba Schwestern Ejegayehu, Tirunesh und Genzebe. Darüber hinaus sind viele junge Sportler in der 2012er Dokumentation "Town Of Runners" zu sehen, die sich mit dieser außergewöhnlichen Konzentration von bemerkenswerten Sportlern des Ortes befasst. So verkünden auch die Ortsschilder: Ana Haadhufu = Willkommen + Boqojjii Dirree Madda Atleetootaa = Bekoji die Quelle der Athleten. 

Bild 959: Ortsschild von Bekoji

Ethiopia - Oromia - Bekoji / Assela

Ethiopia - Oromia - Bekoji / Assela

Ethiopia - Oromia - Bekoji / Assela

Bild 960 - 962: Weidelandschaften zwischen Bekoji und Assela
 
Ein knappes Stündchen später treffen wir in Assela ein. Hier werden wir unser Mittagessen einnehmen. Gut geeignet dafür ist das Derartu Hotel, welches über mehrere Gasträume und ordentliche sanitäre Anlagen verfügt. Wie der Name des Hotels bereits vermuten lässt, gehört es der in Bekoji geborenen Langstreckenläuferin Derartu Tulu Gemechu, der zweimaligen Olympiasiegerin und Weltmeisterin im 10.000 m Lauf und sechsmaligen Weltmeisterin im Crosslauf.
Assela befindet sich auf einer Höhe von 2.430 m und hat über 110.000 Einwohner. Auch von hier kommen zahlreiche bekannte Sportler, unter anderem Haile Gebrselassie.

Ethiopia - Oromia - Assela - Derartu Hotel

Ethiopia - Oromia - Assela - Derartu Hotel

Bild 963+ 964: Assela - Derartu Hotel - Wir machen Mittagspause

Ethiopia - Oromia - Assela - Derartu Hotel Ethiopia - Oromia - Assela - Car Number

Bild 965 + 966: Hotelschild und Autokennzeichen einer staatlichen Einrichtung

Während wir auf unser bestelltes Essen warten, können wir uns noch einmal kurz mit den äthiopischen Autokennzeichen beschäftigten, denn auf dem Parkplatz entdecken wir wieder eine neue Nummer. Mittels der verschiedenen Ziffern im Kreis und der Schriftfarbe, können die Fahrzeuge verschiedenen Eigentümerkreisen zugeordnet werden. Hier eine Zusammenfassung:
1 - Taxi - Rote Schrift
2 - Individuelle Privatfahrzeuge - Blaue Schrift
3 - Geschäftliche Privatfahrzeuge - Grüne Schrift
4 - Staatliche Fahrzeuge - Schwarze Schrift
5 - Nicht staatliche Organisationen (NGO´s) - Orange Schrift
Ohne Zahl im Kreis - Gelbes Schild - Polizei
Ohne Zahl im Kreis - Blaues Schild oder blaue Schrift - Vereinte Nationen (UN)
Ohne Zahl im Kreis - Flagge, Wappen und schwarze Schrift - DF (Defense Force) - Militär

Ethiopia - Oromia - Assela - Derartu Hotel - Tagan Ethiopia - Oromia - Assela - Derartu Hotel - Henok

Bild 967 + 968: Tagan und Henok bekommen endlich ihre heiß geliebte Injera. ;-)

Ohne diesem, sehr sauer schmeckenden Fladenbrot, geht in Äthiopien so gut wie gar nix. Besteck gibt es dafür in der Regel nicht. Die Injera ist Besteck, Teller und Nationalspeise zugleich. Einfach immer ein Stück davon abreißen und damit die anderen Beilagen wie Fleischragout und anderes aufnehmen. Für Europäer ist die saure Teigmasse gewöhnungsbedürftig, sollte aber in jedem Fall einmal probiert werden. Entweder liegen die Fladen gleich ausgebreitet auf dem Teller oder werden als Stapel in gerollter Form auf einem gesonderten Teller serviert.

Gut gesättigt treten wir die Weiterfahrt an und halten erst wieder, als wir eine reichliche Stunde später die Großstadt Adama erreichen. Adama, Ädama, Adaamaa, Hadaamaa, früher Nazret oder Nazreth, ist die Hauptstadt der Verwaltungsregion Oromia, liegt auf 1.712 m Höhe und hat eine Bevölkerung von über 324.000 Einwohnern. Die nach der Kandelaber Euphorbie aus dem Oromischen benannte Stadt, wurde nach dem zweiten Weltkrieg von Kaiser Haile Selassie in Nazreth (nach dem biblischen Nazareth) umbenannt. Im Jahr 2000 kehrte die Stadt wieder zu ihrem alten Namen zurück. Nazreth ist aber nach wie vor weiterhin in Gebrauch.
Besondere Sehenswürdigkeiten sind uns von Adama nicht bekannt geworden, außer einem Memorial Monument, welches wir uns einmal kurz ansehen möchten.

Ethiopia - Oromia - Adama - Oromo Memorial Monument

Bild 969: Das Oromo Memorial Monument in Adama / Nazreth >>> anklicken zur Google Map

So einfach ist das aber nicht. Wir müssen uns herantasten. Aus unerklärlichen Gründen darf das Objekt nicht betreten und auch nicht so einfach fotografiert werden. Hier sind schon lange keine Besucher mehr durch das Tor gegangen, vor dem entspannt ein paar Ziegen liegen. Die Wege werden langsam von der Vegetation verschluckt. Auch zwischen den Stufen, der auf den Hügel führenden Treppenanlage, wachsen allerhand Grasbüschel hervor. Trotzdem scheint die parkähnliche und mit vielen blühenden Pflanzen bestückte Anlage nicht ganz ungepflegt zu sein. Die Gedenkstätte wurde für die im äthiopischen Bürgerkrieg gefallenen Oromo errichtet. Mehr und genauere Informationen sind leider nicht zu bekommen. Henok mahnt dringend zum Rückzug. "Wenn du deine Kamera nicht loswerden möchtest, sollten wir jetzt gehen." Das wollen wir natürlich um keinen Preis, tauchen wieder im Stadtgewühl unter und suchen nach der Straße in Richtung Awash, die dann die Nummer 1 tragen und nach Osten führen wird.

Eine knappe Stunde später sind wir schon weit nach Osten vorgedrungen und legen kurz nach Welenchiti an einer Kirche unsere nächste Pause ein. Inzwischen sind wir auf 1.436 m über dem Meer nach unten gekommen, und es wird immer wärmer.

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church

Bild 970 - 973: Die Erzengel Gabriel Kirche bei Welenchiti >>> Bild anklicken zur Google Map

Vor den Mauern des Kirchenbezirkes befindet sich eine Gräberanlage. Die schauen wir uns einmal etwas näher an. Die Grabkultur in anderen Ländern anzusehen, kann immer wieder recht interessant sein. Sofern sich die Gelegenheit bietet, sollte man schon einmal auch darauf einen Blick werfen.

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Bild 974 - 980: Grabanlagen auf dem Friedhof bei Welenchiti

Das sind natürlich keine Gräber von Kühen. ;-) Die Darstellungen an den Gräbern sind lediglich Hinweise darauf, was der Verstorbene zu Lebzeiten getan, also offenbar Rinderzucht betrieben hat. Die meisten Grabstellen sind von einer Art Käfig umgeben, damit sie von den umherstreifenden Tieren nicht beschmutzt oder beschädigt werden.

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Ethiopia - Oromia - Welenchiti - Church + Cemetary

Bild 981 - 985: Verschiedene Grabstile auf dem Friedhof nach Welenchiti

Zirka 40 Minuten später kreuzt unsere Straßenführung mehrmalig einen kleinen Zipfel von Amhara und der Awash Nationalpark rückt immer näher.

Ethiopia - Amhara - Near Matahara - Holy Savior Church

Ethiopia - Amhara - Near Matahara - Holy Savior Church

Bild 986 + 987: Kirche zwischen Welenchiti und Matahara / Metehara, auf amharischen Gebiet - Medhane Alem / Holy Savior church >>> Lage siehe Google Map

Neben der Temperatur hat sich inzwischen auch die Landschaft verändert. Es wird imer trockener und die Vegetation eintöniger. Immer wieder sieht man auch kleine erloschene Vulkane, die wegen ihrer geringen Höhe einen recht unwirklichen Eindruck auf uns machen. An den Straßenrändern stehen überall unzählige Säcke mit Holzkohle zum Verkauf. Eine Arbeit die hier überwiegend von der Bevölkerungsgruppe der Afar betrieben wird. Man fragt sich, woher sie so viel Holz in dieser schon recht spärlich bewachsenen Gegend holen. Irgendwann wird wohl das letzte Bäumchen verschwunden sein. Mit Fotos sollte man vorsichtig sein oder mit viel Geduld und Zeit eines aushandeln. Auf der "Freundlichkeitsskala" nehmen die Afar leider in der Regel keinen höheren Rang ein. Heute haben wir dafür keine Zeit mehr und unsere beiden Begleiter auch nicht viel Lust dazu. Sie haben da schon ihre unangenehmen Erfahrungen gemacht und möchten keinen Steinwurf riskieren.

Ethiopia - Oromia - Near Matahara

Ethiopia - Oromia - Near Matahara

Bild 988 + 989: Erloschener Vulkan und Kohlehändler kurz vor Matahara oder Metehara
>>> Lage siehe Google Map

Langsam versinkt die Sonne am Horizont bzw. hinter unserem Rücken und wir erreichen ein paar Minuten später den Lake Basaka. Der See hat eine Fläche von zirka 42 km². Leider ist sein Salzgehalt so hoch, dass sein Wasser für die Bewässerung in der Landwirtschaft überwiegend ungeeignet ist. Unsere Straße überquert den nördlichsten Zipfel des bereits an der Grenze zum Awash Nationlpark liegenden Sees. Ein Stück weiter südlich der Straße ist noch eine Bahnlinie auf dem See zu erkennen. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass diese sicher öfter überflutet ist. Der See befindet sich im Wachstum und hat bisher keinen Abfluss. Man nimmt an, dass dieser sich irgendwann in den weiter östlich gelegenen Fluss Awash ergießen und Teile der Stadt Matahara bedrohen wird.

Ethiopia - Oromia - Lake Basaka - Matahara

Ethiopia - Oromia - Lake Basaka - Matahara

Ethiopia - Oromia - Lake Basaka - Matahara

Bild 990 - 992: Am Nordzipfel des Lake Basaka bei Matahara / Metehara am Abend

Wenige Minuten später haben wir Matahara durchquert und machen einen letzten Stopp kurz vor dem Ortstausgang, um die relativ neue St. Michael Church (Metehara Mikael Bete Kristiyan) anzusehen. Hier sind wir auch mit 947 m über dem Meeresspiegel am tiefsten Punkt des Tages angelangt.

Ethiopia - Oromia - Metehara - St. Michael Church

Ethiopia - Oromia - Metehara - St. Michael Church

Ethiopia - Oromia - Metehara - St. Michael Church

Ethiopia - Oromia - Metehara - St. Michael Church Ethiopia - Oromia - Metehara - St. Michael Church

Bild 993 - 997: Auf dem Gelände der Metehara Mikael Bete Kristiyan (St. Michael Church)
>>> Lage siehe Google Map

Bis nach Awash haben wir jetzt nur noch zirka 30 km vor uns. Auf halber Strecke verlassen wir den Verwaltungsbereich Oromia und kommen nach Afar. In der Ferne zucken immer wieder Blitze am Himmel auf und ein paar einsame Regentropfen fallen auf unsere eingestaubte Frontscheibe. Eine halbe Stunde später ist es so gut wie finster, als wir auf dem Hof des Genet Hotels in Awash eintreffen. Unsere Tageseinteilung ist somit perfekt aufgegangen.
Hier werden wir nun zwei Nächte bleiben und einen kleinen Teil des Awash Nationalparks erkunden. Am Vormittag besuchen wir zuerst eine heiße Quelle, die weit im Busch des Nationalparks nördlich der Hauptstraße zu finden ist. Die Fälle des Awash und ein weiter Blick in die Schluchten des Flusses erwarten uns am Nachmittag. Ja und dazwischen werden wir hoffentlich die eine oder andere Begegnung mit den tierischen Bewohnern des Nationalparks haben.

Wir sehen uns morgen früh, ... und bitte die Badesachen nicht vergessen!

Copyright: www.reggaestory.de
Fotos: Marion & Peter Joachim
Text + Videos: Peter Joachim

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Äthiopische Flagge 2013